Nachhaltigkeit und Innovationen im Staatlichen Hochbau

Eine nachhaltige Bauweise ist heute Standard jeder verantwortungsvollen Planungsarbeit. Nachhaltiges Bauen basiert auf einer integrativen Planung, die einer ganzheitlichen Zielkonzeption folgt. Für die einzelnen Aspekte nachhaltigen Bauens werden Teilkonzepte definiert, mit Lösungsvorschlägen untersetzt und jeweils hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Ökologie, Ökonomie, soziale, funktionale und technische Qualität bewertet. Über mehrere Teilkonzepte hinweg werden positive Synergien gesucht, um zu einer nachhaltigen Gesamtplanung zu gelangen.
 

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Betrachtung von Teilkonzepten und Vernetzung zu einer nachhaltigen Gesamtplanung im Hochbau
Quelle: in Anlehnung an Architektenkammer Thüringen, Nachhaltig bauen: MehrWert schaffen, 2011, S. 13.
Grafik: Kartinka

 
Gebäude verbrauchen während ihres gesamten Lebenszyklus ein hohes Maß an Primärenergie und tragen somit wesentlich zum CO2-Ausstoß bei. Form, Struktur und Lage des Baukörpers, aber auch die Fassadenkonstruktion und eingebaute Gebäudetechnik entscheiden darüber, ob ein Bauwerk niedrige Verbräuche ermöglicht und somit auch geringe Betriebskosten verursacht. Der Aufwand für die Erhaltung und notwendige Sanierungen hängt von der Konfiguration der Bauwerke ab.

Mit dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) hat das Bundesbauministerium im Jahr 2009 einen Standard für nachhaltigen Hochbau definiert. Durch die konsequente Anwendung des darin enthaltenen Kriterienkataloges lassen sich nachhaltige Gebäude realisieren und der Grad der Nachhaltigkeit durch ein gebäudetypabhängiges Bewertungssystem messen. Für auf einer integrativen Planung, die einer ganzheitlichen Zielkonzeption folgt. Für die Bundesbauten in Thüringen finden die BNB-Kriterien gleichermaßen Anwendung, so z.B. auch bei Projekten für die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Bei großen Hochbauprojekten des Bundes (Baukosten > 2 Mio. €) soll eine Bewertung auf „Silberniveau“, also der zweithöchsten Nachhaltigkeitsstufe, erreicht werden. Auch für militärische Bauprojekte wird zunehmend die Anwendung des Leitfadens Nachhaltiges Bauen vereinbart.

Der Freistaat Thüringen hat die Grundsätze des nachhaltigen Bauens auf Landesebene in den Richtlinien für die Durchführung von Bauaufgaben (RLBau) verankert. Ein Beispiel für die erfolgreiche Anwendung ist der Neubau eines Hörsaal- und Laborgebäudes an der Fachhochschule Erfurt, der 2013 in Betrieb genommen wurde. Die energieeffiziente Bauweise mit hochwertiger Dämmung, Fenstern und Glasfassaden wird durch eine adäquate Gebäudetechnik ergänzt. Dazu gehören eine Flächenheizung, eine intelligente Steuerung von Heizung, Beleuchtung und Sonnenschutz sowie die Nutzung von Energie aus Grund- und Regenwasser über eine Adsorptionswärmepumpe. Das Bauwerk erhielt nach dem BNB-Bewertungssystem das Zertifikat „Silber“. Die Zertifizierung war Teil eines Pilotprojektes, bei dem das BNB für den Neubau von Unterrichtsgebäuden erprobt wurde.
 

Fachhochschule Erfurt, Neubau Hörsaal- und Laborgebäude an der Leipziger Straße

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Foto: Beate C. Meusel, Erfurt
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Foto: Beate C. Meusel, Erfurt
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Foto: Beate C. Meusel, Erfurt
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Foto: Beate C. Meusel, Erfurt

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