21.01.2016
Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft

Medieninformation

21.01.2016

Tiefensee: Digitalisierung als Wettbewerbsvorteil nutzen

Ilmenau als Standort für ein Kompetenzzentrum „Mittelstand 4.0“ ausgewählt

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee hat die Entschei­dung des Bundeswirtschaftsministeriums begrüßt, Ilmenau als Standort für ein Kom­petenzzen­trum „Mittelstand 4.0“ an der TU Ilmenau auszuwählen. „Thürin­gen hat sich mit seinem Konzept unter den bundesweit 40 Bewerbern durchsetzen können“, sagte Tiefensee. „Das ist ein Erfolg für den Standort und kann ein wichtiger Baustein unserer Digitalisierungsstrategie für Thüringen werden.“

Der Bund wird das Konsortium aus Thüringen unter der Leitung des Thüringer Zentrums für Maschinenbau (ThZM) an der TU Ilmenau nunmehr dazu auffordern, den Förderantrag für ein Kompetenzzentrum „Mittelstand 4.0“ auszuarbeiten. Dabei sollen die vorhandenen Initiativen – wie das Thüringer Kompetenzzentrum „Wirtschaft 4.0“, das von der LEG Thüringen betriebene Breitbandkompetenzzentrum und das Thüringer Zentrum für Maschinenbau – eng verzahnt werden. Das Kompetenzzentrum soll noch in diesem Jahr starten.

Der Siegeszug der modernen Informationstechnologien und ihre Integration in alle Prozesse, Technologien und Branchen stelle die Thüringer Wirtschaft vor ganz neue Herausforderungen, sagte der Minister. Darauf müsse die Wirtschaftspolitik reagieren. Tiefensee: „Das Kompetenzzentrum wird dazu beitragen, dass die Unternehmen in Thüringen die Digitalisierung als Wachstumschance und Wettbewerbsvorteil nutzen können.“

Mit der Förderinitiative „Mittelstand 4.0 - Digitale Produktions- und Arbeitsprozesse“ unterstützt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) Mittelstand und Handwerk bei der Digitalisierung und Vernetzung sowie der Anwendung von Industrie 4.0. Die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen soll gestärkt und neue Geschäftsfelder im Kontext von Digitalisierung und Industrie 4.0 erschlossen werden. Durch einen gezielten und zielgruppenspezifischen Wissenstransfer soll das Know-how in den Unternehmen zu Digitalisierungsthemen verbessert werden.

 

Hintergrund: Digitalisierung

Wie groß die „Wachstumschance Digitalisierung“ ist, zeigen ak­tuelle Zahlen des BMWi für Deutsch­land insgesamt: Demnach kann die Digitalisierung allein im Bereich der In­dustrie bis zum Jahr 2025 für eine zusätzliches Um­satzwachstum von 200 bis 400 Milliarden Euro sorgen. Zudem werden Effi­zienzgewinne bei der In­dustriepro­duktion von bis zu 80 Prozent erwartet – womit die Digitalisierung entscheidend zur Erhöhung der Wettbewerbsfähig­keit in den Unternehmen beitragen würde.

„Allerdings sind gerade kleine und mittlere Unternehmen bei dem Thema oft noch zögerlich“, so der Wirtschaftsminister weiter. Zwar sagen laut einer ak­tuel­len Um­frage des DIHK 94 Prozent der Betriebe, dass die Digitalisierung einen großen Einfluss auf ihre Geschäfte und Arbeitsprozesse habe – aber lediglich knapp 30 Prozent haben die Voraussetzungen geschaffen, um bei dem Thema dann auch gut oder sehr gut aufgestellt zu sein. Bei klei­nen Un­ternehmen mit einem Jahresumsatz von weniger als fünf Millionen Euro er­klären einer Studie der DZ-Bank zufolge sogar rund 70 Prozent, dass die Digitalisierung für sie keine große Relevanz habe.

 

 

 

Stephan Krauß

Pressesprecher

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