Thüringer Staatspreis für Architektur und Städtebeau 2002

Baukultur und Lebensqualität

Schon zum vierten Mal wurde in diesem Jahr seit 1996 der Thüringer Staatspreis für Architektur und Städtebau verliehen. Damit geben wir einen Ansporn, die Probleme bei der Erhaltung der Bausubstanz, ihrer Weiterentwicklung und Neugestaltung in den Thüringer Städten und Dörfern zu bewältigen und gleichzeitig werben wir damit für die neue Baukultur.

Staatspreis 2002 - Bild03
Justizzentrum Meiningen

Mit dem Preis werden bereits umgesetzte Projekte ausgezeichnet, die beispielhaft die Planungs- und Baukultur in Thüringen widerspiegeln: innovative städtebauliche und architektonische Konzeptionen, die die zeitgemäße bauliche Entwicklung im Freistaat dokumentieren und die Gestaltungsmöglichkeiten der heutigen Architektur ausnutzen.

Denn die Architektur repräsentiert auch unser Land. Gerade die Gestaltung öffentlicher Gebäude ist ein Faktor, der großen Einfluss auf die Popularität einer Region hat und damit auch auf die Wettbewerbsfähigkeit. Und die Architektur des Freistaates soll Ausdruck eines weltoffenen, aber auch sensiblen und traditionsbewussten Landes sein. ...

... In diesem Jahr stand der Wettbewerb zum Thüringer Staatspreis unter dem Thema "Öffentliche Bauten und ihre Eingliederung in städtebauliche Strukturen". 33 Architekturbüros und Bauherren haben insgesamt 39 Arbeiten eingereicht. 19 dieser Bewerber kommen aus den neuen Bundesländern.

Die Jurysitzung fand am 22. Mai 2002 statt. Der erste Preis wurde für die Baumaßnahme "Justizzentrum Meiningen" vergeben. Die Livida MO-LARIS Grundstücksvermietungsgesellschaft mbH & Co als Bauherr und das Architekturbüro KBK Belz, Kucher und Partner können sich über 15.000 € Preisgeld freuen und über die Siegerplakette, die am Gebäude angebracht wird.

Hier wurden in beispielhafter Art und Weise bauliche Zeitzeugen wieder in das Stadtbild zurückgeholt. Als Stadtkaserne waren die Bauten des heutigen Justizzentrums zwischen 1866 und 1873 errichtet worden. Nach dem 2. Weltkrieg waren hier bis zur deutschen Wiedervereinigung sowjetische Streitkräfte untergebracht. Durch diese Nutzungsart und die entsprechende Gestaltung der Gebäude stellten sich die Bauten eher als ein Stiefkind im Stadtbild dar.

Staatspreis 2002 - Bild 04-05

Um dieses Stiefkind wieder in den Kreis der Gebäudefamilie in der Stadt Meiningen aufzunehmen, sollte hier ein öffentliches Verwaltungsgebäude entstehen, dessen Gestaltung sich in das Stadtgefüge einpasst. Diese Vorgabe durch den Freistaat Thüringen wurde von den Architekten Belz, Kucher und Partner optimal ausgeführt.

In der Umsetzung der Baumaßnahme wurde der Gedanke des modernen, bürgernahen Justizzentrums überzeugend mit dem Anliegen der Stadtreparatur verknüpft. Dies ist ein Gewinn für die Stadt Meiningen und ein Zugewinn für den Freistaat Thüringen.

Um den wuchtigen Eindruck des Kasernenbaus abzumildern wurde dem ursprünglichen Backsteinbau ein moderner Neubau vorgelagert. Dessen zentrale Eingangshalle bildet den öffentlichen Zugang zum Justizzentrum. Die bauliche Konzeption der Neubaubereiche ist im Kontrast zu dem roten Backsteinbau des alten Bauteils durch helle Elemente aus Beton, Glas, Metall und Holz geprägt. Dadurch ist dieser Bereich leicht erkennbar und die hellen Baumaterialien signalisieren Offenheit und Bürgernähe.

Diese Wandlung der Bauten von der Kaserne zum Behördenzentrum spiegelt einerseits die Entwicklung der öffentlichen Infrastruktur in Thüringen wider und zeugt andererseits auch von historischen Einschnitten in der Entwicklung unseres Landes.

Neben der Landeszentralbank und der Polizeiinspektion sind unter dem Dach des Justizzentrums Meiningen das Land-, das Amt-, das Verwaltungs- und das Sozialgericht, die Staatsanwaltschaft und die Bewährungshilfe untergebracht. Auch Soziale Dienste haben hier ihren Sitz.

Weiterführende Informationen

Thüringer Staatspreis für Architektur und Städtebeau 2002
Broschüre "Thüringer Staatspreis 2002 für Architektur und Städtebau"

Preisträger
Justizzentrum Meiningen

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