Unser Dorf hat Zukunft

Halbzeitbilanz im Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft"

Der bewährte und vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft initiierte dreistufige Dorfwettbewerb auf Regional-, Landes- und Bundesebene geht in diesem Jahr in eine neue Runde.

In Thüringen wird dieser Wettbewerb erstmalig von der Akademie Ländlicher Raum (ALR) Thüringen durchgeführt und auf regionaler Ebene durch die Ämter für Landentwicklung und Flurneuordnung betreut. Aus den Gewinnern der Regionalwettbewerbe wird im Jahr 2015 dann der Thüringer Landessieger gekürt. Dieser darf dann im Jahr 2016 den Freistaat Thüringen beim Bundesentscheid vertreten.

Die Bewertungskommission staunt über den als Dorfmittelpunkt neu gestalteten Kirchplatz in Bollstedt (Unstrut-Hainich-Kreis)
Die Bewertungskommission staunt über den als Dorfmittelpunkt neu gestalteten Kirchplatz in Bollstedt (Unstrut-Hainich-Kreis)

 

Mit dem Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" sollen die Menschen in den Dörfern mobilisiert werden. Leitgedanke des Wettbewerbs ist, wie sich der Einzelpersonen, aber auch die Gemeinschaft und die Kommune dafür einsetzen, ein Dorf zukunftsfähig und mit hoher Lebensqualität zu gestalten. Kriterien sind dabei demografische Entwicklung, Bürgerengagement und -beteiligung, Siedlungsentwicklung, Leerstandmanagement, öffentliche und private Daseinsvorsorge, Erhaltung und Gestaltung historischer Bausubstanz, Einbindung von Neubaugebieten, Ausgestaltung des Vereinslebens, Erhalt und Schaffung von Arbeitsplätzen sowie die Einführung regenerativer Energien. Im Ergebnis geht es um die Stärkung der dörflichen Identität und des Zusammenlebens sowie die nachhaltige Gestaltung des eigenen Lebensraumes.

Für den Amtsbezirk Gotha liegen insgesamt 22 Bewerbungen vor:

  • Rüdigershagen, Eichstruth, Kaltohmfeld, Heuthen, Martinfeld, Wahlhausen, Küllstedt und Günterode im Landkreis Eichsfeld
  • Kehmstedt und Obergebra im Landkreis Nordhausen
  • Mellingen, Neckeroda und Rittersdorf im Landkreis Weimarer Land
  • Frankenhain im Ilmkreis
  • Bachra im Landkreis Sömmerda
  • Crawinkel im Landkreis Gotha
  • Bollstedt, Seebach und Herbsleben im Landkreis Unstrut-Hainich
  • Molsdorf, Waltersleben und Alach in der Kreisfreien Stadt Erfurt

Organisatorisch liegt die Verantwortlichkeit des Wettbewerbs im ALF Gotha bei Herrn Hans- Gerhard Schneider, dem Leiter der Landentwicklungsgruppe in Worbis. Für eine objektive Beurteilung der Bewerber sowie für die Ermittlung der Regionalsieger wurde Anfang Juni eine Bewertungskommission gebildet. Hier arbeiten unter Federführung des Amtes fünf Kommissionsmitglieder mit, wobei jeder für sich eine hervorragende Fachkompetenz aufweisen kann. Der Bogen spannt sich dabei von ehemaligen Bürgermeistern über Regionalplaner aus den Landratsämtern bis hin zum privatwirtschaftlichen Ingenieurbüro.

Ohne viel Zeit zu verlieren hat die Kommission ihre Arbeit aufgenommen. Nach der Auswertung der eingereichten Antragsunterlagen der einzelnen Dörfer und der Abstimmung des Bereisungsplanes mit allen Beteiligten wurden die ersten Ortstermine durchgeführt. Hinsichtlich der Gleichbehandlung ist dabei für alle Gemeinden ein Zeitrahmen von 2 Stunden vorgegeben. Bisher wurden insgesamt 13 Dörfer bereist. Wenn alles planmäßig läuft, sind Ende August die Bereisungen abgeschlossen.

Das Foto zeigt die Bewertungskommission am 14. Juli 2014 beim Rundgang in Kehmstedt im Gespräch mit den „Sahara-Kindern“, einem besonders anerkennenswerten sozialen Projekt des gemeinnützigen Vereins „Selma“.

 

 

Das Foto zeigt die Bewertungskommission am 14. Juli 2014 beim Rundgang in Kehmstedt im Gespräch mit den „Sahara-Kindern“, einem besonders anerkennenswerten sozialen Projekt des gemeinnützigen Vereins „Selma“.


Die Zwischenbilanz fällt überaus positiv aus. Mit viel Herzblut und  Engagement und in unterschiedlichster Art und Weise haben die Akteure vor Ort es verstanden, die Jury von der Zukunftsfähigkeit ihrer Dörfer zu überzeugen. Häufig waren neben dem Bürgermeister weitere „Macher“ vertreten, um ihre Projekte selbst zu präsentieren.

Beachtlich war die Vielzahl der unterschiedlichen Ansätze, mit denen in den Orten soziale, kulturelle und wirtschaftlichen Entwicklungen angestoßen wurden. Eine besondere Herausforderung stellt dabei in den meisten Dörfern der Umgang mit den Auswirkungen des demografischen Wandels dar. Die Mehrzahl der Dörfer konnte ihre Stärken, aber auch ihre Schwächen samt zugehöriger Lösungsansätze gut beschreiben.

Die Bewertungskommission beim Rundgang im Mühlenhof beim Müller Herrn Ehrenberg in Obergebra.

 

 

Die Bewertungskommission beim Rundgang im Mühlenhof beim Müller Herrn Ehrenberg in Obergebra.

 

Die Teilnehmer haben verstanden, dass es bei der Zukunftsfähigkeit eines Dorfes nicht nur darauf ankommt, die Fassaden herauszuputzen und den Dorfplatz schön zu gestaltet. Mindestens genauso wichtig ist es, den inneren Zusammenhalt zu fördern und gewachsene soziale Strukturen im Dorf zu erhalten. Dabei spielen ein reges, vielfältiges Vereinslebens sowie die Abkehr von dem sogenannten „ Kirchturmdenken“ eine wesentliche Rolle.

Die Mitglieder der Jury sind sich schon jetzt darüber einig, dass der Wettbewerb den ländlichen Raum nicht nur ein gutes Stück voran bringt: die bisher bereisten Ortschaften mit all ihren Projekten machen auch regelrecht „Lust auf Dorf“.

Unter den Telefonnummern 036074/621-230 und 036074/621-243 gibt die Landentwicklungsgruppe Worbis gerne Auskunft zum aktuellen Stand des Wettbewerbs.

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