Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr

Erweiterung Thüringer Landtag, zweiter Bauabschnitt

Blick von der Johann-Sebastian-Bach-Straße
Blick von der Johann-Sebastian-Bach-Straße

Bauwerksart:
Parlaments- und Verwaltungsgebäude

Hauptnutzfläche:
5.303 m2

Zuständiges Bauamt:
Staatsbauamt Erfurt

Gesamtbaukosten:
43 Mio. EUR

Architekt:
Architekturbüro Michael Weindel, Waldbronn     


Baubeschreibung

Ergebnis der Auswertung des vom Thüringer Finanzministerium 1996 durchgeführten Architektewettbewerbs war, dass neben der Nutzung von Fraktions- und Abgeordnetengebäude sowie Verwaltungshochhaus eine Erweiterungsneubaukonzeption unter Berücksichtigung aller Aspekte die beste Lösung zur Realisierung des Raumbedarfs des Thüringer Landtags ist. Nach Sanierung des Verwaltungshochhauses erfolgte die Bauausführung des zweiten Bauabschnitts, der die Errichtung eines Funktionsgebäudes, eines neuer Plenarsaals und eine Tiefgarage beinhaltet. Realisiert wurde der mit dem ersten Preis ausgezeichnete Entwurf des Architekturbüros Michael Weindel aus Waldbronn.

Bei der städtebaulichen Konzeption bleiben die äußeren Erkennungsmerkmale Abgeordneten- und Fraktionsgebäude sowie Verwaltungshochhaus als Solitäre erhalten. Plenarsaal und Funktionsgebäude verstehen sich als Verbindungselemente der älteren Zeitzeugen und werden zu baulichen Elementen des Beethovenparks. Die transparent und pavillonartig entwickelten Bauten sollen Offenheit und Bürgernähe als wesentliche Eigenschaften der Demokratie spürbar machen. Erschlossen wird der Landtag über das dreigeschossige Funktionsgebäude. Über die kontrollierte Eingangszone mit Pforte, Garderobe und Bürgerfoyer gelangt man in den Plenarsaal und in die einzelnen Bereiche des Funktionsgebäudes sowie über einen Verbindungsbau zum Fraktions- und Abgeordnetengebäude. Im Erdgeschoss ist das Landtagsrestaurant mit 200 Sitzplätzen und einer Terrasse zum Beethovenplatz angeordnet. In den einzelnen Ebenen sind Sitzungs- Besprechungs- und Büroräume eingerichtet sowie zentrale Einrichtungen wie Bibliothek, Poststelle und Technikräume. Der Plenarsaal ist als zweigeschossiger, überwiegend verglaster Solitär mit kleinem Innenhof zum Verwaltungshochhaus ausgebildet. Auf höhengestaffelter Fußbodenebene sind kreisförmig 155 flexible Sitzplätze für zurzeit 88 Abgeordnete, Präsidium, Landesregierung und Verwaltung angeordnet. Der Abschluss zur Lobby wird durch eine halbkreisförmige Raumzone gebildet, in der Rundfunk- und Fernsehstudios, Regie- und Technikräume untergebracht sind. In der darüber liegenden Ebene befindet sich eine Besucher- und Pressegalerie mit 130 Plätzen. Zwischen Plenarsaal, Funktionsgebäude und Altbau entstand ein mit Pflanzen und Wasserfläche gestalteter Innenhof. Im Untergeschoss ist eine Tiefgarage mit 260 Stellplätzen angeordnet.

Verfahren:
Das Projekt 2. Bauabschnitt ist wie bereits der 1. Bauabschnitt (Sanierung Verwaltungshochhaus) eine Maßnahme im Bereich der "Privatfinanzierten öffentlichen Infrastruktur". Auch beim zweiten Bauabschnitt wurden die Bau- und Finanzierungsleistungen entsprechend der Verfahrensweise nach dem Thüringer Modell im Juli 2000 EWR-weit öffentlich ausgeschrieben. Die Angebotsauswertung ergab als wirtschaftlichste Handlungsalternative eine alternative Finanzierung. Nach Zustimmung des Haushalts- und Finanzausschusses konnten die entsprechenden Bau- und Finanzierungsverträge im Dezember 2000 abgeschlossen werden. Auf der Grundlage eines Forfaitierungsmodells wurden dabei die Erfurter Niederlassung der Philipp Holzmann AG in der Funktion als Generalunternehmer mit der schlüsselfertigen Errichtung der Erweiterungsbauten und die DGZ DekaBank - Deutsche Kommunalbank, Frankfurt/Main, mit der Finanzierung des Projekts beauftragt. Auf Grund der Insolvenz des Generalunternehmers im März 2002 musste im Hinblick auf die Fertigstellung der Baumaßnahme umdisponiert werden. Insolvenzbedingte Mehrkosten sowie eine zeitliche Verschiebung der Fertigstellung waren die Folge. Während die Finanzierung durch die DGZ DekaBank fortgeführt wurde, erfolgte die Fertigstellung des Funktionsgebäudes unter der Federführung des Staatsbauamtes Erfurt. Die Abwicklung des weiteren Vorhabens (Errichtung Plenarsaal und Tiefgarage mit Innenhof) wurde im Juni 2002 der LEG Thüringen mit einem Werk- und Geschäftsbesorgungsvertrag übertragen.


Zeitablauf:
02/1995 - Bedarfsanforderung genehmigt
07/1996 - 11/1996 Architektenwettbewerb
04/1998 - 01/2000 HU-Bau
01/2000-12/2000 AFU-Bau / Verdingung
01/2001 - Baubeginn 2. Bauabschnitt
04/2002 - 08/2002 - Bauunterbrechung durch Insolvenz
12/2004 - Bauende 2. Bauabschnitt

TMBV, August 2005

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