Grünland

Das Dauergrünland in Thüringen nimmt einen Anteil von etwa 20 % an der landwirtschaftlich genutzten Fläche ein. Es befindet sich vor allem auf Standorten, auf denen die Grünlandnutzung aus wirtschaftlicher und ökologischer Sicht die zweckmäßigste Form der Landnutzung darstellt. In Abhängigkeit von Standort und Nutzungsform wird im Wesentlichen produktives und extensives Grünland unterschieden. Etwa 19.000 ha Grünland werden in Thüringen nach den Vorgaben des ökologischen Landbaus bewirtschaftet.


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Grünfutterernter

Produktives Grünland

Hierbei handelt es sich meist um artenarme Wiesen oder Mähweiden auf ertragreichen Standorten, deren Aufwüchse zwei- bis viermal jährlich genutzt werden. Sie stellen, überwiegend in Form von Konservaten, die Futtergrundlage für Milchkühe oder ein Koferment in Biogasanlagen dar. Die Nutzung von produktivem Grünland ist auf eine hohe Ertragsleistung und Futterqualität ausgerichtet.


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Mutterkuhweide (Foto: Tina Baumgärtel)

Extensives Grünland

Der überwiegende Teil des Thüringer Grünlandes wird extensiv genutzt. Extensives Grünland ist bei zwei- bis dreimaliger Nutzung und geringerem Faktoreinsatz ertragsärmer, aber artenreicher als produktives Grünland. Die Nutzung erfolgt meist mit Mutterkühen oder Schafen in Form von Weide und Mähweide.

 

 

Multifunktionalität des Dauergrünlandes erhalten und nutzen (Schriftenreihe anlässlich AGGF-Tagung 2014)

Die extensive Bewirtschaftung von Grünland  wird u. a. mit Hilfe des  Thüringer Programms zur Förderung umweltgerechter Landwirtschaft, Erhaltung der Kulturlandschaft, Naturschutz und Landschaftspflege (KULAP) finanziell unterstützt. Die ergebnisorientierte Maßnahme „Artenreiches Grünland“ zielt auf das Vorkommen  mehrerer Zielarten  aus  dem  Thüringer  Katalog  „Artenreiches Grünland“ ab.

KULAP-Broschüre Maßnahme G1 (05/2014)

Schafweide

Ist die extensive Bewirtschaftung vorrangig auf die Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege ausgerichtet, spricht man von Biotopgrünland. Diese umfasst insbesondere die aus naturschutzfachlicher Sicht besonders wertvollen oder schützenswerten Grünlandflächen mit hoher Artenzahl bzw. dem Vorkommen seltener oder gefährdeter  Arten. Einen hohen Anteil am Biotopgrünland nehmen  beispielsweise Kalkmagerrasen ein, die traditionell  vorwiegend mit Schafen beweidet werden. Die sinkenden Schafbestände gefährden jedoch zunehmend die bedarfsgerechte Pflege und Offenhaltung dieser Flächen. Die naturschutzkonforme Bewirtschaftung von Biotopgrünland durch Mahd und Beweidung wird ebenfalls im KULAP gefördert. Dennoch führt die sinkende Rentabilität der Tierhaltung zu einer Reduzierung der tiergebundenen Grünlandnutzung. In Folge kommt es zu einer zunehmenden Unternutzung bis zuweilen Auflassung von Grünlandflächen.

Landwirte, die Direktzahlungen, Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete und/oder KULAP erhalten wollen, haben eine Mindestbewirtschaftung zur Gewährleistung der Beihilfefähigkeit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche sicherzustellen.

Versuchsbericht zur Erhaltung von Dauergrünland in gutem landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand (GLÖZ)(05/2017)
Kosten der Landschaftspflege – Tagungsband


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Biogasanlage

Energetische Nutzung von Grünland

Die sinkende tiergebundene Nutzung von Grünland führt zur Suche nach Verwertungsalternativen für Grünlandaufwüchse. Während Grassilagen bereits seit längerer Zeit als Koferment in Biogasanlagen eingesetzt werden, gestaltet sich die Verbrennung von Heu vor allem aufgrund der damit verbundenen Emissionen deutlich schwieriger.

 

Verbundprojekt: GNUT – Schwerpunkt Biogasproduktion (12/2015)
Verbundprojekt: GNUT – Schwerpunkt Verbrennung I (01/2009)
Verbundprojekt: GNUT – Schwerpunkt Verbrennung II (01/2010)


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Weitere Informationen zum Grünland

Thüringer Grünlandstrategie (07/2013)
Studie zur Erhaltung, Nutzung und Verwertung des Dauergrünlands in Thüringen bis 2020 (05/2013)
Studie zu Ursachen des Flächenrückgangs beim Thüringer Dauergrünland (05/2013)
Wiesen und Weiden entdecken – Informationsbroschüre für Schüler (09/2016)
Dauergrünlandnutzung am Standort Mordfleck 1991-2015

Informationen zur Beihilfefähigkeit von Flächen, zu Cross Compliance- und Greening-Verpflichtungen sowie zu KULAP und BENA finden Sie unter:  

Flächenbezogene Fördermaßnahmen (Direktzahlungen, KULAP, Ausgleichszulage) - Anträge und Informationen des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft.

Die Rubrik „Sammelantrag für alle flächenbezogenen Maßnahmen“ enthält Anträge und Informationen zur Umwandlung von Dauergrünland sowie zur Anzeige des Pflügens.

Thüringer Grünlandtag


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Kontakt:

Thüringer Landesamt für landwirtschaft und Ländlichen Raum
Referat 31 - Pflanzenbau und Ökologischer Landbau
Naumburger Straße 98; 07743 Jena

Dr. Tina Baumgärtel (Referentin Grünland)

Tel.: (0361) 574041-409
Fax: (0361) 574041-117
Email: tina.baumgaertel{at}tlllr.thueringen{punkt}de

 

(Stand: 15.05.2019)

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