Marktfruchtanbau

I Pflanzenbau2

Marktfrüchte sind landwirtschaftliche Ernteerzeugnisse, die ohne Veredelung im Betrieb dem Markt zugeführt werden, wie z. B. Brotgetreide. Diese werden im sogenannten Marktfruchtanbau meistens zur Erzeugung von Nahrungsmitteln von landwirtschaftlichen oder gartenbaulichen Betrieben angebaut. Sie gelangen innerhalb eines Marktes als Lebensmittel in den Handel. Von einem Marktfruchtbetrieb wird gesprochen, wenn in ihm mehr als 50 % des Betriebseinkommens durch den Verkauf von Marktfrüchten erzielt werden. Der Gegenbegriff sind Futterpflanzen, die im sogenannten Futterbau angebaut werden.

Zu den wichtigsten Aufgaben des TLLLR im Marktfruchtanbau gehören die jährliche Zusammenstellung von regionalen Sortenempfehlungen (Landessortenversuche) und die Erarbeitung von Betriebswirtschaftlichen Richtwerten (BWR) von Marktfrüchten. Im Rahmen der Landessortenversuche erfolgt darüber hinaus die Ableitung zu aktuellen Themenschwerpunkten, wie z.B. Vergleich der Ertragsfähigkeit von Kulturarten, Anpassung des Pflanzenbaus an die sich verändernden klimatischen Bedingungen, die Erschließung neuer Verwendungsrichtungen der Marktfrüchte, den Einfluss der Sortenwahl auf die Einhaltung der Vorgaben aus der Düngeverordnung, die Stickstoffeffizienz und Proteinsicherheit von Getreidesorten oder die Reduzierung des Pflanzenschutzmittelaufwandes.

 

 

 

Getreideernte

Getreide

Im Mittel der letzten Jahre (2014- 2019) wurden in Deutschland knapp 46 Mio. Tonnen Getreide auf einer Fläche von 6,37 Mio. ha erzeugt. Der Durchschnittsertrag lag bei 71,9 dt/ha.
In Thüringen waren es in diesem Zeitraum ca. 2,61 Mio. Tonnen Getreide auf einer Anbaufläche von ca. 355.700 ha. Der Durchschnittsertrag betrug etwa 72,4 dt/ha. Den höchsten Anbauanteil nahmen mit rund 87 % die Wintergetreidearten ein. Weizen als wichtigste Kulturart in Thüringen wurde auf knapp 64 % der Getreidefläche angebaut. Der Anteil von Roggen als weitere Brotgetreideart betrug etwas mehr als. 2 %. Gerste als wichtige Vorfrucht für Raps stand auf rund 28 %, wobei 8 % auf Sommergerste entfielen. Triticale mit 3,5 % sowie Hafer, Hartweizen und Körnermais folgten mit je 1 bis 2 %. Verwendungsbereiche für Getreide sind Nahrungs- und Futtermittel, Energie sowie Saatgut.

 

Rapsfeld

Ölpflanzen

Die zweite bedeutende Kulturartengruppe im Marktfruchtanbau sind die Ölfrüchte, die in Deutschland im Mittel der letzten Jahre (2014-2019) einen Anbauumfang von ca. 1,25 Mio. ha einnahmen, die aber 2019 einen deutlichen Flächenrückgang auf unter 980.000 ha zu verzeichnen hatten. Dominierende Ölfrucht in Deutschland ist der Winterraps mit einem Anbau im Durchschnitt der letzten sechs Jahre von rund 1,23 Mio. ha bei einem Ertragsmittel über diesen Zeitraum von 35,7 dt/ha. Weitere Ölfrüchte nehmen nur einen sehr eingeschränkten, teilweise sehr regional begrenzten Anbauumfang in Deutschland ein. Darunter steht die Sonnenblume mit einer Durchschnittsanbaufläche von etwas mehr als 18.000 ha, was aber weniger als 2 % der Gesamtanbaufläche der Ölfrüchte entspricht, im Mittel der Jahre (2014-2019) auf dem zweiten Platz. In Thüringen dominiert ebenfalls der Winterraps den Ölfruchtanbau. Nur in sehr geringem Umfang werden Sonnenblumen und Öllein kultiviert.

Lupine

Körnerleguminosen

Der Anbau von Hülsenfrüchten nimmt in Deutschland im Vergleich zu Getreide und Ölfrüchten nur einen vergleichsweise geringen Anbauumfang von  ca. 155.000 ha im Mittel der Jahre 2014 bis 2019 ein. Dabei entfielen im Betrachtungszeitraum auf Futtererbsen 45 %, auf Ackerbohnen 26 %, auf Lupinen 16 % und auf Sojabohnen, die erst seit 2016 statistisch erfasst werden, 13 %. Die Anbaufläche für Hülsenfrüchte in Thüringen zur Körnergewinnung betrug im Mittel der letzten Jahre (2014 – 2019) rund 14.600 ha. Dies entsprach einem Anteil von lediglich 2,4 % an der Ackerfläche. Den größten Anbauumfang in Thüringen nehmen die Futtererbsen gefolgt von der Ackerbohne ein. Lupinen und Sojabohnen spielen nur eine untergeordnete Rolle. Hülsenfrüchte dienen hauptsächlich als Eiweißfutter in der Tierernährung. Allerdings ist ein zunehmendes Interesse an der Verwertung für die Humanernährung zu beobachten.

Kartoffelsorten

Hackfrüchte

Die Anbaufläche in Thüringen für Hackfrüchte lag im Mittel der letzten Jahre (2014-2019) bei etwas über 12.000 ha, das sind knapp 2 % der Ackerfläche. Die wichtigsten Hackfrüchte sind Zuckerrüben mit durchschnittlich 9.300 ha sowie Kartoffeln mit ca. 1.750 ha.

Kamille-Pfefferminze

Sonderkulturen

Der Anbau von Heil-, Duft- und Gewürzpflanzen verfügt in Thüringen über eine lange Tradition, die bis in die heutige Zeit weitergeführt worden ist. Das "Know-how" der Thüringer Betriebe im Anbau, die Unterstützung anerkannter wissenschaftlicher Einrichtungen sowie die klimatischen Bedingungen haben Thüringer Kräuter zu einem Qualitätsbegriff werden lassen. Mit einer Anbaufläche von jährlich 1300 bis 1500 ha zählt man Lein und Senf hinzu, sind es etwa 2500 ha, gehört Thüringen bundesweit zu den Hauptanbauländern. Damit bewirtschaftet der Freistaat ca. 20 bis 25 % der Gesamtfläche in Deutschland mit Heil-, Duft- und Gewürzpflanzen.

Publikationen und detaillierterte Auskunft erhalten Sie auf Seiten zu Nachwachsenden Rohstoffen.

 

Das Hopfenanbaugebiet Elbe-Saale erstreckt sich über die Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen und gehört mit ca. 1200 ha zu den weltweit 10 größten Anbaugebieten. Es geht zurück auf die ersten in der DDR staatlich geförderten Hopfengärten in Thüringen im Jahr 1950.
Heute bewirtschaften in Thüringen zehn Betriebe ca. 350 ha Hopfenfläche. Aufgrund stark schwankender Preise ging die Anbaufläche in den letzten 5 Jahren um 10 % zurück. Es werden vorrangig Bitter-, aber auch Aromasorten mit einem durchschnittlichen Ertrag von 20 dt/ha angebaut.

Abschlussberichte und weitere Publikationen

 

 

Leitlinien des TLLLR
Empfehlungen zum effizienten und umweltverträglichen Anbau

Landessortenversuche

Sortenratgeber

Aktueller Pflanzenbaurat


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Kontakt:

N. N.
Referat Pflanzenbau und Ökologischer Landbau

Stand: 07.05.2020

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