Förderung der regionalen und gemeindlichen Entwicklung

Neugestaltung des Dorfangers in Kreuzebra (Eichsfeld)
Durch Flächenbereitstellung in der Flurbereinigung unterstütztes Dorferneuerungsprojekt „Neugestaltung des Dorfangers“ in Kreuzebra (Eichsfeld) | Foto: Flurbereinigung Gotha

Die Regelung der Eigentumsverhältnisse in den Dörfern, u. a. die Beseitigung baurechtswidriger Zustände, die Zusammenführung von getrenntem Boden- und Gebäudeeigentum und die Entflechtung konkurrierender Nutzungsansprüche schafft Rechtssicherheit, aktiviert privates Kapital und fördert damit die Investitionstätigkeit im öffentlichen und privaten Bereich. Nicht zuletzt werden damit auch die Voraussetzungen geschaffen, um die Möglichkeiten des Förderinstruments Dorferneuerung zu nutzen. Über die Bodenordnung in einer Flurbereinigung können Herausforderungen der Innenentwicklung, des sparsamen Flächenverbrauchs und des Dorfumbaus bewältigt werden.

Beispiel: Flurbereinigungsverfahren Ebertshausen | Landkreis Schmalkalden-Meiningen

Die Dorfflurbereinigung Ebertshausen wurde 1995 durch das ALF Meiningen angeordnet. Das Verfahrensgebiet hat eine Größe von rund 70 ha und umfasst den Siedlungsbereich und einige angrenzende Grünland- und Waldflächen.

Ein wesentliches Verfahrensziel ist die Auflösung des ungetrennten, unvermessenen Hofraums. Das ursprüngliche Hofraum-Flurstück in der Ortslage Ebertshausen hatte eine Größe von ca. 6 ha. Es wurde durch 48 Heraustrennungen von Hofstellen über Fortführungsvermessungen im Laufe der Zeit um die Hälfte verkleinert. Das heutige Hofraum-Restflurstück enthält noch 28 private Hofstellen sowie verschiedene öffentliche Nutzflächen. Diese sind im Grundbuch als Anteil am ungetrenntem Hofraum mit jeweils einer Gebäudesteuerrollennummer ohne Flächenangaben eingetragen und somit keine Grundstücke im Sinne des BGB.

Durch die Ortsregulierung im Zuge des Flurbereinigungsverfahrens wurde der ungetrennte Hofraum im Entwurf zerlegt. Um die nicht BGB-konformen Verhältnisse so schnell wie möglich zu beheben, sollte die Auflösung des ungetrennten Hofraums bereits im alten Rechtszustand, d. h. vor der Aufstellung des Flurbereinigungsplans erfolgen. Hierzu wurde das Einverständnis aller Grundeigentümer eingeholt. Anhand des Zerlegungsentwurfs bildete die Katasterbehörde im Wege einer Katasterfortführung 30 Flurstücke im ungetrennten Hofraum. Mit dieser Lösung wurde die freie Verfügbarkeit der betreffenden Grundstücke in Ebertshausen hergestellt.


Ungetrennter Hofraum in Ebertshausen 1866 und zu Beginn der Flurbereinigung

Ungetrennter Hofraum in Ebertshausen 1866 und zu Beginn der Flurbereinigung


Erst im Laufe des Verfahrens gewann die Umsetzung von Hochwasserschutzmaßnahmen zunehmende Bedeutung. Durch Ebertshausen fließt die „Lichtenau“. Dieses Fließgewässer führt vor allem im Frühjahr zur Schneeschmelze enorme Wassermengen und Geschiebe mit sich und verursachte regelmäßig Hochwasser in der Dorfmitte. Die Schäden an den Grundstücken und Gebäuden nahmen von Jahr zu Jahr zu.

Geeignete Hochwasserschutzmaßnahmen sollten daher im Rahmen der Flurbereinigung umgesetzt werden. Das Baurecht für die Hochwasserschutzanlagen wurde über den Wege- und Gewässerplan geschaffen. Die bautechnischen Detailplanungen umfassten:

  • Gewässerprofilierung, Gerinnesanierung sowie eine Umverlegung der Lichtenau
  • Geröll- und Geschiebefang mit Baggerrampe
  • fünf Hochwasserschutzdeiche
  • vier Hochwasserschutzwände
  • zwei Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen

Nach nur einem Jahr Bauzeit wurden die Maßnahmen im Herbst 2009 fertiggestellt. Bei den seitherigen Starkregenereignissen zeigte sich, dass der Hochwasserschutz in Ebertshausen funktioniert und den Wassermassen Stand hält.


Bachlauf der Lichtenau vor und nach der Umverlegung

Bachlauf der Lichtenau vor und nach der Umverlegung Foto: Flurbereinigung Meiningen



​Durch die Auflösung zweier völlig unterschiedlich gelagerter Problemfelder wurden mit der Flurbereinigung Ebertshausen entscheidende Fortschritte in der gemeindlichen Entwicklung gemacht. Insbesondere ist es gelungen das Eigentum der Beteiligten erheblich in Wert zu setzen.

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