06.06.2013
Thüringer Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Verkehr

Medieninformation 136/2013

Carius: IBA Strukturen sind aufgebaut

Internationale Bauausstellung im IBA Prozess

„Der Aufbau der IBA Strukturen ist jetzt abgeschlossen. Nun kann die Internationale Bauausstellung (IBA) den zehnjährigen IBA Prozess gestalten. Der demografische und der energetische Wandel sind dabei die Leitthemen der IBA. Hier gilt es integrierte Lösungsansätze zu entwickeln, um die unterschiedlichen Veränderungsprozesse gemeinsam zu gestalten. Bislang laufen die Diskussionen hier noch zu getrennt voneinander“, sagte heute (Donnerstag) der Minister für Bau, Landesentwicklung und Verkehr, Christian Carius, in Weimar zur Entwicklung des IBA Prozesses. Nach der Berufung der Mitglieder des Fachbeirats in der vergangenen Woche ist der Aufbau der IBA Strukturen mit der Einrichtung des Kuratoriums, des Aufsichtsrates und der Geschäftsstelle nun weitgehend abgeschlossen.

„Die IBA will die Identität Thüringens stärken“, so Carius weiter. „Thüringen hat historisch bedingt eine kleinteilige und polyzentrische Siedlungsstruktur. Ein enges Netz aus Klein- und Mittelstädten und die diese umgebenden Dörfer bilden eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft. Den Wandel dieser Kulturlandschaft wollen wir aktiv gestalten, um sie attraktiv, liebenswert und quicklebendig für die Zukunft weiter zu entwickeln. Aufgabe der IBA ist es nun, die zentralen Zukunftsfragen zu stellen und modellhafte, experimentelle Antworten zu entwickeln. Mit neuen Lösungsansätzen können wir dann Pate für viele Regionen mittlerer Dichte in Europa werden.“

Der Geschäftsführer der IBA Thüringen GmbH, Prof. Dr.-Ing. Engelbert Lütke Daldrup sagte: „Mit der Internationalen Bauausstellung Thüringen wollen wir neue Lösungen für Stadt und Land entwickeln. Dabei lassen wir uns vom Prinzip der Regionalität leiten. Regionale Kreisläufe, stadt-landschaftliche Bezüge aber auch der international orientierte Qualitätsanspruch sind bei der jetzt beginnenden Arbeit der IBA wichtig. Angesichts der Gleichzeitigkeit von Schrumpfung und Alterung aber auch punktuellem Wachstum sucht die IBA Thüringen nach den für die unterschiedlichen Regionen angemessenen Entwicklungsmodellen, die in innovativen Projekten sichtbar werden. Vor allem muss sich die IBA den Herausforderungen der Energiewende in Thüringen stellen. Dies ist keine isolierte Aufgabe. Vielmehr muss die Energiewende in integrierende Strategien der Raumentwicklung eingebettet sein. Die baukulturelle Qualität darf auch nicht vernachlässigt werden. Die IBA Thüringen agiert dabei im Spannungsfeld von globalen Zusammenhängen und regionalen Kreisläufen. “

Erstmals findet in Thüringen eine Internationale Bauausstellung (IBA) statt. Sie wird das ganze Bundesland umfassen. Die IBA Thüringen wird modellhafte Projekte entwickelt, die unter den Bedingungen der Energiewende, des demografischen sowie soziokulturellen Wandels Maßstäbe für Veränderungsprozesse des 21. Jahrhunderts setzen sollen. Die IBA Thüringen rückt ein stadt-landschaftliches Lebensmodell in den Mittelpunkt der Internationalen Bauausstellung und setzt auf die Zukunftsfähigkeit und Attraktivität dieses Modells. Dabei ist die IBA kein normales Förderinstrument der Landesentwicklung. Sie ist vielmehr ein außergewöhnliches, auch international anerkanntes Instrument der Bau- und Planungskultur. Sie bezieht ihre Wirksamkeit einerseits aus dem Anspruch, exzellente Ergebnisse zu liefern, andererseits aber auch aus einer Kultur des grundsätzlichen Hinterfragens und des modellhaften Experimentierens. Sämtliche gesellschaftliche Gruppen von Politik und Verwaltung, über Wissenschaft und Wirtschaft bis zu Kultur und Zivilgesellschaft sind eingeladen, ihr Wissen einzubringen.

Die Aufgabe
Der Freistaat Thüringen steht vor anspruchsvollen Herausforderungen. Mit der IBA will Thüringen vorbehaltlos und kreativ die wichtigen Fragen gesellschaftlichen Wandels diskutieren. Angestrebt wird ein regional, national und international geführter Kommunikationsprozess, in dem die Chancen, die sich aus den bevorstehenden Aufgaben ergeben, herausgearbeitet werden.
Es sollen tragfähige Kooperationen mit Akteuren unterschiedlicher Fachdisziplinen, Arbeits- und Lebensbereichen aufgebaut werden, die gemeinsam modellhafte, aber auch experimentelle Lösungen für die Zukunftsfragen des Planens und Bauens konstruktiv entwickeln. Dabei müssen auch bestehende Qualitäten, Normen und Strukturen auf den Prüfstand, seien sie gesellschaftlich oder staatlich definiert, damit durch neue Konstellationen und Experimente alternative Wege des Handelns erprobt werden können.

Der Zeitplan
In den kommenden zehn Jahren wird die Internationale Bauausstellung Thüringen mit ihren vielfältigen Projekten Gestalt annehmen. Die Präsentationsjahre 2019 und 2023 sind wichtig, um öffentliche Bilanz zu ziehen und über die Ergebnisse zu reflektieren.
Die IBA Bilanz findet zeitgleich mit zwei herausragenden Jubiläen statt: Die Gründung des Bauhauses in Weimar 1919 und der ersten Bauhaus-Ausstellung 1923. Eine abgestimmte Vorgehensweise wird helfen, die internationale Aufmerksamkeit zu erlangen, die angestrebt wird. Gleichwohl soll sich die IBA Thüringen aber als eigenständiges Format profilieren.

Die Organisation
Die IBA Thüringen wird von der Internationalen Bauausstellung Thüringen GmbH mit Sitz in Weimar betreut. Unter Leitung des neuen Geschäftsführers Prof. Dr.-Ing. Engelbert Lütke Daldrup wird die IBA GmbH gerade neu ausgerichtet und startet in diesem Jahr den zehnjährigen IBA Prozess. Die IBA Thüringen GmbH steuert, moderiert und kommuniziert die Entwicklung des IBA Programms. Sie setzt Wegmarken, vermittelt gewonnene Erkenntnisse und organisiert den Austausch. Die IBA übernimmt darüber hinaus in ihrer kuratorischen Verantwortung die Auswahl der Projekte, sie initiiert, sammelt, qualifiziert, entwickelt und koordiniert die zukünftigen IBA Projekte.
Den Qualitätsanspruch definiert sie im Dialog mit dem international besetzten IBA Fachbeirat und wacht über seine Einhaltung. Die ab dem Jahr 2014 auszuwählenden IBA Projekte müssen einen mehr-dimensionalen Qualitätsanspruch erfüllen. Sie müssen in ihren jeweiligen Handlungsfeldern ein deutliches Mehr gegenüber dem Üblichen zeigen. Klarer programmatischer Fokus, Kreativität und Innovationsgrad, Prozessqualität, baukultureller Anspruch, internationale Relevanz, Realisierbarkeit, Kommunizierbarkeit und Ausstellbarkeit des Projekts und seines Prozesses sind relevante Kriterien. Der IBA Thüringen geht es im Kern um Exzellenz beim Planen und Bauen. Dabei setzt die auf ein integrierendes und interdisziplinäres Arbeitsverständnis.
Der IBA Aufsichtsrat, unter Vorsitz des Thüringer Ministers für Bau, Landesentwicklung und Verkehr, Christian Carius, ist das zentrale Kontrollgremium der IBA Thüringen GmbH. Ihm gehören der Thüringer Minister für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz, Jürgen Reinholz, der Abteilungsleiter im Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Technologie, Dr. habil. Martin Gude, aus dem Thüringer Finanzministerium der Abteilungsleiter Axel terGlane, Prof. Dr. Thomas Deufel, Staatssekretär im Thüringen Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, sowie der Präsident der Ingenieurkammer Thüringen, Prof. Dr.-Ing. habil. Hans-Ulrich Mönnig, und der Präsident der Architektenkammer Thüringen, Hartmut Strube, an.
Das bereits im Jahr 2012 berufene IBA Kuratorium und der Ende Mai diesen Jahres berufene IBA Fachbeirat begleiten die IBA Thüringen GmbH bei der inhaltlichen Arbeit.

Der Hintergrund
Seit 1901 sind Internationale Bauausstellungen ein in Deutschland praktiziertes und bewährtes Instrument der Stadtplanung, des Städtebaus und der Regionalentwicklung. Sie gelten generell als Impulsgeber für neue Ideen und Projekte im sozialen, kulturellen und ökologischen Bereich und dokumentieren durch innovative Projekte und Prozesse den baulichen bzw. landschaftlichen Wandel.

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