03.12.2015
Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie

Medieninformation 192/2015

Betriebliche Mitbestimmung erfährt Rückenwind

Über 220 Teilnehmende bei der heutigen 5. Betriebs- und Personalrätekonferenz des Thüringer Arbeitsministeriums in Erfurt

Die Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Heike Werner (DIE LINKE), hat heute in Erfurt über die 5. Betriebsrätekonferenz informiert. Aus fast 100 Thüringer Unternehmen kamen Teilnehmende zur dieser Veranstaltung für Betriebs- und Personalräte nach Erfurt. Ein deutliches Signal für die Wichtigkeit der Zusammenarbeit von Unternehmen mit den Betriebsräten setzte auch die Teilnahme des Thüringer Wirtschaftsministers Wolfgang Tiefensee (SPD).

Arbeitsministerin Heike Werner sagte: „Betriebs- und Personalräte sind das Rückgrat unserer Beschäftigten. Eine funktionierende Sozialpartnerschaft zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern ist für den Wirtschaftsstandort Thüringen wichtig. Dafür brauchen wir starke Betriebsträte, die auf Augenhöhe mit der Arbeitsgeberseite verhandeln können. Echte konstruktive Beziehungen zwischen Unternehmensführung und Betriebsrat vermindern innerbetriebliche Konflikte, fördern Innovationsprozesse und stehen für höhere Produktivität. Das alles sorgt für gute Arbeitsbedingungen, die wir in Thüringen benötigen, um für Fachkräfte attraktiv zu sein.“

Nach Angaben der Thüringer Arbeitsministerin haben über die Betriebslandschaft in Ost- und Westdeutschland hinweg gerade einmal 9 Prozent der Betriebe überhaupt einen Betriebsrat. „Das muss sich ändern. Das Thüringer Arbeitsministerium unterstützt deshalb schon seit langem gemeinsam mit den Gewerkschaften die Arbeit der Betriebsräte. Das tun wir durch den Aufruf zu Betriebsratswahlen oder aber durch Betriebsrätekonferenzen, die Impulse für die betriebliche Mitbestimmung in Thüringen setzen“, sagte Heike Werner.

Laut Ministerin Werner sind Betriebs- und Personalräte die „Leuchttürme der Arbeitswelt“. „Sie bieten Orientierung in einer immer komplexer gewordenen Arbeitswelt und sie werfen das Licht auf Risiken, Gefährdungen und Problemlagen, vor denen sich Unternehmen und Belegschaft gleichermaßen in Acht nehmen müssen. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen zudem, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Betrieben mit Betriebsrat zufriedener, innovativer, produktiver, besser bezahlt und weniger krank sind als ihre Kollegen ohne betriebliche Interessenvertretung“, sagte Heike Werner.

Zur heutigen Konferenz diskutierten Unternehmensleitungen sowie Betriebs- und Personalräte u.a. der Gutena Nahrungsmittel GmbH, BorgWarner TS GmbH, der Gewerkschaft der Polizei und der Stollwerck Saalfeld GmbH gemeinsam mit Gewerkschaftsforschern, Praxisvertretern und Arbeitsmarktexperten des Arbeitsministeriums über die Herausforderungen der Betriebsratsarbeit. Thematische Schwerpunkte der Fachforen waren Zuwanderung, Beschäftigungssicherung, gesundheitliche Anforderungen in der digitalen Arbeitswelt oder aber auch neue Handlungsperspektiven in der Aus- und Weiterbildung.

Hintergrund:
Betriebsräte sorgen dauerhaft für die Mitwirkung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und vertreten deren Interessen gegenüber den Arbeitgebern – etwas, was die bzw. der Einzelne nicht erreichen kann. Dank dieser Arbeit werden Arbeitsplätze gesichert, flexible Arbeitszeitmodelle eingeführt und Innovationsinitiativen vorangetrieben. Mehr noch: Betriebsräte sorgen für sichere, faire und qualifizierte Arbeit, sie kümmern sich um sozialverträgliche Arbeitszeiten, helfen bei individuellen Konflikten, gehen Beschwerden nach oder überprüfen Eingruppierungen und widersprechen ungerechtfertigten Kündigungen.
Laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung lag der Anteil der Beschäftigten mit betrieblicher Mitbestimmung im Jahr 2014 in Thüringen bei 40 Prozent. Damit hat Thüringen gleichsam noch vor allen ostdeutschen Bundesländern und sogar vor Rheinland-Pfalz den höchsten Beschäftigtenanteil, der von einem Betriebsrat vertreten wird.
Der Anteil der Beschäftigten mit Tarifbindung hat sich auf 49 Prozent im Jahr 2013 erhöht. Die Zahl der tarifgebundenen Betriebe in Thüringen konnte sich mit 22 Prozent im Jahr 2014 stabilisieren. Damit war Thüringen sogar besser als der ostdeutsche Durchschnitt. Auch wenn die tarifliche Lohnlücke mit 3 Prozent zum westdeutschen Tarifniveau schon fast geschlossen ist, hat Thüringen noch deutliche Unterschiede in der Grundvergütung, der Arbeitszeit, den Urlaubsansprüchen oder bei den Betriebsrenten zu Westdeutschland zu verzeichnen.
Das unterstreicht die Forderung nach starken Gewerkschaften und einer höheren Tarifbindung. Die Allgemeinverbindlicherklärung von Tarifverträgen durch das Tarifautonomiestärkungsgesetz – das im letzten Jahr In Kraft getreten ist – ist dabei eine ganz wesentliche Stütze.
Auch der Anfang des Jahres eingeführte allgemeine Mindestlohn hat positive Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt gezeigt und die Löhne der Ostdeutschen deutlich verbessert. Laut der aktuellen Gemeinschaftsdiagnose des Bundeswirtschaftsministeriums sind die Stundenverdienste für Minijobber seit der Einführung des Mindestlohns um fast 25 Prozent, für Ungelernte um 8,4 Prozent und für Angelernte um ca. 6 Prozent angestiegen. Zudem ist auch der erhoffte Fahrstuhleffekt bei den Verdiensten eingetreten. Denn auch die Verdienste der Fach- und Führungskräfte haben in Ostdeutschland jeweils fast 5 Prozent zugelegt.

03.12.2015

Wegweiser

Aktionen

Thueringen Monitor Klein www.bildungsfreistellung.de Thueringer Kampagne Wir sind Energie-Gewinner.

Serviceportal – Bürger

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Serviceportal – Unternehmen

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Serviceportal – Weitere

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Servicebereich

Publikationen