05.09.2014
Thüringer Ministerium für Bau Landesentwicklung und Verkehr

Medieninformation 245/2014

Neue Jugendstrafanstalt eingeweiht

Moderner Neubau erleichtert den Strafvollzug

„Mit diesem Neubau haben wir die baulichen Voraussetzungen für einen modernen Jugendstrafvollzug in Thüringen geschaffen“, sagten heute in Arnstadt Justizminister Holger Poppenhäger und Bauminister Christian Carius bei der feierlichen Einweihung der Jugendstrafanstalt Arnstadt und der Thüringer Jugendarrestanstalt.

„Für den Neubau wurde wie für alle Baumaßnahmen an Landesgebäuden ein umweltfreundliches Energiekonzept entwickelt“, so Carius weiter. „Zur Wärmegewinnung haben wir eine Holzhackschnitzel-Heizungsanlage mit einer Nennleistung von 550 kW errichtet. Dadurch sparen wir jährlich Verbrauchskosten von knapp 80.000 Euro ein. Hinzu kommen die 4.432 Solar-Module auf den 12 Dächern der Anstalt. Die Gesamtleistung von 730 kW wird gleich in die elektrische Anlage der Neubauten eingespeist und weitgehend vor Ort verbraucht. Durch eine innovative Speicherlösung mittels Batterien kann die erneuerbare Energie optimal genutzt werden. Nur mit derartigen kreativen Ideen kann die Energiewende in Deutschland gelingen. Die Landesregierung wird ihre Ziele beim Ausbau der erneuerbaren Energien sowohl bei der Stromerzeugung als auch der Wärmegewinnung durch die Energiekonzepte für die Landesgebäude deutlich übertreffen.“ Der Minister dankte den Mitarbeitern der Bauverwaltung und der beteiligten Baufirmen für die zuverlässige und engagierte Arbeit an dem Bauwerk.

„Die Inbetriebnahme dieser modernsten Vollzugseinrichtung für Jugendliche in Deutschland ist ein würdiger Abschluss einer für die Justiz besonders erfolgreichen Legislaturperiode“, sagte Justizminister Poppenhäger. Besonders der Strafvollzug habe noch nie so große Fortschritte gemacht. Poppenhäger verwies auf das völlig neue „Justizvollzugsgesetzbuch“ und die geschlossenen Vereinbarungen für die geplante gemeinsame Justizvollzugsanstalt mit Sachsen in Zwickau. „Die Anstalt in Zwickau ist damit sicher auf den Weg gebracht – und die Anstalt hier in Arnstadt zeigt, wie wir uns modernen Strafvollzug vorstellen“. Gerade im Jugendvollzug sei es wichtig, alles dafür zu tun, um die Voraussetzungen für ein späteres straffreies Leben zu schaffen. „Erfolgreiche Resozialisierung ist der beste Opferschutz“. Poppenhäger dankte zugleich allen Bediensteten, die für einen reibungslosen Umzug von Ichtershausen nach Arnstadt gesorgt haben. „Hier hat die Mannschaft um Anstaltsleiterin Annette Brüchmann eine logistische Meisterleistung vollbracht“.

Hintergrund:

Die Jugendstrafanstalt Arnstadt ist mit Baukosten von rund 75 Millionen Euro eines der größten Vorhaben des staatlichen Hochbaus in Thüringen. Auf einer Grundstücksfläche von über 15 Hektar entstanden seit 2009 unter Leitung des Generalplaners ‚Ludes Architekten‘ aus Berlin 17 Gebäude mit einer Nutzfläche von 17.000 Quadratmetern. Die Anstaltsmauer ist 1.200 Meter lang, sechs Meter hoch und besteht aus 294 Betonelementen. Die Strafanstalt hat 280 Plätze im geschlossenen und 20 Plätze im offenen Vollzug. Hinzu kommen 40 Jugendarrestplätze.

Seit 2008 wurden für 33 Landesgebäude Pachtverträge mit Betreibern von Photovoltaik-Anlagen abgeschlossen. Die installierte Leistung stieg dadurch von 30 kW auf über 1.000 kW im Jahr 2013. Die jährliche Stromerzeugung von über 1.000.000 kWh vermeidet rund 600 Tonnen CO2. Mit den in 2014 hinzugekommenen Dächern in der Jugendstrafanstalt Arnstadt und beim Landeskriminalamt in Erfurt sind jetzt insgesamt 43 Landesgebäude mit Photovoltaik-Anlagen ausgerüstet. Die PV-Leistung steigt damit auf 1.900 kW. Das für 2015 gesetzte Ausbauziel von 2 % Sonnenstrom am Gesamtstromverbrauch in Landesgebäuden wird damit übertroffen werden.

Ab 2015 werden darüber hinaus in über 50 Landesliegenschaften Biomasseheizungen jährlich rund 17 GWh Wärme erzeugen. Durch diese Spitzenstellung Thüringens im Vergleich der Länder wird die Umwelt um weitere 5.000 Tonnen Kohlendioxid entlastet. Die von der Landesregierung angestrebte Verdopplung der Bioenergiequote auf 16 % im Wärmebereich wird damit ebenfalls übertroffen werden.

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