Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr

Gesamtausbau der Fachschule Jena an der Carl-Zeiss-Promenade 2 - Zweiter Bauabschnitt: Umbau/Sanierung

Herzurichtende Industriehalle
Herzurichtende Industriehalle "Haus 4"

Bauwerksart: Laborgebäude
Hauptnutzfläche: 8.830 m²
Zuständiges Bauamt: Staatsbauamt Gera
Gesamtbaukosten: 27,43 Mio. EUR

Architekt:
Arge AJZ Engineering GmbH Jena / Multiplan Weimar Bauplanungs GmbH



Baubeschreibung

Im Jahr 1995 wurde entschieden, dass die ehemaligen Zeiss-Betriebsgebäude (ZEISS-Südwerk) aus den 30er und 50er Jahren des 20. Jahrhunderts für eine Hochschulnutzung hergerichtet werden. Somit soll ein geschlossener Campus für die technisch und betriebswirtschaft-lich orientierte Fachhochschule in enger Beziehung zu den benachbar-ten High-Tech-Firmen entstehen.
Es bestand die Aufgabe, fünf unterschiedliche Gebäude auf der Grund-lage eines zu entwickelnden Funktions- und Gestaltungskonzeptes in ihrer spezifischen Struktur zu erhalten und gleichzeitig als Ensemble gegenüber der benachbarten Industrie- und Gewerbestruktur herauszu-heben. Die Stahlbeton-Industriebauten boten sich durch Ihre Bauweise für eine Nachnutzung als Hochschulbauten an, jedoch waren umfang-reiche Kontaminationen zu beseitigen und erhebliche Umbauten not-wendig.
Die Fachbereiche Elektro-/Informationstechnik, Maschinenbau, Medizin-technik, SciTec (Präzisions-Optik-Material-Umwelt), Betriebswirtschaft, Sozial- und Wirtschaftsingenieurwesen und Grundlagenwissenschaften sowie die zentralen Bereiche (Hörsäle, Seminarräume, Bibliothek, Cafe-teria, Aula als Mehrzweckbereich, Rektorat, Senatssaal, Verwaltung) waren entsprechend ihren nutzungsspezifischen Anforderungen und dem vorgegebenen Raumbedarf für insgesamt 3500 Studenten in die vorhandenen Gebäude einzuordnen. Für die Realisierung der Gesamt-baumaßnahme sind zwei Bauabschnitte festgelegt worden.
Der erste Bauabschnitt mit einer Hauptnutzfläche von 17.200 m² wurde bereits von 1996 bis 2002 innerhalb des vorgegebenen Kostenrahmens von 66,058 Mio. EUR realisiert. Das Haus 3 wurde ein auf technisch höchstem Stand ausgestattetes Lehrgebäude. Im Haus 5 wurden Labo-re sowie unter Ausnutzung der beträchtlichen Raumhöhe Hörsäle und die Bibliothek untergebracht. Außerdem wurde eine Cafeteria angebaut. Als Verbindung zwischen Haus 1 und 5 wurde über die vielbefahrene Carl-Zeiss-Promenade hinweg eine Fußgängerbrücke in Stahl-Glas-Konstruktion errichtet, die zu einem Wahrzeichen der Fachhochschule geworden ist. In Haus 1 und 2 wurden Verwaltungs- und Lehrräume geschaffen. Der Umbau erfolgte unter Beachtung der Denkmalschutz-belange, notwendige Ergänzungen wie Fluchttreppenhäuser sind aber als moderne Architektur ablesbar. Der erste Bauabschnitt wurde am 14. Oktober 2002 feierlich eingeweiht.
Mit dem Baubeginn des zweiten Abschnittes im September 2005 wird die Umsetzung des im ersten Bauabschnitt begonnenen Planungs- und Gestaltungskonzeptes fortgesetzt und die volle Funktionsfähigkeit der Fachhochschule erreicht.
Die herzurichtende große Industriehalle („Haus 4“) wurde 1939/1941 durch Hans Hertlein, bekannt als Chefarchitekt des Elektrokonzerns Siemens und maßgeblicher Schöpfer der Siemensstadt Berlin, errichtet. Das Gebäude ist Teil des planmäßig unter Hertlein errichteten Rüstungs-Industriekomplexes des Zeiss-Südwerkes und in die Denk-malliste des Landes Thüringen aufgenommen worden.
Als Besonderheit dieses Gebäudes (Länge 140 m, Breite 51 m) gilt die Dachkonstruktion in der Stahlbeton-Schalenbauweise (Sheddach). Die Abmessungen eines Sheds (insgesamt 15 Stück) betragen jeweils 8 m Breite, 4 m Höhe und 40 m Länge. Bei einer Höhe von 5 m ab Oberkan-te Fußboden bis zur Unterkante der Sheds war der teilweise Einbau neuer peripherer Zwischenebenen zur Gewinnung zusätzlicher Nutzflä-chen möglich. Auch die Shedbereiche selbst werden teilweise durch die Einordnung neuer Ebenen und Räume zusätzlich genutzt. Alle Labor-räume im Kernbereich der Shedhalle werden von oben über die Shed-fenster natürlich belichtet. Es wurde versucht, den vorhandenen Groß-raumcharakter der Industriehalle durch den zusätzlichen Einbau von Verglasungen in den neuen Trennwänden zu erhalten.
Im Bereich des südlichen Anbaus mit Flachdach war durch die vorhan-dene Raumhöhe von 8,50 m der Einbau von zwei Hörsälen mit je 270 Sitzplätzen mit ansteigender Sitzanordnung möglich. Unter den Hörsä-len befindet sich ein größerer Mehrzweckbereich/Aula mit einer mobilen Bestuhlung von 350 Plätzen sowie Projektionsmöglichkeiten und Büh-ne. Die Lage dieses Mehrzweckbereiches mit direkter Verbindung zu den Freianlagen fügt sich gut in das Wege- und Verkehrskonzept des „Campus Fachhochschule“ zu den benachbarten Bereichen (Mensa in der ehemaligen Betriebsgaststätte der Carl-Zeiss-Jena GmbH und Stu-dentenwohnheim) ein.
Weiterhin werden in der Halle technische Großlabors, ein Reinraum und Seminarräume für die Fachbereiche Feinwerktechnik, Maschinenbau, Physikalische Technik und wesentliche Teile der Fachbereiche Medizin-technik und Werkstofftechnik eingebaut.
Die Fassadengestaltung des Hauses 4 wird weitestgehend entspre-chend dem historischen Vorbild wieder hergestellt. Kennzeichnend ist der langgestreckte Baukörper mit 8- bzw. 12-teiligen Fenstern im Erd-geschoss und 16-teiligen Hallenfenstern im Obergeschoss. Diese Fens-terteilung bleibt trotz Einbau einer neuen Zwischenebene auf der Ost-seite (Hauptfassade) und dem Einbau des Hörsaalpodestes auf der Südseite erhalten.
Der westliche Anbau aus den 50er Jahren (Halle 4a) mit den Klinker-verkleidungen in den Brüstungsbereichen, der ausgeprägten Fassaden-struktur mit sichtbaren Stahlbetonrahmen und der Dachüberstand blei-ben ebenfalls erhalten.
Durch den Umbau des Hauses 4 (Halle 4/4a) wurden auch Ergänzun-gen an der Fassade und auf dem Dach erforderlich. Diese An- und Aufbauten werden als „neue Elemente“ analog den Ergänzungen an den Häusern des ersten Bauabschnittes auf der Grundlage einer ein-heitlichen Gestaltungskonzeption ausgeführt (Treppenhaus auf der Ostseite in Shedform und Stahl-/Glaskonstruktion, Aufstockung Halle 4a in leichter Stahlkonstruktion mit Paneelverkleidung, grau abgesetzt). Die Farbgebung der historischen Fassadenelemente erfolgt entsprechend restauratorischer Befundung.
Das Projekt hat wegen der überdurchschnittlich großen Nachfrage nach Studienplätzen in den Ingenieurwissenschaften sowie der geplanten wirtschaftsnahen Forschung (Drittmitteleinwerbung) besondere hoch-schulpolitische Bedeutung. Die Baumaßnahme wird zu 25 % aus Mitteln des europäischen Fonds EFRE mitfinanziert.

Zeitablauf

10/2000 - Bedarfsanforderungen genehmigt
04/2002 - Vorlage der Haushaltsunterlage-Bau
10/2004 – Genehmigung der Haushaltsunterlage-Bau
09/2005 – 06/2008 voraussichtlicher Realisierungszeitraum

TMBV, September 2005

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