Revitalisierung von Brachflächen

Nachhaltige Wiedernutzung und Revitalisierung von Brachflächen

Der Begriff „Revitalisierung“ wird im Bereich Architektur und Städtebau verwendet. Er beschreibt hier den Um- oder Rückbau alter Industriestandorte oder Stadtquartiere. Im ländlichen Raum sind z.B. ehemalige landwirtschaftliche Betriebsstätten betroffen.

Nicht genutzte, aber versiegelte Flächen und verfallende Gebäudekomplexe entstehen überall dort, wo  Produktionsstätten aufgegeben oder Wohnquartiere verlassen werden, und sind damit Teil einer ständigen Dynamik sich wandelnder Lebensverhältnisse. Boden stellt dabei ein nicht vermehrbares Gut dar und wird gleichzeitig in immer mehr Lebensbereichen zur Befriedigung gesellschaftlicher Bedürfnisse gebraucht (als Siedlungsraum, für land- und forstwirtschaftliche Produktion, als Gewerbegebiet, als Erholungsraum, als Rückzugsraum für Tiere und Pflanzen, als Schutzgebiete für natürlichen Ressourcen, für den Ausbau Erneuerbarer Energien usw.).

Vergleichbar mit dem jedem von uns zur Verfügung stehenden Wohnraum muss die Fläche in der Stadt und im ländlichen Raum in Abwägung der gesellschaftlichen Erfordernisse beplant werden. Vor dem Hintergrund des ständig wachsenden Flächenbedarfs und sich gleichzeitig stetig reduzierender verfügbarer Fläche muss der Fokus stärker auf dem Abriss oder dem Umbau einschließlich einer Nachnutzung alter Gebäude und der Entsiegelung von Flächen gelegt werden. Das Aufräumen und die Entsorgung nicht mehr benötigter Gegenstände in unseren Wohnungen zugunsten neuer Anschaffungen kostet eventuell Überwindung – das „Aufräumen in der Fläche“ kostet den Investor, zum Beispiel eine Gemeinde, einen Unternehmer oder ein Unternehmen, viel Geld.

Sonnenscheune
Spatenstich Vorhaben „Sonnenscheune“ - Umnutzung eines leerstehenden Stallgebäudes zum Arbeitsplatz und Wohnsitz einer Familie - in Plottendorf
Foto: TMIL

Da es sich bei der Reduzierung des Flächenverbrauchs um ein gesamtgesellschaftliches Anliegen handelt, wird in Thüringen die Maßnahme „Revitalisierung von Brachflächen“  im Teil C der „Richtlinie zur Förderung der integrierten ländlichen Entwicklung und der Revitalisierung von Brachflächen“ (FR ILE/REVIT) gefördert.

Durch die Revitalisierung von Brachen ist eine Rückgewinnung und Gestaltung von Landschafts- und Siedlungsräumen, unabhängig von ihrer jeweiligen Vornutzung, möglich. Ziel der Bundesregierung gemäß der 2016 neu aufgelegten Nachhaltigkeitsstrategie ist es, den Flächenverbrauch bis 2030 auf unter 30 Hektar pro Tag zu verringern. Der Thüringer Koalitionsvertrag geht noch weiter: Bezogen auf die Fläche Thüringens soll der Flächenverbrauch langfristig netto-null betragen. Die im Folgenden näher beschriebene Fördermaßnahme trägt zu diesen Zielen bei.

Förderrichtlinie Teil C Fördermaßnahme „Revitalisierung von Brachflächen“

Die Revitalisierung von Brachflächen stellt ein wirksames Instrument für die Entwicklung im ländlichen Raum dar. Gleichzeitig wird die Attraktivität der naturräumlichen Ausstattung als wertvolles Potenzial für die Standortentwicklung erhalten und weiterentwickelt. Bauliche Missstände infolge der Aufgabe der Vornutzung werden durch die Revitalisierung von Brachflächen beseitigt. Durch Rückgewinnung von brachliegenden Flächen werden Renaturierungspotenziale und neue Möglichkeiten für Nachnutzung eröffnet. Ein Schwerpunkt zur Verbesserung der Infrastrukturen oder lokalen Basisdienstleistungen liegt in der Umnutzung von Gebäuden und Anlagen. Die Maßnahmen können die nachhaltige örtliche und regionale Entwicklung und Verbesserung von Umwelt, Natur und Landschaftsbild fördern.

Beispiele

  • Bau oder Umbau von Zentren für soziale Dienste
  • Bau oder Umbau von Pflege- und Bildungseinrichtungen
  • Bau von zusätzlichen Einrichtungen zur Produktion und Anwendung regenerativer Energien
  • Investitionen in Gelände zur Unterstützung von Freizeitkapazitäten
  • Bau oder Umbau für Einrichtungen der Grundversorgung (z.B. lokale Märkte, Gemeindezentren für soziale Aktivitäten, usw.)
  • Investitionen in innovative Projekte zur Erbringung von Dienstleistungen z.B. verbunden mit alternativen Möglichkeiten aktiven Alterns

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