06.06.2017
Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft

Medieninformation

Zusätzliches Trassenkorridorsegment gefordert für Umgehung des Geraer Stadtwalds

Landesregierung gibt Stellungnahme zum Erdkabel SuedOstLink ab

Im Zuge der Antragskonferenzen wird die Landesregierung eine umfangreiche Stellungnahme zum Erdkabel SuedOstLink abgeben. Darüber informierte heute die Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft Birgit Keller das Kabinett. „Um das Landschaftsschutzgebiet ‚Geraer Stadtwald‘ umgehen zu können, wird die Landesregierung ein neues, zusätzliches Trassenkorridorsegment im Bereich von Gera vorschlagen“, sagte die Ministerin.

Der Vorschlagstrassenkorridor der Vorhabenträger 50Hertrz Transmission GmbH und die TenneT TSO GmbH verläuft aus dem Raum Naumburg/Eisenberg kommend westlich an Gera vorbei in Richtung Greiz und dann in den Raum Hof. Eine großräumige Alternative wird zwischen Gera, Auma, Schleiz und Gefell vorgeschlagen. Weitere kleinräumige Alternativen sind durch die Vorhabenträger bei Crossen und südlich von Greiz vorgesehen.

„Das Projekt SuedOstLink betrifft im Thüringer Abschnitt Landschaftsräume mit teilweise hohen bis sehr hohen Wertigkeiten. Das gilt beispielsweise für das Grüne Band, das als Nationales Naturmonument etabliert werden soll. Besondere Konflikte treten darüber hinaus insbesondere mit Überschwemmungsgebieten, Natur- und Landschaftsschutzgebieten sowie Waldgebieten auf“, sagte die Ministerin.

Die beabsichtigten Trassenkorridore verlaufen überwiegend auf landwirtschaftlich genutzten bzw. landwirtschaftlich nutzbaren Flächen. Die Stellungnahme enthält außerdem umfangreiche Anregungen und Bedenken aus den Fachbereichen Raumordnung, Naturschutz, Geologie/Rohstoff, Wasserwirtschaft, Land- und Forstwirtschaft, Bodenschutz, Denkmalschutz sowie Verkehr.

„Ich erwarte, dass die Stellungnahme der Landesregierung sowie die Stellungnahmen der Bürgerinnen und Bürger, der Landkreise, Städte und Gemeinden sowie aller weiteren in Thüringen betroffenen Stellen im weiteren Verfahren gebührend berücksichtigt werden“, betonte Ministerin Keller.

Hintergrund:
Die Übertragungsnetzbetreiber, die 50Hertrz Transmission GmbH und die TenneT TSO GmbH, haben das Bundesfachplanungsverfahren für die Erdkabelübertragungsleitung SuedOstLink mit den Antragskonferenzen formell eingeleitet. In den Antragskonferenzen geht es um die Festlegung des Untersuchungsraums und des Untersuchungsrahmens. Verfahrensführende Behörde ist die Bundesnetzagentur. Die Antragskonferenz für den Abschnitt B, von dem Thüringen vorrangig betroffen ist, findet am 13. Juni 2017 in Gera statt. Der SuedOstLink soll die Netzverknüpfungspunkte Wolmirstedt bei Magdeburg und Isar bei Landshut verbinden.

Thüringen wird voraussichtlich im Jahr 2018 erneut beteiligt, dann im Hauptverfahren der Bundesfachplanung, also zu den Ergebnissen der Raum- und Umweltverträglichkeitsprüfung. Die Bundesfachplanung wird mit einer Entscheidung der Bundesnetzagentur über den Verlauf eines 500 bis 1.000 m breiten raumverträglichen Trassenkorridors abgeschlossen. Innerhalb dieses Trassenkorridors wird im Rahmen der nachfolgenden Planfeststellung die tatsächlich etwa 20 bis 40 m breite Erdkabeltrasse gesucht.

Karte (4.4 MB)
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Stellungnahme TMIL (4.5 MB)
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