Management von Wolf und Luchs in Thüringen

Für das langfristige Überleben beider Arten in der mitteleuropäischen Kulturlandschaft steht auch Thüringen in Verantwortung. Ziel des hiesigen Wolf- und Luchsmanagements ist es, beiden Arten eine dauerhafte Existenz in Thüringen zu ermöglichen. Zusätzlich soll der Erhaltungszustand der jeweiligen länderübergreifenden Populationen verbessert werden. Das Wolf- und Luchsmanagement wird durch das Thüringer Umweltministerium koordiniert.

Arbeitsgruppe Wolf
Die beratende Arbeitsgruppe "Wolf und Luchs" trifft sich mindestens einmal pro Jahr, um aktuelle Entwicklungen zu erörtern.

Die Rückkehr von Wolf und Luchs stellen insbesondere in einer dicht besiedelten und intensiv genutzten Kulturlandschaft eine besondere Herausforderung dar. Beide Arten, v .a. der Wolf, können Konflikte mit der Weidetierhaltung begründen. Der Konfliktminimierung kommt somit eine besonderen Rolle zu. Hier ist die Förderrichtlinie Wolf/Luchs ein Instrument, um betroffenen Nutztierhaltern etwaige Schäden zu ersetzen oder Schäden durch den Wolf durch die Förderung von Präventionsmaßnahmen zu verringern bzw. gar nicht erst entstehen zu lassen.

Nach wie vor sind die Themen Luchs und insbesondere der Wolf emotional besetzt,. Dadurch kann die Akzeptanz beider Arten leiden. Häufig geäußerte Befürchtungen und Sorgen können oftmals mit sachlichen Argumenten entkräftet werden. Einseitige Romantisierung und das Verschweigen möglicher Konflikte sind jedoch ebenso wenig hilfreich. Zur Steigerung der Akzeptanz und des Vertrauens der Bürger in das Management von Wolf und Luchs sieht sich das TMUEN einer strikt objektiven Öffentlichkeitsarbeit nach dem wissenschaftlichen Kenntnisstand und der geltenden Rechtslage verpflichtet. Dabei soll möglichst zeitnah zum Wolfs- und Luchsgeschehen in Thüringen berichtet werden.

Intensives Monitoring und Statistik über Risse von Nutztieren

Um verbesserte Informationen zur Verbreitung von Luchs und Wolf in Thüringen zu erhalten, wurde das Monitoring, also die  Beobachtung der Arten in der Natur, im 3. Quartal 2017 gemeinsam mit dem Landesjagdverband Thüringen e. V. und dem NABU Thüringen e. V. nochmals verstärkt. So konnte Mitte Oktober 2017 erstmals per Fotofalle nachgewiesen werden, dass die Wölfin von Ohrdruf Nachwuchs mit einem Haushund gezeugt hatte.

Das Management für die Großbeutegreifer folgt einem dynamischen Ansatz, indem je nach Situation und Kenntnisstand Maßnahmen angepasst oder weiterentwickelt werden. Abstimmungen von Managementmaßnahmen mit wissenschaftlichen Einrichtungen, anderen Bundesländern, dem Bund und auch auf europäischer Ebene sind dabei unumgänglich. Auf Landesebene werden Tierhalter-, Naturschutz-, Jagdverbände, die Landesforstanstalt, der Bundesforst sowie andere Behörden regelmäßig über die beim TMUEN angesiedelte Arbeitsgruppe "Wolf und Luchs" in das Management einbezogen.

  • Ansprechpartner des TMUEN für das Wolf- und Luchsmanagement: Herr Manuel Hoffmann (Tel.: 0361 - 57 39 11 443 oder per E-Mail) oder Herr Sebastian Rogahn (Tel.: 0361 57 39 11 465 oder per E-Mail)
  • Wolf – und Luchstelefon des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau u. Naturschutz: Tel.: 0361 – 57 39 41 941 oder per E-Mail

Eine Statistik der jährlich verzeichneten Nutztierrisse führt die TLUG.

Wolfsmanagement
Der Thüringer Wolfsmanagementplan wurde gemeinsam mit Tierhaltern, Jägern und Wissenschaftlern entwickelt.

Wolfsmanagementplan

Bereits vor Sichtung des ersten Wolfes im Mai 2014 nahe Ohrdruf hat eine Arbeitsgruppe unter Vorsitz des Thüringer Umweltministeriums einen Wolfsmanagementplan erarbeitet. Der Wolfsmanagementplan informiert über den Wolf und wirbt für seine Akzeptanz. Zugleich werden potentielle Konflikte benannt und Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt.

Der  vorliegende Plan Wolf  bezieht  sich  ausdrücklich auf das Gebiet des Freistaates Thüringen. Die fachliche Grundlage für den Managementplan bildet das Fachkonzept „Leben mit  Wölfen: Leitfaden für den Umgang mit einer konfliktträchtigen Tierart  in Deutschland“ (Reinhardt & Kluth 2007) sowie die „Guidelines  for  Population Level Management Plans for Large Carnivores in Europe“  (Linnell et al. 2008), das  im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz erstellt wurde.

Der  Managementplan für Thüringen soll zum möglichst konfliktarmen Miteinander von Mensch und  Wolf beitragen.  Ein  erstes  Ergebnis  daraus war die  Ausweisung  des  ersten Thüringer Wolfsgebietes „Zentrum Standortübungsplatz Ohrdruf plus 30 Kilometer Umkreis“  mit Wirkung vom 1. Juni 2015 als Kulisse für die Förderung des Herdenschutzes. Die mit Wirkung vom 28. November 2018 in Kraft getretene neue Förderrichtlinie Wolf/Luchs ermöglicht nunmehr Zuwendungen für den Herdenschutz im gesamten Freistaat. Die Publikation enthält Kontaktdaten weiterer Ansprechpartner. Der Wolfsmanagementplan wurde Ende 2015 in aktualisierter Form veröffentlicht und wird derzeit überarbeitet. Der neue Wolfsmanagementplan wird voraussichtlich Mitte des Jahres 2019 fertiggestellt sein. Die derzeitige Fassung kann hier bestellt bzw. heruntergeladen werden:

Download: Managementplan für den Wolf in Thüringen

Download: Faltblatt "Die Rückkehr des Wolfes nach Thüringen"

Bestellung: Publikationen des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz

 

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