Getreide

Getreideernte

Im Mittel der letzten Jahre (2014- 2019) wurden in Deutschland knapp 46 Mio. Tonnen Getreide auf einer Fläche von 6,37 Mio. ha erzeugt. Der Durchschnittsertrag lag bei 71,9 dt/ha.
In Thüringen waren es in diesem Zeitraum ca. 2,61 Mio. Tonnen Getreide auf einer Anbaufläche von ca. 355.700 ha. Der Durchschnittsertrag betrug etwa 72,4 dt/ha. Den höchsten Anbauanteil nahmen mit rund 87 % die Wintergetreidearten ein. Weizen als wichtigste Kulturart in Thüringen wurde auf knapp 64 % der Getreidefläche angebaut. Der Anteil von Roggen als weitere Brotgetreideart betrug etwas mehr als. 2 %. Gerste als wichtige Vorfrucht für Raps stand auf rund 28 %, wobei 8 % auf Sommergerste entfielen. Triticale mit 3,5 % sowie Hafer, Hartweizen und Körnermais folgten mit je 1 bis 2 %. Verwendungsbereiche für Getreide sind Nahrungs- und Futtermittel, Energie sowie Saatgut.

Zu den wichtigsten Aufgaben des TLLLR im Marktfruchtanbau gehören die jährliche Zusammenstellung von regionalen Sortenempfehlungen (Landessortenversuche) und die Erarbeitung von Betriebswirtschaftlichen Richtwerten (BWR) von Marktfrüchten. Im Rahmen der Landessortenversuche erfolgt darüber hinaus die Ableitung zu aktuellen Themenschwerpunkten, wie z.B. Vergleich der Ertragsfähigkeit von Kulturarten, Anpassung des Pflanzenbaus an die sich verändernden klimatischen Bedingungen, die Erschließung neuer Verwendungsrichtungen der Marktfrüchte, den Einfluss der Sortenwahl auf die Einhaltung der Vorgaben aus der Düngeverordnung, die Stickstoffeffizienz und Proteinsicherheit von Getreidesorten oder die Reduzierung des Pflanzenschutzmittelaufwandes.

Winterweizen

Winterweichweizen  (Triticum aestivum L.)

Winterweizen ist mit einer Anbaufläche von ca. 219.700 ha innerhalb des Getreidebaus im Mittel von 2014-2019 die wichtigste Getreideart in Thüringen. Dies entsprach einem Anteil von etwa 61 % der Getreidefläche. Ursachen dafür sind das hohe und stabile Ertragspotenzial, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit sowie die sehr vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten in den Bereichen Back-, Futter-, Brau- und Stärkeweizen. Die mittleren Erträge lagen im genannten Zeitraum bei ca. 75,4 dt/ha.
Im Bundesvergleich gilt Thüringen aufgrund des sehr hohen Anbauanteils von Elite(E)- und Qualitäts(A)weizen als Qualitätsweizenland.

Aktuelle Veröffentlichungen: 

Anbauanteile Winterweizen Th und D
Anbauanteile von Winterweizen nach Qualitätsgruppen in Thüringen und Deutschland
Sommerweichweizen

Sommerweichweizen  (Triticum aestivum L.)

Sommerweizen spielt im Getreideanbau in Thüringen mit einem Anbauumfang von rund 4.700 ha im Mittel der Jahre 2014-2019 nur eine untergeordnete Rolle. Das waren ca. 1,3 % der Getreidefläche. Die mittleren Erträge in diesem Zeitraum lagen bei 50,7 dt/ha.
Der Anbauumfang von Sommerweizen steigt in Jahren mit ungünstigen Bedingungen zur Herbstaussaat oder nach Auswinterung von Wintergetreide zwischenzeitlich an. Sommerweizen verfügt über sehr gute Qualitätseigenschaften.

Aktuelle Veröffentlichungen: 

Durum

Hartweizen, Durumweizen   (Triticum durum DESF.)

Hartweizen bzw. Durum ist eine relativ neue Getreideart in Deutschland. Aktuell zählt Thüringen mit einer Anbaufläche von knapp 5.000 ha (2014-2019) und etwas über 1 % an der Getreidefläche gemeinsam mit Sachsen-Anhalt und Bayern zu den Hauptanbauregionen Deutschlands. Der Durumanbau wird als Nische für geeignete Regionen betrachtet. Durum besitzt relativ hohe Ansprüche an Boden und Klima, um die geforderten Qualitäten (Glasigkeit, Farbwert usw.) zu erreichen. Er wird zu Gries verarbeitet, der dann als hochwertiger Rohstoff zur Herstellung von Griesfertigprodukten sowie speziellen Teigwaren, vor allem Nudeln, eingesetzt wird. Der Bedarf der Mühlen an Durumweizen in Deutschland stieg in den letzten Jahren deutlich an und beträgt jährlich ca. 410.000 t. Bei einer Erntemenge von knapp 150.000 t, die im Durchschnitt der letzten 4 Jahre produziert wurde, besteht dennoch ein hoher Importbedarf. Für einen erfolgreichen Anbau ist ein spezielles Anbaumanagement unabdingbar, Vertragsanbau ist zu empfehlen.
Bis vor einigen Jahren wurde Durum überwiegend als Sommerform angebaut. Aufgrund der Verbesserung von Winterfestigkeit und Qualitätseigenschaften bei aktuellen Sorten hat sich der Anbau der ertragsstärkeren Winterform etabliert und sich zuletzt sogar deutlich auf über 50 % ausgedehnt. Das Ertragsniveau von Winterdurum liegt derzeit etwa 15-20 % über dem der Sommerform. In Thüringen lagen die Erträge in den letzten Jahren (2014-2019) im Durumanbau (Winter- und Sommerform) bei etwa 55,8 dt/ha.

Aktuelle Veröffentlichungen: 

Wintergerste

Wintergerste    (Hordeum vulgare L.)

Wintergerste nimmt im Mittel der Jahre 2014-2019 mit einer Fläche von ca. 71.800 ha in Thüringen nach Winterweizen den zweiten Platz im Anbauumfang bei Getreide ein. Ihr Anteil an der Getreidefläche lag bei ca. 20 %.  Aufgrund ihrer frühen Abreife ist sie die prädestinierte Winterrapsvorfrucht. Wintergerste wird hauptsächlich als Futtergerste verwendet. Der Anbau von Winterbraugerste gewann zuletzt etwas an Bedeutung.  In Betrieben mit hoher Druschfruchtanbaukonzentration hat Wintergerste durch die frühere Aussaat und Ernte arbeitswirtschaftliche Vorteile hinsichtlich der Entzerrung von Arbeitsspitzen.

Die mittleren Kornerträge 2014-2019 lagen bei ca. 75,5 dt/ha. Jährlich werden durchschnittlich rund 540.000 Tonnen Wintergerste in Thüringen geerntet.

Aktuelle Veröffentlichungen: 

Sommerbraugerste

Sommergerste     (Hordeum vulgare L.)

Sommergerste wird in Thüringen fast ausschließlich als Braugerste angebaut und dient in erster Linie als Rohstoff für die Malz- und Brauindustrie. Der Anbauumfang lag im Mittel der Jahre 2014-2019 bei ca. 29.000 ha. Vor allem aus marktpolitischen Gründen schwankt ihr Anbauumfang zwischen den Jahren stärker. Aufgrund der Einhaltung der geforderten Brauqualitätsparameter ist der Stickstoffeinsatz begrenzt. Dies sowie die kürzere Vegetationszeit sind Gründe, weshalb die Sommergerste den Wintergetreidearten ertraglich unterlegen ist. Die Erträge liegen etwa 20-25 % unter denen der Wintergerste und betrugen etwa 58,0 dt/ha im oben genannten Zeitraum.

Gute Braugerstenqualitäten lassen sich mit relativ geringem Einsatz an Stickstoff, Fungiziden und Halmstabilisatoren (sofern notwendig) erzielen, wobei ein geringer Rohproteingehalt und ein hoher Vollgersteanteil wichtige Qualitäts- und Vermarktungskriterien sind. Braugerste ist eine der umweltfreundlichsten Getreidearten und kann bei entsprechendem Ertrag und Qualität einen durchaus ansprechenden Deckungsbeitrag erbringen. Aber Angebot und Nachfrage am Markt wirken bei keiner anderen Getreideart so stark wie bei Braugerste.

Aktuelle Veröffentlichungen: 

Winterroggen

Winterroggen    (Secale sereale L.)

Winterroggen wird in Thüringen auf einer Fläche von etwa 8.700 ha (2014-2019) angebaut, was ca. 2,5 % der Gesamtgetreidefläche entsprach. In Abhängigkeit der Roggenpreise unterlag die Anbaufläche in den letzten Jahren stärkeren Schwankungen. Er wird neben der Verwendung als Brotgetreide hauptsächlich als Futtermittel eingesetzt. Roggen kann auch als Nachwachsender Rohstoff in Betracht kommen, z. B. zur Bioethanolgewinnung (Körnerroggen) und Biogaserzeugung (Grünschnittroggen, Ganzpflanzensilage). Die Kornerträge lagen 2014-2019 durchschnittlich bei 65,8 dt/ha.

Aktuelle Veröffentlichungen: 

 8 Wintertriticale

Triticale   (Triticosecale Wittm.)

Triticale ist ein ertragsstarker Weizen- Roggen- Bastard. In Thüringen wird nahezu ausschließlich die Winterform angebaut. Die größte Anbauverbreitung hat Triticale auf Weizengrenzstandorten mit geringerer Bodengüte (vorrangig Verwitterungsstandorte). Triticale dient vor allem der Futtererzeugung (Korn, Ganzpflanze), kann aber auch zur Bioethanol- und Biogasgewinnung genutzt werden. Die Anbaufläche von Triticale pegelte sich in den Jahren 2014-2019 auf 12.600 ha ein, was einem Anteil von 3,5 % an der Getreidefläche entsprach. In diesem Zeitraum lagen die mittleren Kornerträge bei 63,5 dt/ha.

Aktuelle Veröffentlichungen: 

Hafer

Hafer  (Avena sativa L.)

Bei Hafer wird in Thüringen fast ausschließlich die Sommerform genutzt. Der Anbauumfang ist mit ca. 4.100 ha (2014-2019), trotz seiner hervorragenden Vorfruchtwirkung gering (1 % der Getreidefläche Thüringens). Die mittleren Erträge lagen bei Hafer im genannten Zeitraum bei ca. 39,4 dt/ha. An dieser Stelle ist jedoch anzumerken, dass in Thüringen im Vergleich zu anderen Getreidearten ein überproportional hoher Anteil des Hafers im Ökolandbau angebaut wird. Hafer kommt vorrangig als Futtermittel zur Aufzucht von Jungtieren und Pferden zum Einsatz. Aufgrund seines hohen ernährungsphysiologischen Wertes gewinnt er zunehmend als Schälhafer für die Humanernährung an Bedeutung und wird derzeit deshalb von Verarbeitern stark nachgefragt.

Aktuelle Veröffentlichungen: 


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Kontakt:
Herr Christian Guddat, Ref. 31, Pflanzenbau und Ökologischer Landbau
Tel.: 0361 57404-7114
E-Mail: christian.guddat{at}tlllr.thueringen{punkt}de

 

[Stand: 07.05.2020]

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