21.04.2017
Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie

Medieninformation 089

Runder Tisch „Geburt und Familie“ legt Maßnahmenplan vor

Gesundheitsministerin Werner: Wichtige Schritte zur Stärkung der Hebammenversorgung in Thüringen

Die Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Heike Werner (Die LINKE), wird am Montag am achten Treffen des Runden Tisches „Geburt und Familie“ teilnehmen. Es stehen die Schwerpunkte Familienhebammen und Frühe Hilfen, die berufspädagogische Fortbildung für freiberufliche Hebammen und die Weiterbildung von Hebammen zur Praxisanleiterin auf der Tagesordnung.

Gesundheitsministerin Heike Werner (Die LINKE) sagte: „Hebammen leisten ein großen Beitrag für schwangere Frauen, die Neugeborenen und die Familien. Unser Beitrag muss es sein, ihnen gute Bedingungen zu schaffen, um dieser Arbeit mit Erfolg nachgehen zu können. Wir haben gemeinsam am Runden Tisch nicht nur konstruktive Diskussionen geführt, wir haben auch konkrete Verabredungen getroffen. Von diesen Vereinbarungen erwarte ich deutliche Verbesserungen in den Arbeitsbedingungen von Hebammen, in in der Hebammenversorgung, in der Ausbildung und für die wirtschaftlich Situation der Hebammen.“

Der Runde Tisch hat diese Maßnahmen festgelegt:

1. Für die nächsten 5 bis 10 Jahre werden jährlich mehr Hebammen ausgebildet als bisher. Dies ist mit Blick auf die Altersstruktur der Thüringer Hebammen und der Fachkräftesituation in den 24 Geburtsabteilungen und -kliniken erforderlich. Bereits heute schon fällt es Kliniken schwer, freie Hebammenstellen zu besetzen. Bereits im im September 2017 wird ein zusätzlicher Ausbildungsgang an der Berufsbildenden Schule Gesundheit und Soziales Erfurt starten. An der Ernst-Abbe-Hochschule Jena kann der Studiengang Geburtshilfe/Hebammenkunde zukünftig alle zwei Jahre - der nächste zum Wintersemester 2018 - belegt werden.
2. Um Frauen die Hebammensuche für werdende Mütter zu erleichtern, soll eine Onlineplattform geschaffen werden.
3. Eine regelmäßige Datenerhebung zur Versorgungs- und Bedarfssituation in Thüringen wird es ermöglichen, zukünftige regionale Versorgungsprobleme rechtzeitig zu identifizieren und Gegenmaßnahmen einzuleiten
4. Interdisziplinäre Gespräche mit allen Leistungserbringern vor Ort und dem Öffentlichen Gesundheitsdienst sollen zukünftig dazu beitragen, die Übergänge zwischen ambulanter und stationärer Versorgung zu erleichtern.
5. Zur Verbesserung der Situation der angestellt tätigen Hebammen hat sich der Runde Tisch dafür ausgesprochen, dass zukünftig ein Personalschlüssel für Hebammen in Kliniken vorgegeben werden sollte.
6. Das Gesundheitsministerium wird die landesrechtlichen Regelungen zur Hebammenversorgung (Thüringer Hebammen-Berufsordnung und Thüringer Verordnung über die Vergütung von Hebammenleistungen im Selbstzahler-Bereich) im Sinne guter Arbeitsbedingungen von Hebammen und einer wohnortnahen Versorgung mit Hebammenleistungen überprüfen.


Gesundheitsministerin Werner hatte am 14. Dezember 2015 erstmals zum Runden Tisch „Geburt und Familie“ eingeladen, um die Situation der Hebammen in Thüringen zu verbessern. An den seitdem regelmäßig stattfindenden Gesprächen im Gesundheitsministerium nehmen Vertreterinnen und Vertreter des Hebammenlandesverbandes Thüringen, der Deutschen Gesellschaft für Hebammenwissenschaften, der Landeskrankenhausgesellschaft, der Landesärztekammer Thüringen, der gesetzlichen Krankenkassen, des Landesfrauenrates sowie die Beauftragte für die Gleichstellung von Mann und Frau des Freistaats Thüringen und themenbezogen auch weitere Experten aus den beteiligten Ministerien, der Berufsbildenden Schule Gesundheit und Soziales Erfurt und der Ernst-Abbe-Hochschulen Jena teil.


Hintergrund:
Ausgangspunkt der Beratungen am Runden Tisch ist das vom TMASGFF in Auftrag gegebene Gutachten der IGES Institut GmbH zur Versorgungs- und Bedarfssituation mit Hebammenleistungen sowie über die Einkommens- und Arbeitssituation von Hebammen in Thüringen vom 4. Dezember 2015.

Mit dem Gutachten wurde festgestellt, dass für die Mehrheit der Thüringer Mütter aktuell eine bedarfsgerechte Hebammenversorgung zur Verfügung steht. Rund 90 % der befragten 1775 Mütter sind mit der Hebammenbetreuung überwiegend zufrieden.

Für weniger als 10% aller befragten Mütter war es allerdings schwierig bzw. sehr schwierig, eine Hebamme für die individuelle Schwangerenbetreuung zu finden; für rund 80 % von ihnen war es leicht bzw. sehr leicht eine Hebamme zu finden.

So war es nach den Angaben der befragten Mütter bei ambulanten Hebammenleistungen vor allem in der Wochenbettbetreuung in wenigen Regionen Thüringens schwieriger eine Hebamme zu finden. Dies betraf Jena, den Saale-Holzland-Kreis, Weimar, den Landkreis Weimarer Land sowie Gera.

21.04.2017

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