Höhenfestpunkte

Die Gesamtheit der Höhenfestpunkte (HFP) bildet das Höhenfestpunktfeld (HFP-Feld) und realisiert das amtliche Höhenbezugssystem. Amtliches Höhenbezugssystem in Thüringen ist das System »Deutsches Haupthöhennetz 2016« (DHHN2016). Die Höhen sind Normalhöhen, bezogen auf den Nullpunkt des Pegels Amsterdam (NAP). Die Höhenangaben erfolgen in Meter über Normalhöhennull (m über NHN).

Höhenfestpunkte werden nach ihrer Bestimmungsmethode auch als Nivellementpunkte (NivP) bezeichnet. HFP sind hierarchisch in die 1. -3. Ordnung unterteilt. Die HFP werden in Form von Nivellementlinien und -schleifen entlang befestigter Straßen angelegt. Die Linienführung des HFP-Feldes 1. und 2. Ordnung entspricht im Wesentlichen der Konfiguration des Staatlichen Nivellementnetzes der DDR (SNN), in welches wiederum historische Höhennetze (z. B. Deutsches Haupthöhennetz 1912 (DHHN12), Deutsches Haupthöhennetz 1992 (DHHN92)) einbezogen worden sind.

Für HFP können Höhenangaben in folgenden Systemen bereitgestellt werden:
 
Höhenstatus 150
Normalhöhen im System des SNN76 (HN76)
CRS: DE_SNN76_NH
 
Höhenstatus 160
Normalhöhen im System des DHHN92 (NHN92)
CRS: DE_DHHN92_NH
 
Höhenstatus 170 (Amtlicher Raumbezug)
Normalhöhen im System des DHHN2016
CRS: DE_DHHN2016_NH
 
Aufgrund großräumiger tektonischer oder anthropogener Höhenveränderungen der Erdoberfläche müssen in gewissen Zeitabständen Wiederholungsmessungen durchgeführt werden.So wurde in den Jahren 2006 bis Ende 2012 das HFP-Netz 1. Ordnung im Rahmen einen deutschlandweiten Vorhabens der Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder der Bundesrepublik Deutschland (AdV) erneuert und messtechnisch neu beobachtet. Die durchgeführten Arbeiten stellen einen wesentlichen Bestandteil für die Realisierung eines einheitlichen, integrierten geodätischen Raumbezuges in Deutschland dar.
 
Vermarkung
 
Die Vermarkung von Höhenfestpunkten erfolgt durch Höhenbolzen verschiedener Ausführungen. An Gebäuden oder anderen baulichen Anlagen (z. B. Brückenbauwerken) werden Mauerbolzen angebracht. Im HFP-Feld 3. Ordnung ist auch die Vermarkung durch Stehbolzen in horizontalen Vermarkungsträgern möglich. Sind keine geeigneten Vermarkungsträger vorhanden, erfolgt die Vermarkung durch im Erdreich einbetonierte Granitpfeiler (Nivellementspfeiler) mit seitlich oder auf der Kopffläche angebrachtem Höhenbolzen. Diese Vermarkungsart wird als Pfeilerbolzen bezeichnet. Eine Sonderform von Höhenfestpunkten ist die Höhenmarke. Diese Vermarkungsart wurde beim Aufbau des DHHN12 verwendet und ist beispielsweise noch heute an Kirchen oder Bahnhofsgebäuden zu finden.
 

Beispiele für die Vermarkung von Höhenfestpunkten

Mauerbolzen Rot

Mauerbolzen


Pfeilerbolzen

Pfeilerbolzen


Höhenmarke

Höhenmarke



Einmessungsskizze eines Höhenfestpunktes (HFP) (282.2 kB)
PDF-Dokument ist nicht barrierefrei.


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Der Einzelnachweis für einen Höhenfestpunkt mittels Online-Zugriff aus AFIS ist kostenfrei, andernfalls fällt ein Entgelt nach der gültigen Kostenordnung an.

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