Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum

Schafe und Ziegen

Schafe_Ziegen (Foto: Maik Schwabe)

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Schaf- und Ziegenhaltung haben im Freistaat Thüringen eine jahrhundertealte Tradition. Die Erzeugung von Fleisch, Milch und Wolle erfolgt vorrangig aus für den Menschen und andere Nutztiere nicht verwertbarem Futter.

In der Pflege von extensivem und besonders wertvollem Grünland, der Erzeugung wertvoller Produkte, der Bewahrung der Nutztierarten – mit besonderem Augenmerk auf die vom Aussterben bedrohten Rassen – finden die Schafhalter heute ihre Aufgaben. Die immer noch praktizierte Hütehaltung ist Grundlage für eine an Landschafts-elementen reiche Landschaft, eine einzigartige Pflanzen- und Tiervielfalt sowie die Attraktivität Thüringens für abwechslungsreiche Freizeitaktivitäten. Diese extensive Haltung auf Flächen, auf denen in der Regel keinerlei Düngung und Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, entspricht in hervorragender Weise den Ansprüchen der Tierart und sichert gleichzeitig eine hohe Produktqualität.

 

Mehr Informationen zu folgenden Themen:

Haltung                         Wirtschaftlichkeit                          Landschaftspflege

Fütterung                      Produkte (Fleisch, Milch und Wolle) & Vermarktung & Rezepte

Zucht                             Tierwohl & Tiergesundheit

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Aktuelles:

Wie weiter mit der Schafhaltung in Thüringen? Stand und Perspektiven (Vortrag 02/2018)

Untersuchungen zur Endoparasitenresistenz (01/2018): Jahresberichte der Abteilung Landwirtschaftliche Nutztierhaltung (S. 134-136)

Prüfung von Möglichkeiten einer extensiven Leistungsprüfung unter stationären Bedingungen (01/2018): Jahresberichte der Abteilung Landwirtschaftliche Nutztierhaltung (S. 137-139)

Informationen aus der TLL zum Zwischenbericht Tierwohl Schaf: Arbeitspaket 1 – Zucht auf Endoparasitenresistenz: Mitteilungen des Landesverbandes Thüringer Schafzüchter e.V. 2/2017 (S. 14 ff.)

Informationen zum Wolf in Thüringen, siehe: Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

Managementplan für den Wolf in Thüringen

Veranstaltungstermine siehe: Landesverband Thüringer Schafzüchter e.V. und Landesverband Thüringer Ziegenzüchter e.V.


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Weidelamm (Foto: Maik Schwabe)

Schaf- und Ziegenhaltung

In Europa und Deutschland sind die Bestände in den vergangenen 15 Jahren drastisch zurückgegangen. Keine andere Nutztierart hat Rückgänge um bis zu 50 % zu verzeichnen. Ursache ist vor allem, dass bei deutlichen Kostensteigerungen in diesem Zeitraum für die Betriebe die Erlöse stagnieren. Thüringen, das im Jahr 2000 noch hohe Bestände aufwies, war besonders betroffen. Hier hält die Abwärtsentwicklung bis heute an. Während 2000 noch 176.000 erwachsene Schafe auf Thüringens Wiesen grasten, waren es im November 2015 nur noch 97.000! Gleichzeitig nahm auch die Anzahl schafhaltender Betriebe deutlich ab. Charakteristisch für die Schafhaltung in Thüringen ist eine Vielzahl unterschiedlichster Betriebstypen vom Kleinst- über Nebenerwerbsbetrieb, Einzelunternehmen im Haupterwerb, GbR bis zum Betriebszweig Juristischer Personen. Der Abbau der Schafbestände und die Aufgabe von Herden findet in allen Typen statt.

Publikationen Schaf- und Ziegenhaltung:

Schafhaltung in Thüringen (08/2018)

Tipps zur Weidepflege in der Hobbyschafhaltung (08/2018)

Begegnungen in der Natur – Ein Schäfer mit seiner Herde (07/2018)

Wie weiter mit der Schafhaltung in Thüringen? Stand und Perspektiven (Vortrag 2/2018)

Hobbyhaltung von Schafen und Ziegen (Merkblatt 07/2016)

Schafhaltung in Thüringen (Merkblatt 06/2016)

Schafe und Ziegen in Thüringen (Merkblatt 04/2015)

Konzept zur Sicherung der Schafhaltung und ihrer Funktion in Thüringen (06/2014)

Externe Links:

Angaben zu Viehbeständen, siehe: Thüringer Landesamt für Statistik


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Melken Ziege (Foto: Maik Schwabe)

Wirtschaftlichkeit der Schaf- und Ziegenhaltung

Das Verfahren Schafhaltung ist in Thüringen, wie auch in Deutschland, selbst bei optimalen Bedingungen nicht nachhaltig. Schäfereien bewirtschaften durchschnittlich ca. 210 ha Landwirtschaftsfläche (LF), darunter 5,8 % Ackerland. Je 100 ha LF werden 40 VE Schafe gehalten. Schäfereien realisierten rd. 67 % der betrieblichen Erträge aus Zulagen und Zuschüssen, von denen ca. 50 % als Entschädigung für besondere Aufwendungen bei der Landschaftspflege gewährt wurden. Hier liegen auch die Chancen für die Zukunft. Voraussetzung für nachhaltiges Wirtschaften sind die Förderung der besonders extensiven und tiergerechten Haltung neben einer leistungsgerechten Bezahlung der Arbeiten in der Landschaftspflege. Selbstverständlich bleibt dabei natürlich das Engagement des Schäfers für ein effektives Management seines Betriebes auf der Basis von aktuellem Wissen und moderner Technik.


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Landschaftspflege mit Schafen (Foto: Maik Schwabe)

Landschaftspflege mit Schafen und Ziegen

Schafe sind als Wiederkäuer hervorragend auf die Nutzung von Grünland spezialisiert. Ihre über Jahrhunderte durch Zuchtwahl ausgeprägte Robustheit und Flexibilität in der Haltung prädestinieren sie zur Erhaltung des Grünlandes und seiner Flora und Fauna in ihrer Vielfalt. Viele wertvolle Lebensräume und deren Artenreichtum werden nachhaltig nur durch Beweidung mit Schafen, vor allem in Form der Hütehaltung, erhalten. Bedeutendste Leistung ist die Erhaltung von extensivem und besonders wertvollem Grünland. Hütehaltung ist Grundlage für eine an Landschaftselementen reiche Landschaft, eine einzigartige Pflanzen- und Tiervielfalt sowie die Attraktivität Thüringens für abwechslungsreiche Freizeitaktivitäten.


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Fuetterung Schaf (Foto: Heike Lenz)

Schaf- und Ziegenfütterung

Schafe und Ziegen sind als anspruchslose Tierarten bekannt, die sich gut auf wechselnde Bedingungen einstellen können. Aber auch im Leben dieser Tiere gibt es Phasen, in denen der Bedarf an die Futterversorgung hoch ist. Im Wesentlichen betrifft das hochtragende und säugende Mutterschafe und junge Lämmer.

Schafe und Ziegen werden in Thüringen von April bis Dezember im Freien, in den Wintermonaten meist im Stall gehalten. Dabei obliegt es dem Schäfer, die Ansprüche der Tiere an Futter und Umwelt möglichst gut zu erfüllen. Nur so sind die Tiere in der Lage, Weideflächen in einem Zustand zu erhalten, der den Wünschen von Natur- und Umweltschützern nahe kommt, dabei gesund zu bleiben und gesunde Lämmer großzuziehen. Tiergerechte Haltung ist dafür die Grundlage.


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Schlachtkörper Schafe (Foto: Heike Lenz)

Produkte (Fleisch, Milch und Wolle) & Vermarktung & Rezepte

Ca. 90% der Markterlöse erzielt eine Schafhaltung aus dem Verkauf von Schlachtlämmern. Leider ist der Marktanteil dieser Fleischart sehr gering. In Deutschland macht der Verzehr von Lammfleisch ca. 1-2 % des gesamten Fleischverzehrs aus, für Thüringen liegen keine belastbaren Zahlen vor. Lammfleisch wird bei guter fachlicher Praxis grundsätzlich in Verfahren erzeugt, die den Verbraucherwünschen weitgehend entsprechen. Lämmer wachsen bei ihren Muttern in mit Stroh eingestreuten Ställen oder auf der Weide auf. Die vorliegenden Untersuchungen bestätigen Lammfleisch von der Weide als fett- sowie „kalorienarm“ und reich an Eisen, Selen und Zink. Im Fett entfallen auf die ungesättigten Fettsäuren mehr als die Hälfte der Gesamtfettsäuren. Die nachgewiesene ernährungsphysiologisch günstige Beschaffenheit, die regionale Erzeugung in engem Zusammenhang mit Landschafts- und Naturschutz sowie die tiergerechte Haltung sollte Grund genug für eine Verbesserung des Images dieser am Markt bisher unterrepräsentierten Fleischart sein. Auf jeden Fall sollte es heimisches Lamm sein: Der Umwelt zuliebe, denn die Schafe tragen zum Umweltschutz bei, indem sie beispielsweise in der Rhön, in den Thüringer Steppenrasengebieten und im Thüringer Wald die Weiden kurz halten und damit den Lebensraum vieler Tiere und Pflanzen sichern. Darüber hinaus ermöglicht der Kauf von Lammfleisch aus der Region die Existenz der Schäfer überhaupt. Hinzu kommt die Transparenz des Produkts durch die Regionalität. Frisches Lammfleisch aus heimischer Erzeugung gibt es das ganze Jahr über in Metzgereien, oder direkt bei den Schäfern. Die Bedeutung der Schafe und Ziegen bei der Erhaltung der wunderbaren Thüringer Landschaften hat zur Folge, dass der Schafhalter direkt vor unserer Haustür wertvolle Produkte erzeugen kann. Leider aber hat das Haupterzeugnis der Schaf- und Ziegenhaltung – das Lammfleisch – in Thüringen einen schweren Stand. Alte Vorurteile aus dem Verzehr von Hammelfleisch und die schlechte Verfügbarkeit im Handel verursachen einen sehr niedrigen Verbrauch. Wir sollten uns darauf besinnen, dass uns mit Lammfleisch ein hochwertiges und leckeres Produkt aus heimischer Produktion zur Verfügung steht. Nicht nur als ‚großer Festtagsbraten’ sondern auch als schnelles, gesundes und leckeres Gericht in der modernen Küche und sogar kalt zum Mitnehmen eignet sich das vor der Haustür in der Regel naturnah und artgerecht erzeugte Fleisch der Schaf- und Ziegenlämmer!

Ziegen- und Schafmilchprodukte haben in den letzten Jahren einen Aufschwung erfahren. Ihre Vermarktung erfolgt auf unterschiedlichen Wege. Während die Milch für den bekannten Altenburger Ziegenkäse vorwiegend aus zwei Thüringer Betrieben mit jeweils 2 000 melkenden Ziegen kommt, verarbeiten kleinere Familienbetriebe die produzierte Milch in ihren Hofmolkereien und vermarkten anschließend die Produkte selbst. Ziegen geben etwa 800-1.000 l Milch in einer Laktation. Ziegenmilch enthält etwa so viel Fett, Eiweiß und Milchzucker wie Kuhmilch. Die Fettkügelchen und Eiweißpartikel der Ziegenmilch liegen jedoch in einer anderen Struktur vor und sind dadurch leichter verdaulich. Von Schafen kann man in einer Laktation ca. 400-600 l Milch ermelken. Diese ist deutlich gehaltvoller. Der Fettgehalt liegt bei 7 %, Eiweiß bei 6 %. Auch die Mengen der Vitamine sind deutlich höher. Schafsmilch wird im Handel sehr selten angeboten und fast ausschließlich zur Produktion von Schafskäse verwendet.

Die wirtschaftliche Bedeutung der Wollproduktion hat in der BRD und in Thüringen in den letzten Jahren rapide abgenommen. Trotzdem haben die in jahrhundertelanger Zuchtarbeit entstandenen Wollschafrassen bis heute ihre Berechtigung - ist die Wolle sowohl als Schutz für das Tier als auch als nachwachsender Rohstoff von Bedeutung und in den Zuchtzielen der einzelnen Rassen verankert. Deshalb dient der im Rahmen der Leistungsprüfung erfasste Parameter Wollqualität mit Wolllänge, Besatz, Wollfeinheit u. a. zur Wertbestimmung für das Zuchttier. In Thüringen werden zur Zeit knapp 100.000 Mutterschafe mit Nachzucht gehalten. Im Rahmen der jährlichen Schur fallen in Thüringen etwa 370.000 kg Wolle im Wert von ca. 500.000 € an. Die Chance, betriebswirtschaftlich günstig zu verkaufen, steigt, wenn auch auf niedrigem Niveau eindeutig mit der Wollqualität. Eine gesunde Wolle ist zudem Voraussetzung für gute Tiergesundheit und spielt insbesondere unter den Thüringer Bedingungen eine große Rolle. Landschaftspflegeeignung und das Erreichen möglichst kurzer Stallhaltungsphasen hängen wesentlich vom korrekten Wollbesatz ab.

 

Rezepte

Irish stew

Exotisches Lamm-Curry im Brotkörbchen

Fleischsalat vom Zicklein oder Lamm

Zicklein und Salat mit Erdbeeren an Mangomarinade

Lammsteaks mit glasierten Cherry-Tomaten und Polenta

Gefüllte Thüringer Lammkeule

Publikationen zu weiteren Schaf- und Ziegenprodukten:

Entwicklung der Tierzucht in Thüringen

Euter- und Milchbefunde in Thüringer Milchziegenbetrieben (12/2013)

Prüfung von Möglichkeiten einer Zuchtwertfeststellung für die Milchleistung bei Ziegen (12/1997)

Untersuchungen zur Wollleistung Thüringer Schafrassen (11/2005)

Entwicklung der Wollproduktion in Thüringen (11/2005)

Externe Links:

Produktinformationen vom Landesverband Thüringer Ziegenzüchter e. V.

Die Thüringer Wald Ziege (Landesverband Thüringer Ziegenzüchter e. V.)


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Schafzucht (Foto: Maik Schwabe)

Schaf- und Ziegenzucht

Ca. 10.000 Schafhalter und 2 600 Ziegenhalter halten in Thüringen ungefähr 20 Schaf- und 10 Ziegenrassen und deren Kreuzungen. Den Hauptteil stellen die Rassen Merinolangwoll- und Merinolandschafe, Schwarzköpfiges Fleischschaf, Rhönschaf, Leineschaf und Thüringer Wald Ziege. Nach Verwendungszweck unterscheidet man zwischen  Fleisch-, Woll- und Milchschafen bzw. Ziegen. Außerdem haben Schafe und Ziegen eine große Bedeutung bei der Landschaftspflege.


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Ablammen Schaf (Foto: Heike Lenz)

Tierwohl & Tiergesundheit

Wie bei allen Nutztierarten rücken Fragen des Tierwohls immer stärker in das Interesse der Gesellschaft. Die weitgehende Haltung der Schafe und Ziegen unter freiem Himmel erfordert dabei besondere Aufmerksamkeit des Halters. Schwerpunkte für Untersuchungen und Versuche sind:

  • Vereinbarung von Tierwohl und Landschaftspflege bei ökonomischer/personeller Nachhaltigkeit der Verfahren
  • Berücksichtigung von easy care – Merkmalen (Vitalität, Mütterlichkeit u. ä.)
  • Problematik nichtkurativer Eingriffe (Kupieren der Schwänze, Enthornen).

Publikationen zum Tierwohl und zur Tiergesundheit von Schafen und Ziegen:

Was ist Scrapie? (Merkblatt 08/2003)


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Kontakt

Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und ländlichen Raum
Referat 32 - Nutztierhaltung
Zweigstelle Bad Salzungen
August-Bebel-Straße 2; 36433 Bad Salzungen 

Dr. Heike Lenz  (Referent Schaf- und Ziegenhaltung)

Tel.: (0361) 574011-419
E-Mail: heike.lenz{at}tlllr.thueringen{punkt}de

 

(Stand: 28,.01.2019)

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