Luftreinhaltung

Zu den wichtigsten Grundlagen des Lebens auf unserer Erde zählt saubere, schadstofffreie Luft. Sie so sauber wie möglich zu halten, ist daher eine vordringliche und aktuelle Aufgabe, aber keine neue Problematik. Seit Entstehung der Erde wird die lebenswichtige Lufthülle durch zahlreiche Stoffe, die durch Verwitterungsvorgänge, Vulkantätigkeiten u. a. freigesetzt werden, „verunreinigt“. Das Leben auf der Erde wurde aber durch diese „natürlichen" Luftverunreinigungen nie ernstlich gefährdet. Menschliche Tätigkeiten trugen allerdings, besonders verstärkt mit der Industrialisierung, zunehmend zum Eintrag von Schadstoffen in die Umgebungs-/Atemluft bei.

Schutz vor Luftverunreinigungen

Die Luftverunreinigung durch den Menschen hat bereits eine lange Geschichte, deren Folgen in den letzten Jahrzehnten immer deutlicher zutage traten. Frühe Ursachen waren u. a. Heizungsabgase. Neben der zunächst lokalen Luftverschmutzung nahm mit der Entwicklung von Industrie, Wirtschaft und Verkehr die Schadstoffbelastung auf dem gesamten europäischen Kontinent rapide zu.

Die Luftverunreinigung führte zu einer ernstzunehmenden Gefahr für die Biosphäre, insbesondere auch für die Gesundheit der Menschen.
Bereits 1974 hat der Deutsche Bundestag zu dem Zweck, <em>"...Menschen, Tiere und Pflanzen, den Boden, das Wasser, die Atmosphäre sowie Kultur- und sonstige Sachgüter vor schädlichen Umwelteinwirkungen ... zu schützen und dem Entstehen schädlicher Umwelteinwirkungen vorzubeugen ... "</em> das Bundes-Immissionsschutzgesetz verabschiedet.

Zum Schutz der Menschen und ihrer Umwelt wurde auch seitens  der Europäischen Union der Luftreinhaltepolitik eine entsprechende Priorität eingeräumt. Richtlinien mit hohen Anforderungen an Emissionsminderungen, Verbesserungen von Kraftstoffen und vor allem zur Erreichung  langfristiger Luftqualitätsziele zur Verbesserung der Luftqualität wurden erlassen. Die EU-Luftqualitätsrichtlinien (EU-Rahmenrichtlinie zur Luftqualität und dazu die  1. bis 4. Tochterrichtlinie mit Festlegung  von Grenz-, Leit- und Zielwerten) sollen das Vorhaben, eine dem Menschen und seiner Umwelt zuträgliche Luftbeschaffenheit zu sichern, gewährleisten.

Luftschadstoffsituation und Luftreinhalteplanung

In Thüringen wird die Luftqualität durch die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie überwacht. Hierbei wird die Beschaffenheit der Luft hinsichtlich der Anteile an Feinstaub (PM10), Stickstoffdioxid (NO2), Staubniederschlag sowie Staubinhaltsstoffe (z. B. Schwermetalle), Schwefeldioxid (SO2) und Ozon untersucht. Die Ergebnisse der Messungen mit Angaben zu Grenzwertüberschreitungen sind auf der Seite der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie veröffentlicht.

Luft Jena
Messfahrzeug

Zu den Quellen von Luftschadstoffen zählen heute vor allem der Straßenverkehr und Verbrennungsprozesse in der Industrie und Energiewirtschaft als auch die verstärkte Nutzung von Kaminöfen in privaten Haushalten. Die Höhe der tatsächlich auftretenden Schadstoffbelastung wird nicht nur von der Emission beim Verursacher, sondern auch durch Witterungsbedingungen mitbestimmt. So kann es zum Beispiel bei Wetterlagen mit eingeschränktem Luftaustausch dazu kommen, dass sich Schadstoffe in den unteren Luftschichten stärker anreichern.

In den letzten Jahren wurden erhebliche Anstrengungen unternommen, um in besonders belasteten Städten die Luftschadstoffemissionen, insbesondere von Stickstoffdioxid und Feinstaub zu senken. Gegenüber den 90er Jahren ist allgemein ein Trend der Verbesserung erkennbar, der bei Schwefeldioxid sehr deutlich ausfällt und auch bei Feinstaub sichtbar ist. Hier werden die Grenzwerte nahezu eingehalten. Dagegen ist in vielen Städten Deutschlands noch mit einer Überschreitung des Jahresmittelgrenzwertes für Stickstoffdioxid zu rechnen. Hohe Schadstoffkonzentrationen in der Luft treten immer noch vorrangig an stark befahrenen Straßen in Städten auf. Deshalb sind hier insbesondere Motor- und Autohersteller gefordert, weitere Anstrengungen zu unternehmen, um gesundheitsschädigende Belastungen durch den Autoverkehr zu minimieren. Gleichzeitig ist es Aufgabe der zuständigen Behörden, bei der Überschreitung bzw. der Gefahr der Überschreitung von Immissionsgrenzwerten Luftreinhaltepläne zu erstellen. Ziel muss es sein, mit geeigneten Maßnahmen die Einhaltung der Grenzwerte sicherzustellen. Die geltenden Luftreinhaltepläne für die Städte Erfurt, Weimar, Jena, Gera und Mühlhausen sind auf der Seite des Thüringer Landesverwaltungsamtes veröffentlicht.

Emissionen von mobilen Maschinen und Geräten

In der Verordnung über Emissionsgrenzwerte für Verbrennungsmotoren (28. BImSchV) sind die Anforderungen der EU-Richtlinie 97/68/EG zur Minderung der Emission von gasförmigen Schadstoffen und luftverunreinigenden Partikeln aus Verbrennungsmotoren für mobile Maschinen und Geräte umgesetzt. Ziel ist es, den Gesundheits- und Umweltschutz zu verbessern und damit den Verbraucher und die Umwelt vor vermeidbaren Belastungen zu schützen.

Die Regelungen der 28. BImSchV gelten nur für das Inverkehrbringen von Motoren zum Einbau in solche mobilen Maschinen und Geräte, die nicht für den Straßenverkehr bestimmt sind. Die Bandbreite der hiervon betroffenen Motoren und damit Maschinen ist groß. Sie reicht von kleineren Geräten wie beispielsweise Rasenmähern und Motorsägen über Kehrmaschinen bis hin zu Baggern und anderen Baumaschinen. Von der 28. BImSchV ausgenommen sind dagegen Motoren zum Antrieb von Binnenschiffen.

Die Verordnung sieht vor, dass für jeden Motor oder jede Motorenfamilie eine Typgenehmigung erforderlich ist, jeder im Handel befindliche Motor mit dem genehmigten Typ übereinstimmen und die Motoren über die hierzu notwendigen Kennzeichnungen verfügen müssen. Um sicherzustellen, dass die in den Verkehr gebrachten Motoren den Anforderungen genügen, ist eine Marktüberwachung vorgesehen.

Die Marktüberwachung erfolgt nach einem gemeinsamen Marktüberwachungskonzept und -programm der Länder. Die unteren Immissionsschutzbehörden in den Landkreisen und kreisfreien Städten sind die in Thüringen für die Marktüberwachung zuständigen Behörden.

Marktüberwachungsprogramm 2016
Marktüberwachungsprogramm 2016 nach der Verordnung über Emissionsgrenzwerte für Verbrennungsmotoren 28. BImSchV

Marktüberwachungskonzept 28. BImSchV
Veröffentlichung des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)

Wegweiser

Aktionen

Thueringen Monitor Klein www.bildungsfreistellung.de Thueringer Kampagne Wir sind Energie-Gewinner.

Beliebte Seiten

Serviceportal – Bürger

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Serviceportal – Unternehmen

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Serviceportal – Weitere

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Servicebereich

Publikationen