Nachhaltigkeit und Innovationen im Straßenbau

Bei der Straßeninfrastruktur findet nachhaltiges Bauen und Handeln ebenfalls über den gesamten Lebenszyklus von Planung, Ausschreibung, Realisierung und Betrieb statt. Die Bandbreite der konkreten Maßnahmen ist dabei sehr vielfältig, wie nachfolgend einige Beispiele verdeutlichen:

Qualitätssicherung im Straßenbau

Bereits bei der Planung von Infrastrukturprojekten finden die in der Zukunft erforderlichen Sanierungs- und Rückbaumaßnahmen Berücksichtigung. So können zum Beispiel wertvolle Ressourcen und Deponieraum weitgehend geschont werden, wenn Sekundärrohstoffe aufbereitet und bspw. in Form von Ausbauasphalt wieder eingebaut werden können. Die Qualitätssicherung der Baustoffe trägt entscheidend zur Haltbarkeit und Sicherheit der Straßeninfrastruktur bei. Ein wesentlicher Aspekt dabei ist es, möglichst frühzeitig die erforderlichen Eigenschaften der verwendeten Baustoffe für den Straßen-, Brücken- und Ingenieurbau wie z.B. Schichten ohne Bindemittel, Gesteinskörnungen, Bitumen, Zement bzw. Asphalt und Beton beurteilen zu können, um bei der Abnahme von Baumaßnahmen gegenüber Baufirmen nur noch die Ausführungsqualität der fertiggestellten Leistung kontrollieren zu müssen. Zur Gewährleistung eines reibungslosen Bauablaufes erstellt die Thüringer Straßenbauverwaltung eine Liste der güteüberwachten, in Thüringen beurteilten Hersteller von Gesteinskörnungen und Baustoffgemischen für den Straßen- und Ingenieurbau. Hierin werden die Baustoffgemische und die Gesteinskörnungen, die für den Dienstaufsichtsbereich des Thüringer Landesamtes – insbesondere unter Berücksichtigung regionaler Besonderheiten – geeignet sind, aufgeführt. Im Rahmen der Baudurchführung festgestellte Abweichungen müssen durch den Verursacher baulich behoben werden bzw. werden durch finanzielle Abzüge oder verlängerte Gewährleistungsfristen sanktioniert. Ziel ist es, die Nutzungszeit und -qualität der Straßen und Brücken zu optimieren und dadurch langfristig Ressourcen einzusparen. Die lebenszyklusorientierte Betrachtung der Infrastruktur ist ferner die Basis für das übergeordnete Erhaltungsmanagement im TLBV.

 
Umsetzung von Lärmschutzmaßnahmen

Einen wichtigen Beitrag zur ökologischen Dimension der Nachhaltigkeit stellen die Aktivitäten zur Verbesserung des Immissionsschutzes dar. Beim Lärmschutz wird grundsätzlich zwischen der Lärmvorsorge beim Bau oder der wesentlichen Änderung öffentlicher Straßen sowie der Lärmsanierung an bestehenden Verkehrswegen unterschieden. Bei Neu-, Aus- und Umbauvorhaben von Straßen sorgen z.B. Lärmschutzwände und Lärmschutzwälle, aber auch lärmarme Fahrbahnoberflächen und Fahrbahnübergänge an Ingenieurbauwerken, dafür, dass die Immissionsgrenzwerte eingehalten werden. Für diesen Zweck wurden zwischen 2007 und 2016 an Bundes- und Landesstraßen über 30 Mio. € ausgegeben. Lärmsanierungen wiederum beinhalten die bauliche Nachrüstung von Lärmschutz, sind gesetzlich nicht geregelt und stellen ausnahmslos eine freiwillige Leistung von Bund und Land dar. In Maßnahmen zur Lärmsanierung wurden im selben Zeitraum weitere 15 Mio. € investiert.

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BAB A4, Gera-Thieschitz, Montage Lärmschutz
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BAB A4, Lärmschutzwand Saaletalbrücke

 
Innovation im Winterdienst

Nachhaltiges Handeln bestimmt die Strategie des TLBV nicht nur im Bau, sondern auch im Betrieb. Im Rahmen einer neuen Winterdienststrategie werden beispielsweise in Thüringen dauerhaft die Salzmengen reduziert. Beim neuen Verfahren der Flüssigstreuung „FS 100“ wird eine reine Salzlösung in veränderbarer Menge auf die Fahrbahn gesprüht. Durch die Salzlösung wird die Straße feucht gehalten und die Bildung von Reif- und Eisglätte infolge des „Frost-Tau-Wechsel“ gehemmt. Nach 24 Stunden sind noch ca. 80 % der Sole auf der Fahrbahn, wodurch sich der Salzverbrauch und die Umweltbilanz verbessern, ohne dass Nachteile bei der Verkehrssicherheit entstehen. Die Flüssigstreuung ist zur Prävention vor Glätte bis maximal minus sechs Grad Celsius geeignet.

Das Verfahren wurde auf zwei Thüringer Bundesstraßen im Winterdienst seit 2013 / 2014 erprobt und anschließend im Rahmen nachfolgender Vergabeverfahren als auszuführende Leistung eingeführt.

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Winterdienst mit Flüssigstreuung

 
Intelligente Verkehrssysteme

Einen wichtigen Beitrag zur gleichzeitigen Energieeinsparung und Erhöhung der Verkehrssicherheit leisten Maßnahmen aus dem Bereich Verkehrssteuerung. Die sukzessive Umstellung der rund 700 Lichtsignalanlagen an Bundes- und Landesstraßen auf LED-Technik führt z.B. zur direkten Energieeinsparung.

Darüber hinaus wird aber auch die Verkehrssicherheit erhöht, weil die LED-Technik auch bei starker und direkter Sonneneinstrahlung die Signalgeber eindeutig erkennen lässt. Durch die verkehrstechnische Optimierung und die Reduzierung der Wartezeiten für Verkehrsteilnehmer an roten Ampeln kann zudem der Kraftstoffverbrauch gesenkt werden.

Emissionen können auch durch die Lenkung von Verkehrsströmen reduziert werden. Voraussetzung dafür sind die Erfassung, Auswertung und Vernetzung von Verkehrsinfrastruktur- und Kommunikationsdaten. Die Straßenbauverwaltungen und damit das TLBV greifen durch Verkehrsbeeinflussungsanlagen in den Verkehr ein, um Staus zu vermeiden oder vor Staubildung und anderen Gefahren zu warnen. Ein Beispiel sind die Verkehrsbeeinflussungsanlagen im Bereich der Tunnelketten der A 4 bei Jena und der A 71 im Thüringer Wald. Bleibt ein Fahrzeug mit einer Panne im Tunnel liegen, wird lediglich der betroffene Fahrstreifen gesperrt, wodurch eine Sperrung des gesamten Tunnels vermieden werden kann.

Eine großräumige Verkehrssteuerung ermöglicht die Netzbeeinflussungsanlage Erfurt – Halle/Leipzig. Seit Fertigstellung der A 38 und A 71 ist mit der A 4 und der A 9 eine so genannte „Netzmasche“ entstanden. Damit besteht die Möglichkeit, bei Störungen auf der A 4 oder der A 9 den Verkehr in Richtung Halle, Leipzig und Berlin ab dem Autobahnkreuz Erfurt über die A 71 und die A 38 zum Autobahnkreuz Rippachtal zu leiten. Dies ist insbesondere bei möglichen Sperrungen der Tunnel Jagdberg oder Lobdeburg sowie bei Staus oder Baumaßnahmen am Hermsdorfer Kreuz sinnvoll. Die Netzbeeinflussungsanlage Erfurt – Halle/Leipzig ist ein Gemeinschaftsprojekt der Straßenbauverwaltungen von Sachsen-Anhalt und Thüringen. Es ist damit ein Beispiel für betreiberübergreifende Verkehrssteuerung, eine der wichtigsten Aufgaben im Bereich Verkehr für die nächsten Jahre.

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