Futterbau und Grünland

Mais


 

Futterbau ist der landwirtschaftliche Anbau von Futterpflanzen für Nutztiere und umfasst dabei sowohl den ein- bis mehrjährigen Futteranbau auf Ackerflächen (Mais, Ganzpflanzengetreide, Gras, Leguminosen und deren Gemenge), als auch die Nutzung von Grünlandflächen zur (Grund-) Futterbereitstellung in Form von Wiesen, Weiden, Mähweiden.
 
 
 


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Aktuelles

Der Grünlandfeldtag findet am 08. Mai 2018 in Gahma statt.


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Mahd 570 570r

Ackerfutter

Zur Versorgung der Wiederkäuer hat die Absicherung des Grundfutterbedarfs höchste Priorität. Neben der Nutzung des Dauergrünlandes besitzt auch der Ackerfutterbau große Bedeutung. Die dominierende Rolle nimmt hierbei der der Maisanbau ein. Während im Durchschnitt der Bundesrepublik der Maisanbau mit 21,7 % an der Ackerfläche die nach Weizen bedeutendste Fruchtart ist, beträgt der Anteil in Thüringen nur ca. 10 %.

Feldgras, kleinkörnige Leguminosen und deren Grasgemenge sind wirtschaftseigenes, protein- und energiereiches Futter, das vorrangig zur Silierung und bei fehlenden Alternativen zur Heubereitung angebaut wird. Insbesondere als zweite Grundfutterkomponente in der Milchviehfütterung, neben Mais, kommt diesem strukturbetonten Grundfutterstoff insbesondere als Konservat Bedeutung zu. Ein weiterer Verwendungszweck besteht in der anteiligen Substraterzeugung für die Biogasproduktion.

Dabei hat Feldgras keine besonderen Anforderungen an die Bodenart. Der pH-Wert des Bodens sollte über 5,5 liegen. Zur Vernässung neigende Böden sind als weniger günstig anzusehen. Trockenere Standorte lassen deutliche Ertragsreduktionen erwarten. Eine besondere Eignung weisen alle frischen bis feuchten, futterwüchsigen Lagen mit über 650 mm Jahresniederschlag auf (Anbaugebiet 7).

Für den Anbau von Rotklee und -gras sind insbesondere alle frischen, futterwüchsigen Lagen mit über 600 mm Jahresniederschlag geeignet (Anbaugebiet 7). Die Bodenart ist von untergeordneter Bedeutung. Grundwasserferne Sande und Tieflehme eignen sich nicht.

Luzerne und -gras hat Vorteile auf den sickerwasserbestimmten Buntsandstein-, Keuper- und Muschelkalkverwitterungsböden in warmen, zu Sommertrockenheit neigenden Lagen sowie auf tiefgründigen, kalkreichen Lösslehmböden (Anbaugebiet 6). Reine Sandstandorte mit niedrigem pH-Wert, vernässte Tonböden und Überflutungsstandorte sind ungeeignet.

In Thüringen haben folgende Anbaugebiete für den mehrschnittigen Ackerfutterbau Bedeutung:

Tabelle 2: Anbaugebiete für den mehrschnittigen Ackerfutterbau in Thüringen

Anbaugebiet Beschreibung Region
Nr. Bezeichnung
6 sommertrockene Lagen

< 350 m über NN
< 600 mm Jahresniederschlag
> 8,0 °C Jahresdurchschnittstemperatur

Thüringer Becken
Goldene Aue
Ostthüringer Lössgebiet
7 günstige Übergangslagen 350 - 600 m über NN
600 - 800 mm Jahresniederschlag
6,0 – 8,0 °C Jahresdurchschnittstemperatur
Kyffhäuser
Ostthüringer Schiefergebirge
Buntsandsteinhügelländer
Muschelkalkplatten
Vorderrhön und Grabfeld
Vorgebirgslagen Mittelgebirge

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Heuwenden

Grünland

Grünlandaufwüchse liefern einen wesentlichen Beitrag zur Grundfutterversorgung der Wiederkäuer. Der überwiegende Teil wird als Mähweide genutzt, während absolute Weiden meist auf nicht oder nur schlecht mechanisierbaren Standorten zu finden sind. Demgegenüber findet auf Wiesen eine reine Schnittnutzung statt. Neben der Lieferung von Grundfutter hat Dauergrünland zahlreiche andere Funktionen, wie beispielsweise die Bereitstellung von Biomasse für die energetische Nutzung oder den Erhalt der biologischen Vielfalt.


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Konservierung

Konservierung

Die wichtigste Konservierungsform ist die Silierung. Das Ziel der Silagebereitung besteht in der möglichst verlustarmen Erhaltung der Inhaltsstoffe im Ausgangsmaterial und der Erzeugung einer schmackhaften, stabilen und hygienisch einwandfreien Silage, welche von den Wiederkäuern, Pferden sowie landwirtschaftlichen Wildtieren gern gefressen wird. Die Silierung beruht auf der unter Luftausschluss biochemischen Umsetzung von in den Futterstoffen vorhandenen Kohlenhydraten zu Milchsäure. Diese wirkt durch die Ansäuerung des Gutes konservierend. Dabei stellt die Silierung einen sehr komplexen und anspruchsvollen Prozess dar, der von vielen Faktoren beeinflusst wird. Die Siliereignung hängt vorrangig von der Futterart mit ihren chemischen, physikalischen und biologischen Eigenschaften, den allgemeinen Silierbedingung sowie der Verfügbarkeit von Milchsäurebakterien ab. Mais und Feldgras lassen sich aufgrund des hohen Kohlenhydratgehaltes relativ leicht silieren. Reine Leguminosen sind dagegen in frischem Zustand nur sehr schwer silierbar. Hier ist ein Anwelken zwingend.

Die Heubereitung ist kostenintensiver und stärker witterungsabhängig. Durch gezielte Ausnutzung von Hochdruckwetterlagen sollte die angestrebte Menge Heu mit ein- bis zweimaligem Wenden produziert werden. Bei Leguminosen ist mit erhöhten Bröckelverlusten durch die mechanische Bearbeitung und damit stärkeren Reduktionen des Rohprotein- und Energiegehaltes zu rechnen. Zur Vermeidung von Verschmutzungen dürfen der Wender und auch der Schwader nicht zu tief eingestellt sein.

Das Einbringen von Halbheu mit anschließender Kaltbelüftung verringert die Bröckelverluste, erhöht die Rohprotein- und Energiegehalte, verteuert aber die Erzeugung erheblich.

Die technische Trocknung von Grüngut findet aufgrund der hohen Kosten in Thüringen kaum noch statt. Mittels Abwärmenutzung von Biogasanlagen ergibt sich eine kostengünstigere Möglichkeit der schonenden, Bröckelverluste vermeidenden Konservierung. Technische Lösungen für die Ballentrocknung sowie die von losem Schüttgut (Häcksel) sind vorhanden und werden in einzelnen Betrieben in Deutschland praktiziert. Eine Kosten-Nutzen-Kalkulation kann nur betriebsspezifisch erfolgen.

Ein besonderer Vorteil im Vergleich zur Silierung besteht im erhöhten Anteil an pansenbeständigem Protein (UDP) und damit der Möglichkeit einer verstärkten Substitution anderer Proteinquellen.


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Kontakt:


Dr. Walter Peyker, Referatsleiter
Tel.: 036258 557798
E-Mail: walter.peyker{at}tll.thueringen{punkt}de

[Stand: 11.12.2017]

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