Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr

Materialforschungs- und -prüfanstalt Weimar, Neubau Büro- und Laborgebäude, Coudraystraße 7-9

Blick von der Coudraystraße
Blick von der Coudraystraße

Bauwerksart: Büro- und Laborgebäude
Hauptnutzfläche: 3.697 m²
Zuständiges Bauamt: Staatsbauamt Erfurt
Gesamtbaukosten: 14,67 Mio. EUR

Architekten: Gildehaus.Reich, Weimar


Baubeschreibung

1995 wurde beschlossen, in Weimar im Bereich Coudraystraße einen gemeinsamen Neubau für die Materialforschungs- und -prüfanstalt (MFPA) sowie für die Bauhaus-Universität Weimar zu errichten. Für die Bauhaus-Universität entstehen 852 m² Forschungsflächen für verschie-dene Professuren des Bauingenieurwesens, und für die Materialfor-schungs- und prüfanstalt wird ein Ersatz für das verschlissene Gebäude des ehemaligen Instituts für Baustoffe der Bauakademie der DDR er-richtet. Das alte Gebäude bot, insbesondere hinsichtlich der technischen Infrastruktur, keine zeitgemäßen Laborbedingungen mehr. Im Neubau mit einem Flächenanteil von 2844 m², der die Leitung und Ver-waltung der MFPA sowie vier Fachgebiete aufnehmen wird, entstehen moderne Labore, die hinsichtlich Ausstattung und Klimatisierung dem heutigen Stand der Technik entsprechen. Durch den Standort in der Coudraystraße wird darüber hinaus die bestehende Zusammenarbeit - insbesondere mit der Fakultät Bauingenieurwesen der Bauhaus-Universität - erleichtert und durch gemeinsame Nutzung von Großgerä-ten Synergiepotential erschlossen.
Der realisierte Entwurf basiert auf der mit dem ersten Preis ausgezeich-neten Konzeption des im Jahr 1996 vom Ressortministerium durchge-führten beschränkten Architektenwettbewerbs. Der Neubau stellt sich mit seiner Ausrichtung in die Orthogonalität der umgebenden Gebäude und definiert die bislang gestörte Raumkante entlang der Coudraystra-ße. Dabei integriert er sowohl das Hörsaalgebäude als auch den künftig „in zweiter Reihe“ stehenden Institutsbau C7. Das hierfür wesentliche architektonische Element bildet ein durch eine großformatige Lochfas-sade klar gegliederter dreigeschossiger Winkelbau, der den öffentlichen Stadt- und Straßenraum begrenzt. Durch die Verdrehung zwischen bestehenden und neu hinzugefügten Baukörpern entstehen räumlich interessante Foyer- und Flurbereiche, die dem inneren Erschließungs-system ein hohes Maß an Identität verleihen.
An den Winkelbau lagert sich im Hofbereich nach Südwesten die große Versuchshalle an. Die Halle bildet eine in Höhe und Charakteristik ei-genständige Entwurfseinheit. Der Hallenteil der Bauhaus-Universität wird an der Südseite von einem zweigeschossigen "Service-Trakt“ flan-kiert, der im Kellergeschoss von einer Messstrecke unterlagert ist. Im MFPA-Hallenteil wurde partiell eine zweite Ebene zur Aufnahme von Gerät geschaffen, ebenso auf dem Hallendach.
Gemeinsam mit dem Gebäude C7 formt der Neubau baukörperlich ein „U“, das sich durch das Einfügen der Versuchshalle zu einer kompakten quadratischen Anlage ergänzt.
Die Freiflächen im Innenhof sind wegen der begrenzten Grundstücks-fläche bescheiden in ihren Dimensionen, aber gut proportioniert und ausreichend, um sinnvolle Abstände der Gebäude untereinander mit guter Belichtung der Innenräume zu gewährleisten. Ihre funktionale Gliederung berücksichtigt die vielfältigen Nutzungsanforderungen der beiden Nutzer.
In der Funktionalität erfolgte eine klare Trennung zwischen Büro- und Verwaltungsbereich im östlichen Bund entlang der Coudraystraße sowie Labor- und Versuchsräumen im nördlichen Bund entlang der Richard-Strauß-Straße. Beide Bereiche unterscheiden sich sowohl im Bezug auf ihre jeweilige Bundtiefe wie auch hinsichtlich Art und Umfang der tech-nischen Infrastruktur. Während der Bürobereich eindeutig als Einbund mit Galeriefluren ausgebildet wurde, steht im Laborbereich eine zweite Raumschicht mit zugeordneten Nebenräumen zur Verfügung. Oberhalb dieser Nebenräume ist im Dachgeschoss die Lüftungs-/Technikzentrale eingeordnet.
Auch konstruktiv hat das Gebäude eine klare Grundstruktur. Alle we-sentlichen Konstruktionselemente wurden in Stahlbeton, zumeist als Sichtbeton-Fertigteile ausgeführt. Die unterzugsfreien Decken ermög-lichten eine freie Raumgestaltung und ungestörten Längs- und Quer-verzug der technischen Installationen. Dies ist in den Laborbereichen und bei Nutzungsänderungen von Vorteil. Die nichttragend ausgebilde-ten, raumteilenden Trockenbauwände lassen sich zudem leicht an die ebene Deckenuntersicht anschließen.
Die Materialisierung der äußeren Hülle des Neubaus differenziert be-wusst zwischen (stadt)-raumbildenden und zum Innenhof gewandten Bauteilen. Die Fassaden zur Coudraystraße und Richard-Strauß-Straße wurden durch ein einheitliches Fensterformat/Fensterband als Putzfas-sade klar gegliedert und mit einer abgestuften grauen Farbbeschichtung versehen. Für Foyer und Versuchshalle - also für die zum Hof gewand-ten Bauteile - wurden transparente bzw. transluzente Fassaden aus einer Kombination von Klar- und Profilglas ausgeführt. Das ermöglicht eine gute Ausleuchtung der Bereiche und bewirkt eine optische Erweite-rung der Gebäudezwischenräume. An den Fassaden des vorhandenen Hörsaals wurden die Abmaße der Betonfertigteile aufgenommen, über-arbeitet und mit einer ziegelroten Oberfläche versehen. Die Sockel zur Coudraystraße und Richard-Strauß-Straße wurden mit zementgrauen Faserzementtafeln versehen.

Zeitablauf

07/1996 Architektenwettbewerb, ausgelobt vom Ressortministerium
04/1999 Bedarfsanforderung
01/2000 Planungsauftrag
11//2001 Haushaltsunterlage Bau genehmigt
05/2003 - 12/2005 Bauausführung

TMBV September 2005

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