Körnerleguminosen

Bei einer durchschnittlichen Anbaufläche von großkörnigen Leguminosen in Thüringen von 14.600 ha in den letzten Jahren (Mittel 2014-2019) schwankten diese zwischen 8.400 ha im Jahre 2014 und 19.700 ha im darauffolgenden Jahr. Dies ist unter anderem darin begründet, dass ab dem Erntejahr 2015 diese Arten mit 0,7 ha je ha Anbaufläche in die Förderung von Klima- und Umweltschutz förderlichen Landbewirtschaftungsmethoden (kurz Greening genannt) angerechnet wurden. Im Jahre 2017 erfolgte eine Änderung der „Greeningverpflichtungen“ zu stickstoffbindenden Pflanzen, die den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf solchen Flächen verbot. Dies führte unter Anderem dazu, dass der Anbauumfang von großkörnigen Leguminosen wieder deutlich zurück ging auf 11.600 ha im Jahre 2019. Auch ihre Erträge sind unter Anderem in Abhängigkeit von der Wasserversorgung größeren Schwankungen unterworfen.

Ackerbohne

Ackerbohne (Vicia faba L.)

Ackerbohnen stehen in Thüringen auf ca. 3.400 ha (Mittelwert der Jahre 2014-2019). Dies entspricht einem Anteil von knapp 24 % der Gesamtanbaufläche von dieser Artengruppe in Thüringen. Die Fläche schwankte aber in diesem Zeitraum auch stark zwischen 2.300 ha (2014) und 5.100 ha (2015). Die Erträge lagen im oben genannten Zeitraum bei ca. 30,0 dt/ha bei Jahresmittelwerten von 39,1 dt/ha (2017) bis 21,3 dt/ha im darauffolgenden Trockenjahr 2018.
Ackerbohnen gedeihen auf mittleren bis schweren Böden und stellen hohe Ansprüche an eine kontinuierliche Wasserversorgung. Der Einsatz von Ackerbohnen erfolgt vorrangig in der Wiederkäuerfütterung. Begrenzend auf den Einsatz in der Fütterung von Geflügel oder Schweinen wirkt der Tanningehalt. Die derzeit verfügbaren tanninarmen Sorten sind tanninhaltigen Züchtungen im Kornertrag unterlegen.
Ackerbohnen haben als Körnerleguminosen einen hohen Vorfruchtwert. Sie hinterlassen mit den Ernterückständen einen Teil des während der Vegetation aus der Luft gebundenen Stickstoffs, unterbrechen Infektionszyklen bodenbürtiger Krankheitserreger in engen Getreidefruchtfolgen und fördern die Bodengare und Krümelstruktur.

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Körnerfuttererbse

Körnerfuttererbse (Pisum sativum L.)

Mit ca. 10.300 ha (2014-2019) nehmen die Körnerfuttererbsen in Thüringen knapp 71 % der Körnerleguminosenfläche ein, ebenfalls mit Schwankungen in den beiden Extremjahren von 5.600 ha (2014) und 13.700 ha (2015). Im Jahr 2019 betrug die Anbaufläche in Thüringen 11.600 ha. Die Erträge lagen zwischen 2014-2019 bei ca. 36,9 dt/ha, schwankten aber auch erheblich von 41,1 dt/ha im Jahre 2014 und 30,8 dt/ha 2019.
Erbsen stellen geringe Anforderungen an den Standort, wichtig sind jedoch Unkraut- und Steinfreiheit der Böden. Erbsen sind, wie alle Körnerleguminosen, zur Auflockerung enger Getreidefruchtfolgen und damit zur Unterbrechung von Infektionszyklen bodenbürtiger Krankheitserreger geeignet. Auch sie hinterlassen mit den Ernterückständen einen Teil des während der Vegetation aus der Luft gebundenen Stickstoffs für die Nachfrucht. Erbsen fördern die Bodengare, die Krümelstruktur und den Aufbau stabiler Humusformen.

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Lupinen

Lupine (Lupinus spec.)

Die derzeit in Thüringen auf knapp 600 ha (2014-2019) angebauten Lupinen, deren Anbauumfang aber 2018 und 2019 auf ca. 300 ha zurückgegangen ist, gehören überwiegend zur Gattung der Blauen Süßlupine (Lupinus angustifolius L.). Sie nehmen damit 4 % der Körnerleguminosenfläche ein. Die Erträge der Blauen Süßlupinen schwanken jahresabhängig stark. Im Mittel der Jahre 2014-2019 lagen sie bei ca. 20,3 dt/ha, bei Jahresdurchschnittserträgen von 22,5 dt/ha (2017) bis lediglich 13,5 dt/ha im darauffolgenden niederschlagsarmen Jahr 2018. Lupinen bevorzugen leichte Standorte mit pH- Werten im schwach sauren Bereich. Sie besitzen ebenfalls eine sehr gute Vorfruchtwirkung, da sie einen Teil des aus der Luft gebundenen Stickstoffs hinterlassen, die Bodenstruktur verbessern und mit Hilfe der Proteoidwurzeln gebundenes Phosphat aufschließen, das der Nachfrucht zur Verfügung steht. Künftig könnten auch Weiße Lupinen (Lupinus albus L.) eine Anbaualternative für die Eiweißpflanzenproduktion sein. Sie kommen auch für bessere Standorte in Frage und tolerieren höhere pH-Werte.
Zu empfehlen ist der Anbau in Betrieben mit eigener Futterherstellung, da sich Lupinen besonders für die Milchviehfütterung eignen.
Darüber hinaus sind Lupinen für die Humanernährung interessant.

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Sojabohne

Sojabohne (Glycine max L.)

Die Wärme liebende Sojabohne wird in Deutschland vorrangig in den süddeutschen Bundesländern Bayern und Baden Württemberg angebaut. Mittlerweile gibt es aber Sorten, die sich auch für den Anbau in nördlicheren Regionen eignen. Die Kulturart gedeiht auf leicht erwärmbaren Böden mit kontinuierlich hoher Wasserversorgung. Stein- und Unkrautfreiheit sind eine wichtige Voraussetzung.
Die Sojabohne hat von allen Körnerleguminosen den höchsten Eiweißgehalt (ca. 40 % in der Trockensubstanz) und auch die höchste Eiweißwertigkeit. Deshalb ist sie ein wichtiger Bestandteil in der Tierfütterung. Bisher wird Soja u. a. aus Nord- und Südamerika importiert. Der Wunsch der Verbraucher nach Regionalität und Freiheit von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) sowie das Bestreben der Landwirtschaftsbetriebe nach Unabhängigkeit vom Weltmarkt führten dazu, dass auch in Thüringen, seit 2009 aber bisher in sehr geringen Umfang, Sojabohnen angebaut werden.
Erst ab dem Jahr 2016 wird der Anbau von Sojabohnen in der Flächenstatistik berücksichtigt. Die Anbaufläche belief sich im Mittel der Jahre 2016 – 2019 relativ konstant auf 270 ha. In diesem Zeitraum wurde ein durchschnittlicher Ertrag von ca. 18,2 dt/ha erfasst. Auf geeigneten Standorten und mit einer empfohlenen Sorte kann ein Ertragsniveau von ca. 25 dt/ha erreicht werden.

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Kontakt:

Dr. Uwe Jentsch, Ref.31, Pflanzenbau und Ökologischer Landbau
Tel: 0361 55068 117
Email: uwe.jentsch{at}tlllr.thueringen{punkt}de

[Stand: 07.05.2020]

 

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