Düngung

Traktor Düngerstreuer

Die Düngung dient der Ernährung landwirtschaftlicher Kulturpflanzen mit allen wichtigen Nährstoffen sowie dem Erhalt und der Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit durch Zufuhr von Kalk und organischer Substanz.
Die Nährelemente Stickstoff, Schwefel, Phosphor, Kalium, Calcium und Magnesium werden den Makronährstoffen sowie Bor, Kupfer, Mangan, Molybdän, Zink und Eisen den Mikronährstoffen zugeordnet. Ein Mangel an diesen essenziellen Nährstoffen führt zu wirtschaftlich nachteiligen Ertrags- und Qualitätsminderungen. Eine Überdüngung kann wirtschaftliche Nachteile und Nährstoffverluste in der Umwelt verursachen und ist zu vermeiden.

Sommergerste 200x200
Schädigung von Sommergerste durch Bodenversauerung

Aufgabe der Pflanzenernährung und Düngung ist das Erkennen eines Düngebedarfs und die bedarfsgerechte, verlustarme Nährstoffzufuhr zum Erreichen des wirtschaftlichen Optimalertrages und der angestrebten Qualität der Ernteprodukte. Grundlage der Düngebedarfsermittlung sind die Untersuchung von Böden und Pflanzen auf den Nährstoffgehalt sowie die Nährstoffbilanzierung.
Der konkrete Düngebedarf ergibt sich aus dem Nährstoffbedarf der Kultur abzüglich der Nährstofflieferung aus dem Boden.

Düngemittel fallen als tierische Ausscheidungen (Gülle, Stallmist), aerob behandelte pflanzliche Bioabfälle (Kompost) oder anaerob vergorene Pflanzen (Gärrest) an und werden dem Boden als Dünger zurückgeführt. Natürlich vorkommende Mineralstoffe wie Kali, Phosphor und Kalk werden nach deren Aufbereitung ebenso in der Landwirtschaft angewendet wie synthetisch hergestellte Düngemittel (Harnstoff). Ergänzt werden organische und mineralische Stoffe durch ein vielfältiges Spektrum an Bodenhilfsstoffen (Gesteinsmehle), Pflanzenhilfsmittel und Kultursubstraten (Blumenerden).


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Fachinformation zur Novellierung der Düngeverordnung
Wichtige Neuregelungen

Verordnung zur Änderung der Düngeverordnung und anderer
Vorschriften vom 28.04.2020 (BGBl. I S. 846)


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Grundlage: Düngeverordnung vom 26. Mai 2017 (BGBl. I S. 1305) zuletzt geändert durch Artikel 1 der Verordnung vom 28. April 2020 (BGBl. I S. 846)

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Beantwortung häufig gestellter Fragen

Für die Düngung im Herbst 2019 gilt folgendes:

Untersuchung organischer Dünger

Im Geltungsbereich der Thüringer Düngeverordnung sind Wirtschaftsdünger sowie Gärrückstände vor dem Aufbringen verpflichtend auf Gesamt-N und -P, verfügbaren N (Ammonium und Nitrat) zu untersuchen, wenn sie innerhalb der Gebietskulisse ausgebracht werden. Von dieser Verpflichtung ist Festmist von Huf- und Klauentieren befreit. Die Probenahme hat aus jeder Lagerstätte des Betriebes jährlich einmal, in der Regel vor Beginn der Hauptausbringungssaison, nach wissenschaftlich anerkannten Messmethoden in einem notifizierten Labor zu erfolgen. Die Analyse darf nicht älter als 12 Monate sein. Bei Aufnahme von Wirtschaftsdüngern und Gärrückständen aus anderen Betrieben sind gesonderte Analysen erforderlich, wenn die Nährstoffgehalte laut Deklaration auf Richtwerten beruhen. Diese Regelungen gelten ab sofort. Außerhalb der „roten“ Gebiete besteht auch weiterhin die Möglichkeit, die Richtwerte des TLLLR zu verwenden.

 

N-Düngebedarfsermittlung im Herbst

Die in der Thüringer Düngeverordnung vorgesehene verpflichtende Nmin-Bodenuntersuchung gilt ausschließlich für die N-Düngebedarfsermittlung im Frühjahr, jedoch nicht für die Herbstdüngung. Die Entnahme von Nmin-Bodenproben nach der Ernte ist nicht erforderlich!

Nach den Vorgaben der Düngeverordnung vom 26.05.2017 ist auf Ackerland die Aufbringung von organischen oder mineralischen Düngemitteln mit wesentlichem Gehalt an Stickstoff (> 1,5 % N in der Trockenmasse) nach der Ernte der Hauptfrucht nur zu Zwischenfrüchten, Winterraps, Feldfutter jeweils mit Aussaat bis zum 15. September und zu Wintergerste nach Getreidevorfrucht bei Aussaat bis zum 1. Oktober zulässig. Die Gaben sind auf max. 30 kg Ammonium-N oder 60 kg Gesamt-N/ha ohne Berücksichtigung des N-Mineraldüngeräquivalentes und Ausbringungsverlusten begrenzt. Für jeden Schlag bzw. Bewirtschaftungseinheit ist vor der Herbst-N-Düngung eine Düngebedarfsermittlung durchzuführen und das Ergebnis 7 Jahre aufzubewahren. Zur Prüfung und Dokumentation der Zulässigkeit der N-Düngung zu Ackerkulturen im Herbst kann das Prüfblatt des TLLLR verwendet werden. Das Prüfblatt sowie weitere Informationen zur Düngung stehen unter: www.thueringen.de/th9/tlllr/landwirtschaft/pflanzenproduktion/duengung/index.aspx zum Download bereit.

 

Einarbeitung organischer Dünger

Wirtschaftsdünger und andere organische Düngemittel mit wesentlichem Gehalt an verfügbarem Stickstoff sind auf unbestelltem Ackerland innerhalb von einer Stunde einzuarbeiten. Ausgenommen sind Festmist von Huf- oder Klauentieren, Kompost sowie organische Düngemittel mit einem Trockenmassegehalt < 2 %. Außerhalb der Kulisse sind die genannten Dünger innerhalb von vier Stunden einzuarbeiten.


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Informationen zur Novelle des Düngerechts – Düngeverordnung Bund

Allgemeine Hinweise/Übersichten

Wichtige Änderungen der Düngeverordnung - Stoffstrombilanzverordnung - Vortrag, Dr. Zorn

Fachinformation: Wichtige Änderungen der Düngeverordnung im Jahr 2017 - Auszug

Düngeverordnung 2017 - Umsetzung in Thüringen - Vortrag H. Hess

Antworten auf häufig gestellte Fragen zur neuen Düngeverordnung

Fachinformation: Umgang mit stickstoffhaltigen Saatgutbeizen und Mikronährstoffblattdüngern im Herbst

Konsequenzen aus dem Trockenjahr 2018 für die Umsetzung der Düngeverordnung (DüV) und aktuelle Hinweise- Vortrag Dr. Zorn


PC Programm BESYD

Düngebedarfsermittlung und Nährstoffbilanzierung nach DÜV 2017 sowie Erstellung Stoffstrombilanz gemäß Stoffstrombilanzierung (StoffBilV 2017)

Kurzinformationen zu Besyd 2019

►BESyD - Hinweise und Download


 

Düngebedarfsermittlung

Die Berechnung von düngebedarfsermittlungen nach Düngeverordnung von2017 kann nach der Vorgabe der nach Landesrecht zuständigen Stelle (Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum, TLLLR) neben dem PC-Programm BESYD auch handschriftlich erfolgen. Dazu können die folgenden Vorgaben und Formulare verwendet werden.

Vorgaben zur handschriftlichen N- und P-Düngebedarfsermittlung (Stand 21.03.2018)

Formblätter zur handschriftlichen N- und P-Düngebedarfsermittlung (Stand 15.03.2018)

Nmin-Richtwerte (langjährig und aktuell)

Fachinformation: Düngebedarfsermittlung sowie N- und P-Düngung auf Ackerland und Grünland im Herbst 2020 (Stand 03.06.2020)

Formblatt: Prüf- und Dokumentationsblatt zur Herbstdüngung auf Ackerland (Stand 03.06.2020)

Fachinformation Präzisierung des P-Düngebedarfs auf Ackerland durch die Bestimmung der P-Freisetzungsrate

PC- Programm „DüV_DüBe“ - Düngebedarfsermittlung Grünland und mehrschnittiges Feldfutter

Das Programm „DüV_DüBe“ (Stand: Version 1.0; 12.02.2020) ermöglicht die N- und P-Düngebedarfsberechnung nach Düngeverordnung (2017) für Grünland und mehrschnittigem Feldfutter. Nmin-Werte werden für diese Berechnung nicht benötigt. Die Ergebnisse können auf dem Windows-Standarddrucker ausgedruckt werden (Dokumentationspflicht nach DüV). Für andere Vorgaben zur Düngebedarfsermittlung kann BESYD genutzt werden.

Eine Installation des Programms „DüV_DüBe“ ist nicht notwendig. Es speichert beim Programmende den Betriebsnamen ab und lädt ihn beim nächsten Programmstart in das Datenfeld.
Andere Daten werden nicht gespeichert.


 

Informationen zur Nährstoffbilanzierung nach Düngeverordnung

Die Erstellung des Nährstoffvergleiches nach Düngeverordnung von 2017 kann nach der Vorgabe der nach Landesrecht zuständigen Stelle (Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum, TLLLR) neben dem PC-Programm BESYD auch handschriftlich erfolgen. Dazu können die folgenden Formulare und Beschreibungen genutzt werden.

Beschreibung handschriftlicher Nährstoffvergleiche (Formulare, Berechnungshilfe, Richtwerte)

Ausfüllbare Formulare:

Handschriftlicher Nährstoffvergleich Elementwerte

Handschriftlicher Nährstoffvergleich Oxidwerte

Ertragskorrekturen aufgrund von außergewöhnlichen Witterungsbedingungen (höhere Gewalt)

Ausgangsdaten und Berechnungen für Zuschläge für N- und P- Abfuhr durch Hagelschaden oder Überschwemmung verursachten nicht zu vertretenden Ernteausfällen

Für die extremen Bedingungen des Jahres 2018 können die großen Ertragsausfälle auf  Grund von Trockenheit als "höhere Gewalt" im Nährstoffvergleich berücksichtigt werden. Weitere Informationen sind der folgenden Fachinformation zu entnehmen.

Berücksichtigung von Ernteausfällen durch Trockenheit im Jahr 2018


Informationen zur Stoffstrombilanzverordnung (StoffBilV)

Entsprechend der Stoffstrombilanzverordnung vom 22.12.2017 (StoffBilV) sind von Landwirtschaftsbetrieben Stoffstrombilanzen zu erstellen.

Fachinformation zur Stoffstrombilanzverordnung

Stoffstrombilanz – Was muss die BGA tun?  (Dr. Wilfried Zorn; 48. Biogas - Fachtagung Thüringen 1 / 2018; 28. Februar 2018; Stadtroda)

Beschreibung handschriftlicher Stoffstrombilanz (Formulare, Berechnungshilfen, Richtwerte)

Ausfüllbare Formulare:

Handschriftliche Stoffstrombilanz Elementwerte

Handschriftliche Stoffstrombilanz Oxidwerte

Die Erstellung einer Stoffstrombilanz kann mit dem PC-Programm BESYD erfolgen.


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Aufgaben der TLLLR zur Umsetzung des Düngerechts

Umsetzung der Düngeverordnung gemäß der Thüringer Verordnung über die Zuständigkeiten auf dem Gebiet der Land-, Ernährungs- und Forstwirtschaft:

  • Richtwerte für die Düngebedarfsermittlung und Düngung (Feldversuche)
  • Bewertung der Nährstoffversorgung Thüringer Böden
  • Kontrolle der Einhaltung der  Düngeverordnung
  • Umsetzung der Verbringensverordnung für Wirtschaftsdünger
  • Durchführung der Düngemittelverkehrskontrolle
  • Verfolgung und Ahndung von Ordnungswidrigkeiten

Gesetzliche Vorschriften für die Düngung sind:

Folgende angrenzende Rechtsbereiche nehmen Bezug zur Düngung:


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Umsetzung der gesetzlichen Vorschriften in Thüringen

Hinweise zur Probenahme von Böden und Pflanzen: Probenahme

Informationen zu Untersuchungsstellen: Labore

Weitere Hinweise und Informationen:

Achtung: Nachfolgende "Düngung in Thüringen nach guter fachlicher Praxis 2007" enthält viele rechtlich nicht mehr gültige Informationen. Fachliche Empfehlungen haben jedoch weiter Bestand

Schriftenreihe der TLL: Düngung in Thüringen nach guter fachlicher Praxis 2007

Merkblatt zur handschriftlichen Berechnung einer betriebsbezogenen Humusbilanz


Begriffsbestimmungen für Düngemittel, Bodenhilfsstoffe, Pflanzenhilfsmittel und Kultursubstrate nach Düngegesetz (DüG)

Düngemittel: Stoffe, die dazu bestimmt sind, den Nutzpflanzen Nährstoffe zuzuführen, um deren Wachstum zu fördern, den Ertrag zu erhöhen oder die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten bzw. zu verbessern. Wirtschaftsdünger sind ebenfalls Düngemittel. Diese fallen als tierische Ausscheidungen (Festmist, Gülle, Jauche) oder im Rahmen der pflanzlichen Erzeugung in der Landwirtschaft an. Die Einstufung als Wirtschaftsdünger bleibt auch als Mischungen tierischer und pflanzlicher Stoffe sowie nach deren aerober oder anaerober Behandlung erhalten.

Bodenhilfsstoffe: Stoffe ohne wesentlichen Nährstoffgehalt sowie Mikroorganismen, die dazu bestimmt sind, die biologischen, chemischen oder physikalischen Eigenschaften des Bodens zu beeinflussen, um die Wachstumsbedingungen für Nutzpflanzen zu verbessern oder die symbiotische Bindung von Stickstoff zu fördern.

Pflanzenhilfsmittel: Stoffe ohne wesentlichen Nährstoffgehalt, die dazu bestimmt sind, auf Pflanzen biologisch oder chemisch einzuwirken, um einen pflanzenbaulichen, produktionstechnischen oder anwendungstechnischen Nutzen zu erzielen, soweit sie nicht Pflanzenstärkungsmittel im Sinne des § 2 Nr. 10 des Pflanzenschutzgesetzes sind.

Kultursubstrate: Stoffe, die dazu bestimmt sind, Nutzpflanzen als Wurzelraum zu dienen und die dazu in Böden eingebracht, auf Böden aufgebracht oder in bodenunabhängigen Anwendungen (Steinwolle) genutzt werden.

 

In Veröffentlichungen und Merkblättern werden Regeln und Richtwerte für die Düngung nach guter fachlicher Praxis zum Download zur Verfügung gestellt:


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Veranstaltungen (Einladungen und Tagungsprogramm) finden Sie in unserem Veranstaltungskalender.

Es findet jährlich im November die Düngungs- und Pflanzenschutztagung statt. In der TLL/TLLLR-Schriftenreihe werden die Tagungsbände (z. T. kostenpflichtig) herausgegeben:
  Düngung- und Pflanzenschutztagung

Im Mai wird der Feldtag Pflanzenschutz und Düngung mit Technikpräsentation im jährlichen Wechsel in Dornburg (ungerade Jahre) und Friemar (gerade Jahre) durchgeführt.

Feldtage in Thüringen

An wechselnden Orten findet im Herbst   das Ackerbauforum statt.


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Bei Fragen zum Einsatz von Düngemitteln, Düngeverordnung und Verbringensverordnung für Wirtschaftsdünger wenden Sie sich an das
Referat 21 - Futtermittel- und Marktüberwachung, Düngung und Bodenschutz

Dr. Wilfried Zorn (Referatsleiter)
Tel.:  +49 361 574041-417
Mail: wilfried.zorn{at}tlllr.thueringen{punkt}de

Hubert Heß
Tel.:  +49 361 574041-312
Mail: hubert.hess{at}tlllr.thueringen{punkt}de

Eric Ullmann
Tel.:  +49 361 574041-141
Mail: eric.ullmann{at}tlllr.thueringen{punkt}de

Stand: 10.06.2020

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