Gender Mainstreaming

Gender Mainstreaming - Was ist das?

Wie definiert man Gender Mainstreaming?

Welche Vorteile bringt Gender Mainstreaming?

Wie wurde und wird Gender Mainstreaming in Thüringen umgesetzt?

Wo kann Gender Mainstreaming berücksichtigt werden?

 

Gender Mainstreaming - Was ist das?

Gender Mainstreaming hat sich in den letzten Jahren zunehmend als neue Strategie zur Erreichung der Gleichstellung etabliert.

Tatsächlich leben wir in einer Welt, in der es keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt. Bei genauerer Betrachtung vieler alltäglicher Sachverhalte stößt man auf die unterschiedlichen Auswirkungen auf Frauen und auf Männer. Darin finden sich die Bedürfnisse von Frauen leider noch allzu häufig nicht hinreichend berücksichtigt. Eine moderne Gesellschaft kann aber die Benachteiligung einer Personengruppe, die mehr als 50 % der Bevölkerung ausmacht, nämlich Frauen und Mädchen, nicht dulden. Deshalb bedarf es größerer Anstrengungen bei der Umsetzung der Chancengleichheit.

Übersetzt bedeutet „Gender“ das soziale Geschlecht. Es sind damit die gesellschaftlich geprägten Geschlechterrollen gemeint, die Vorstellungen davon, wie Frauen bzw. Männer sein „sollen“.

Zum Beispiel:

  • Frauen seien sozialkompetent, Männer seien aufgabenorientiert.
  • Kindererziehung und Pflege von Angehörigen seien von Frauen zu übernehmen.
  • Der Lebensunterhalt sei von Männern zu erarbeiten.

Mit diesen Rollen verknüpft sind unterschiedliche Rechte und „Pflichten“. Aber diese Rollen sind nicht angeboren. Sie werden erlernt bzw. vom gesellschaftlichen Umfeld geprägt. Damit unterliegen sie auch einem ständigen Wandel und sind veränderbar.

Die Gender Mainstreaming – Strategie setzt hier an.

Mainstreaming heißt, ein bestimmtes Denken und Handeln in den „Hauptstrom“ von Politik, Verwaltung in das alltägliche Leben aufzunehmen und so zu einem selbstverständlichen Handlungsmuster zu machen.

Die Frage nach den Auswirkungen von politischen Maßnahmen auf Frauen und auf Männer soll vor allem in jenen Organisationen und Politikfeldern an Bedeutung gewinnen, in denen es bisher eine geschlechterbezogene Sichtweise weniger oder gar nicht gab.

Dies geschieht in der Weise, dass bei allen Maßnahmen, d.h. bei jedem Entscheidungsprozess in jeder Phase , auf jeder Ebene und von allen Beteiligten in einem ersten Schritt geprüft werden muss, wie sich diese Maßnahme auf Frauen und wie sie sich auf Männer auswirkt. Gender Mainstreaming setzt damit bereits bei den Vorüberlegungen ein. Im Ergebnis kann so eine Ungleichbehandlung gar nicht erst entstehen

Veranschaulicht heißt das, eine geschlechterdifferenzierte Sichtweise ist bei allen Planungs- und Entscheidungsprozessen als selbstverständliches Moment abzuprüfen.

Gender Mainstreaming zielt damit auf eine Änderung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Sinne eines gleichstellungsorientierten Handelns ab, das die unterschiedlichen Chancen und Lebenssituationen von Frauen und Männern in unserer Gesellschaft berücksichtigt.

Ausgangslage von Gender Mainstreaming ist also keine Problemsituation, sondern es wird von einer gleichen Berechtigung und von gleichen Rechten der Geschlechter sowie von der Gleichwertigkeit männlicher und weiblicher Lebenskonzeptionen ausgegangen.

Gender Mainstreaming ersetzt dabei aber nicht die gezielte Frauenförderung. Diese bleibt weiterhin dort erforderlich, wo langlebige Benachteiligungen noch bestehen. Diese Strategie erweitert die bisherige Frauenpolitik. Denn sie will alte Systeme und Strukturen, die eine Ungleichbehandlung weiterhin hervorbringen, analysieren und verändern. Durch die Kombination von Gender Mainstreaming und spezifischen Maßnahmen der Frauenpolitik wird die Wirksamkeit der Gleichstellungspolitik insgesamt verstärkt.

Der neue gleichstellungspolitische Ansatz des Gender Mainstreaming hat nicht mehr nur die Frauen im Blick, sondern vielmehr einen geschlechtergerechte Politik insgesamt. Er führt zu einer konkreten Einbeziehung auch der Männer, sowohl auf Seiten der Verantwortlichen, als auch auf Seiten der Adressaten.

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Wie definiert man Gender Mainstreaming?

Eine einheitliche Definition des Gender Mainstreaming-Konzeptes liegt nicht vor. Die wohl treffendste Formel dürfte hier der Europarat im Mai 1998 gefunden haben. Danach ist:

Gender Mainstreaming

  • die (Re)Organisation,
  • Verbesserung,
  • Entwicklung und
  • Evaluation

grundsatzpolitischer Prozesse, mit dem Ziel, eine geschlechterbezogene Sichtweise in

  • alle politischen Konzepte
  • auf allen Ebenen und
  • in allen Phasen

durch alle normalerweise an politischen Entscheidungsprozessen beteiligten Akteurinnen und Akteure.

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Welche Vorteile bringt Gender Mainstreaming?

Gender Mainstreaming ist eine Strategie zur Umsetzung von Gleichstellungspolitik. In den Vordergrund der Betrachtung rückt das Geschlechterverhältnis „Frau/Mann“ in allen Politikbereichen. Dieses gilt es zu analysieren, um strukturpolitisch notwendige Veränderungen für die Gesellschaft abzuleiten.

  • Durch die Ausrichtung an den Lebensrealitäten beider Geschlechter wird die Wirksamkeit von politischen und verwaltungstechnischen Maßnahmen erhöht.
  • Der Abbau von Diskriminierung vermeidet Kosten, weil weniger nachträgliche Korrekturmaßnahmen nötig sind.
  • Die Innovationspotentiale beider Geschlechter werden angesprochen und aktiviert.
  • Dadurch steht eine größere Gruppe von qualifiziertem Personal zur Verfügung.
  • Die Qualität von Dienstleistungen wird durch geschlechterspezifische Pass- und Zielgenauigkeit erhöht.
  • Das Image von Politik und Verwaltung wird verbessert.
  • Die Beschäftigten sind zufriedener und stärker motiviert.
  • Starre und unproduktive Arbeitsstrukturen und -kulturen können durch Aufhebung von Geschlechtermonokulturen und durch die gleichmäßige Repräsentanz von Frauen und Männern schneller und besser überwunden werden.

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Wie wurde und wird Gender Mainstreaming in Thüringen umgesetzt?

Gender Mainstreaming ist im Arbeitsplan der Thüringer Landesregierung festgeschrieben.

Begleitende Maßnahmen zur Verankerung der Gleichstellungsthematik haben sich da, wo ein notwendiger Bedarf erkannt war, zu ständigen Veranstaltungen bzw. selbsttragenden Projekten entwickelt.

In allen Thüringer Ressorts hat der Gender Mainstreaming Prozess bereits seit längerem in den Entscheidungsebenen Einzug gefunden. Sehr deutlich wird dies am Beispiel des europäischen Strukturfonds (ESF). Hier ist das fondsverwaltende Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Infrastruktur der Umsetzung des Gender Mainstreaming-Gedankens verpflichtet.

Die Landesregierung hat bereits Informations- und Fortbildungsveranstaltungen für die obersten Leitungsebenen durchgeführt. Die meisten Ressorts haben Gender Mainstreaming als Strategie in ihre Fort- und Ausbildungsprogramme aufgenommen.

Ausführliche Informationen zu dem Umsetzungsprozess von Gender Mainstreaming in der Thüringer Landesregierung werden Sie demnächst auf diesen Seiten finden.

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Wo kann Gender Mainstreaming berücksichtigt werden?

Überall

Zur Praktikabilität sollte Gender Mainstreaming unverzüglich dort ansetzten, wo ein Personenbezug eindeutig hergestellt werden kann.

Beispiele:

  • Gesetzgebungsverfahren im Land
  • Erlass örtlichen Rechts in den Kommunen
  • Maßnahmen der Beschäftigungspolitik
  • Förderung von Unternehmensgründungen
  • familienpolitischen Maßnahmen
  • Stadtentwicklung
  • Städteplanung/Verkehrsplanung
  • Dorferneuerung
  • Öffentlicher Personennahverkehr
  • Planung von großen Gewerbe- und Einkaufseinrichtungen

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Empfehlungen zur gendersensiblen Sprache .pdf (41.8 kB)
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