14.05.2019
Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft

Medieninformation

14.05.2019

Wirtschaftsminister Tiefensee reist nach Moskau und Tatarstan

Treffen der „Gemeinsamen Arbeitsgruppe Thüringen–Tatarstan“ / „Dialog mit Russland auch in schwierigen Zeiten fortsetzen“

Am kommenden Sonntag (19.5.) reist Thüringens Wirtschafts- und Wis­senschaftsminister Wolfgang Tiefensee an der Spitze einer 23-köpfigen Unternehmerdelegation zu einem dreitägigen Arbeitsbesuch nach Mos­kau und in die russische Republik Tatarstan. Anlass der Reise ist die dritte Sitzung der „Gemeinsamen Arbeitsgruppe Thüringen–Tatarstan“, die die bereits seit 2013 bestehende Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern koordiniert und die Umsetzung konkreter Projekte im Wirt­schafts- und Wissenschaftsbereich steuert. Auf dem Programm stehen weiterhin ein Treffen mit dem tatarischen Präsidenten Rustam Minni­khanov, der seinen Gegenbesuch in Thüringen bereits für Juni ange­kündigt hat, sowie ein Besuch der Messe „World Skills Russia 2019“. Zuvor hält sich der Thüringer Wirtschaftsminister in Moskau auf, wo er Gespräche im russischen Ministerium für Handel und Industrie sowie im Ministerium für Wissenschaft und höhere Bildung führen wird.

„Der Dialog zwischen Russland und Deutschland muss auch in schwierigen Zeiten weitergehen, gerade auf Ebene der Bundesländer und Regionen“, sagte Tiefensee heute. Dabei bezog sich der Minister nicht nur auf die aktu­ellen Wirtschaftssanktionen, sondern auch auf die schwierige wirtschaftliche Situation in Russland, die sich seit der Wirtschaftskrise 2014/15 noch nicht wieder vollständig erholt hat. Die traditionell guten wirtschaftlichen Beziehun­gen in den russischen Wirtschaftsraum dürften keinen dauerhaften Schaden nehmen, forderte der Minister. „Was wir in der aktuellen Situation erreichen können und müssen, sind regionale Kooperationen auf Augenhöhe. Darum sind Gespräche vor Ort und der Informations- und Erfahrungsaustausch wichtig, um bestehende Verbindungen zu stabilisieren und neue Felder der Zusammenarbeit zu erschließen.“

Immerhin sei eine „Aufwärtstendenz“ in den thüringisch-russischen Wirt­schaftsbeziehungen unverkennbar, sagte Tiefensee weiter. So liegt Russland in der Außenhandelsstatistik des Freistaats inzwischen wieder an vierter Stelle der Staaten außerhalb der EU (nach den USA, China, der Schweiz – und noch vor Japan) und belegt damit insgesamt den 16. Platz im Export­ranking. So belief sich das Volumen Thüringer Erzeugnisse nach Russland im Jahr 2018 auf knapp 300 Millionen Euro – gut 80 Millionen Euro oder knapp 40 Prozent mehr als 2015 (217 Millionen Euro). „Der Tiefpunkt in den bilateralen Handelsbeziehungen ist inzwischen also eindeutig überwunden“, so der Minister.

Vor allem Tatarstan habe sich in den letzten Jahren immer mehr zu einem Partner Thüringens und einem hochinteressanten Standort und Markt für Thüringer Unternehmen entwickelt, so Tiefensee weiter. „Zwischen unseren beiden Regionen haben sich, auch unter zuletzt eher ungünstigen Rahmen­bedingungen, bereits gute Kontakte und Beziehungen entwickelt – vor allem auf wirtschaftlichem, wissenschaftlichem und speziell ingenieurtechnischem Gebiet.“ Der Minister verwies in diesem Zusammenhang auf das Enginee­ring-Zentrum für Maschinenbau in Kazan, das mit thüringischer Unterstüt­zung errichtet wurde, das Firmennetzwerk Thüringen–Tatarstan sowie die Einrichtung des German-Russian Institute of Advanced Studies (GRIAT), das eng mit der TU Ilmenau und dem Erfurter Bildungszentrum kooperiert und aktuell weitere gemeinsame Projekte in den Bereichen Digitalisierung und Landwirtschaft vorbereitet.

Hintergrund:

Thüringen verfügt über traditionell gewachsene Wirtschaftsbeziehungen nach Russ­land. So unterhalten 222 Thüringer Unternehmen Exportbeziehungen nach Russ­land, dazu kommen 77 Hochschul- und 48 Kooperationen außeruniversitärer For­schungseinrichtungen. Investoren aus Thüringen sind an acht Unternehmen in Russ­land beteiligt, umgekehrt halten fünf russische Investoren Beteiligungen an Thüringer Unternehmen.

Tatarstan ist eine autonome Republik im östlichen Teil des europäischen Russlands. Sie gilt – nicht zuletzt aufgrund von Erdöl- und Erdgasvorkommen – als eine der reichsten Republiken der Russischen Förderation und betreibt eine eigenständige Wirtschaftspolitik. Neben ihrem Rohstoffreichtum besitzt Tatarstan eine starke und diversifizierte Industrie, in der die Produktion von Fahrzeugen, die chemische und petrochemische Industrie und die Erzeugung von Energie, Gas und Wasser dominieren.

 

Stephan Krauß
Pressesprecher, Referatsleiter

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