Interview mit dem Präsidenten

Wofür steht das Landesamt und was sind seine Kernaufgaben?

Das Landesamt trägt als Dienstleistungsbehörde für die Bürgerinnen und Bürger dafür Sorge, dass die staatlichen Hochbauten wie Krankenhäuser, Kasernen, Schulen, Behörden und Hochschulen funktional und zeitgemäß errichtet, erneuert, unterhalten und betrieben werden und allen Verkehrsteilnehmern in Thüringen ein intaktes und leistungsfähiges Straßenverkehrsnetz zur Verfügung steht. Mobilität und Infrastruktur sind das Fundament für Arbeit, Innovation und die Zukunft unserer Gesellschaft.

Wir schaffen die infrastrukturellen Voraussetzungen für einen modernen und zukunftsfähigen Freistaat Thüringen, als einen attraktiven und vielfältigen Lebens-, Wohn- sowie Wirtschafts- und Investitionsstandort in der Mitte Europas. Das Landesamt für Bau und Verkehr steht für Fortschritt und Entwicklung und damit für die Verbesserung der Daseinsvorsorge und die Erhöhung der Lebensqualität in Thüringen.
 

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Markus Brämer, Präsident des Landesamtes für Bau und Verkehr
(Foto: Delf Zeh)


Können Sie sich noch an die Anfänge des Landesamtes erinnern?

Im Jahr 2008 beschloss der Freistaat Thüringen, die Baukompetenzen der Hochbauverwaltung und der Straßenbauverwaltung in einer Behörde, dem Landesamt für Bau und Verkehr (TLBV), zusammenzuführen. Ziel der Fusion war es, die baufachlichen Tätigkeiten und den Bausachverstand der Infrastrukturbereiche Bau und Verkehr in einer Landesmittelbehörde des Freistaats zu bündeln und verschiedene Synergieeffekte zu ermöglichen. Der Aufbau einer zentralen Infrastrukturbehörde war ein konsequenter Schritt, um den sich ändernden Rahmenbedingungen gerecht zu werden und die Leistungsfähigkeit der Thüringer Bauverwaltung aufrecht zu erhalten.

Wie haben sich die Rahmenbedingungen im Landesamt in den letzten 10 Jahren verändert?

Über die Jahre mussten wir unseren Personalbestand im Geschäftsbereich verringern, aber die Fachaufgaben wurden nicht weniger; ganz im Gegenteil, wir haben zusätzliche Arbeitsbereiche, wie den Wiederaufbau von Hochwasserschäden und die Schulbauförderung, hinzubekommen. Die Arbeitsdichte und die fachlichen Anforderungen sind in den letzten Jahren weiter gestiegen. Bei der Vorbereitung und Umsetzung von Baumaßnahmen sind insbesondere verstärkt Regularien zur Nachhaltigkeit, Energieeffizienz, Umweltverträglichkeit, Verkehrssicherungspflicht bzw. zu Sicherheitsbelangen generell und ferner auch umfangreiche Vergabe-, Dokumentations- und Prüfungsleistungen zu erfüllen.

Wie begegnen Sie diesen Entwicklungen?

Die gestrafften Organisationseinheiten und die qualitäts- und termingerechte Aufgabenwahrnehmung erfordern heute mehr denn je ein hohes Maß an Einsatz und Erneuerungswillen. Daher ist es umso wichtiger, achtsam und verantwortungsvoll mit den uns zur Verfügung stehenden Kapazitäten umzugehen. Zum Glück haben wir engagierte Mitarbeiter, die sich den neuen Herausforderungen stellen. Vor dem Hintergrund begrenzter Ressourcen, neuer Aufgaben und sich permanent ändernder rechtlicher und technischer Vorschriften ist ein modernes Projektsteuerungs- und Qualitätsmanagement unverzichtbar. Bei der Bewältigung der komplexen Infrastrukturaufgaben beschränken wir uns mittlerweile auf die nicht delegierbaren Bauherrenaufgaben und werden hier von vielen kompetenten Partnern unterstützt. Wir arbeiten mit guten, zuverlässigen Architekten, Ingenieuren und Bauunternehmen zusammen, die für uns von der Planung bis zur Bauausführung tätig sind.

Welche Erfahrungen hat das Landesamt mit der Neustrukturierung gemacht?

Die Neuorganisation hat es ermöglicht, Ressourcen flexibler zu steuern, Engpässe auszugleichen und in Teilen auch Synergien freizusetzen, damit wir unsere Fachaufgaben auch weiterhin wirtschaftlich, termingerecht und qualitativ anforderungsgerecht erfüllen können. Insbesondere bei Querschnittsaufgaben wie Personal, Organisation, Recht, Haushalt und Informationstechnik konnten Arbeitsprozesse optimiert werden.

Gibt es dafür ein Beispiel?

Nach den Hochwasserereignissen 2013 in Thüringen waren wir gefragt, für die betroffenen Haushalte, Wohneigentümer und Kommunen kurzfristig die notwendigen Maßnahmen zu veranlassen, um die Förderrichtlinien für den Wiederaufbau umzusetzen. In kurzer Zeit haben wir dazu eine Stabsstelle eingerichtet und Personal zusammengezogen. Durch das gewinnbringende Miteinander vieler recht unterschiedlicher Fachbereiche gelang es hier zeitnah, Wiederaufbauhilfe zu ermöglichen. Überhaupt sind es die hohe Motivation und das große Engagement der einzelnen Bediensteten, die Aufgaben und Projekte zum Erfolg führen. Dafür möchte ich allen Kolleginnen und Kollegen danken.

Was sind die Herausforderungen und Ziele in den nächsten Jahren?

Das Landesamt für Bau und Verkehr ist ein wichtiger, verlässlicher und damit auch attraktiver Auftraggeber vieler freiberuflicher Leistungen sowie der Bauwirtschaft insgesamt. Daher sind die öffentlichen Ausschreibungsverfahren überschaubar und praktikabel zu gestalten, um unnötige Mehrbelastungen bei der Umsetzung von Baumaßnahmen zu vermeiden. Dies gerade in einer Zeit, in der wir einen deutlichen Investitionshochlauf in allen Sparten zu verzeichnen haben. Die Wettbewerbssituation um Bauaufträge und die Gewinnung von Fachpersonal hat sich in den letzten Monaten enorm zugespitzt. Die spürbar zurückgehende Beteiligung bei Ausschreibungen zeigt, dass viele Büros und Firmen ausgelastet sind und auch Fachkräfte zunehmend knapp werden. Dies merken wir auch bei unseren Stellenausschreibungen. Wir müssen verstärkt dafür werben, dass der öffentliche Dienst gute Arbeitsbedingungen und die Bauverwaltung interessante Arbeitsfelder bietet. Das ist umso wichtiger, denn in den nächsten Jahren wechseln viele Bedienstete in den Ruhestand und eine neue Generation muss nachfolgen. Diesen Übergang wollen wir angemessen gestalten.

Der technologische Wandel sorgt sicher auch für Chancen …

Ein weiteres Thema ist natürlich die Digitalisierung. Intelligente, digitale Bauwerkskomponenten und vernetzte Systeme müssen wir verstärkt nutzen, denn sie sind wichtige Instrumente zur Beschleunigung und Verbesserung von Infrastrukturvorhaben, auch zur Umsetzung des Mobilitätswandels und der Energiewende. Sie sichern unter anderem eine zeitgemäße und kluge Vernetzung von Mobilitätsangeboten für die Bereiche Straße, ÖPNV und Radverkehr. So sorgen Netzbeeinflussungsanlagen und Falschfahrererkennung in Tunneln für mehr Sicherheit und Effizienz im Thüringer Straßenverkehr. Auch sichern digitale Projektinformationen über den gesamten Lebenszyklus einer Liegenschaft ein nachhaltiges, energieeffizientes Planen, Bauen und Betreiben.

Und neben allen fachlichen Herausforderungen stehen grundsätzliche organisatorische Veränderungen an: Mit der Gründung der Infrastrukturgesellschaft durch den Bund werden die Autobahnen unseren Zuständigkeitsbereich verlassen. Wir haben begonnen, diesen Transformationsprozess vorzubereiten.

Es bleibt eine bewegende Zeit.

 

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