Das Grünes Band Thüringen - auf dem Weg zum Nationalen Naturmonument

Der Eiserne Vorhang teilte bis zum Jahr 1989 Europa auf einer Länge von über 12.500 Kilometern. Im Schatten dieser Grenze vom Eismeer bis zum Schwarzen Meer entwickelte sich ein monumentales Naturdenkmal - das Grüne Band Europa. Die ehemalige innerdeutsche Grenze verbindet heute neun Bundesländer auf einer Länge von ca. 1.400 Kilometern. Dort entstand eine Perlenkette der Natur – das Grüne Band Deutschland. Thüringen trägt mit einem Anteil von 763 eindrucks- und erlebnisreichen Kilometern den größten Anteil am Grünen Band Deutschland und übernimmt deshalb eine besondere Verantwortung für den Schutz dieses einmaligen ökologischen Denkmals. Das Grüne Band Thüringen soll deshalb bis zum Jahr 2018 als Nationales Naturmonument unter besonderen Schutz gestellt werden. 

Ehemaliger Grenzturm am Grünen Band bei Birx (Landkreis Schmalkalden-Meiningen)
Ehemaliger Grenzturm am Grünen Band bei Birx (Landkreis Schmalkalden-Meiningen)
Karte Grünes Band Thüringen - Landkreise am Grünen Band
9 Thüringer Landkreise und die Stadt Eisenach liegen am Grünen Band Thüringen

Das Grüne Band ist ein einzigartiges ökologisches Denkmal der deutschen Teilung und Wiedervereinigung. Sein besonderer Wert liegt in der einmaligen Verbindung von vielfältigen Biotopstrukturen mit Resten der historischen Grenzbefestigungsanlagen. Mit rund 763 Kilometer Länge verkörpert das Grüne Band Thüringen einen repräsentativen Abschnitt der europäischen Geschichte und ist ein wichtiger Teil des internationalen Biotopverbundsystems Green Belt. Thüringen trägt damit den größten Anteil am Grünen Band als längstem Biotopverbund Deutschlands und eine besondere Verantwortung, um das Grüne Band als Mahnmal und Lebensraum zu erhalten und es für Erinnerungskultur und Naturschutz zu sichern. Das Grüne Band Thüringen verdient die Anerkennung als Nationales Naturmonument, da es Natur und Geschichte von nationaler Bedeutung miteinander verbindet. Wo früher die Grenze Menschen trennte, verbindet heute das gemeinsame Engagement für unsere Natur. Dass aus einem Element der Teilung der Nation ein Symbol des Verbindens entstand, prädestiniert das Grüne Band zusätzlich als Nationales Naturmonument.

Zahlreiche in ihrem Bestand stark bedrohte oder seltene Tier- und Pflanzenarten, wie der Schwarzstorch und das Braunkehlchen, haben im Schatten des Kalten Krieges ein bedeutendes Rückzugsgebiet im Grünen Band gefunden. Seltene Vogelarten nutzen es als Lebensraum, Nahrungs- und Rastgebiet. Seltene Pflanzen, wie das Helm-Knabenkraut, die in anderen Teilen Deutschlands kaum noch vorkommen, sind hier zu Hause. Bisher wurden lediglich einzelne Perlen des Grünen Bandes als Naturschutzgebiete gesichert oder bieten einen vergleichbaren Schutz, wie z. B. Natura 2000 Gebiete. Mit der Ausweisung des Grünen Bandes Thüringen als Nationales Naturmonument wäre ein einheitlicher Schutz des gesamten Grünen Bandes Thüringen vor neuen Eingriffen möglich.

Naturschutzgroßprojekte am Grünen Band Thüringen

Das Grüne Band ist in zwei Naturschutzgroßprojekte einbezogen: Das Projekt „Grünes Band Eichsfeld-Werratal“ und das Projekt „Grünes Band Rodachtal - Lange Berge - Steinachtal“. Beide haben ca. je 130 Kilometer Anteil am Grünen Band.

Die ehemaligen Bundesflächen, das sind immerhin 3.900 Hektar von 6.580 Hektar des Grünen Bandes, sind in das Eigentum der Stiftung Naturschutz Thüringen übergegangen. Die Stiftung sichert dort gemeinsam mit den Nutzern aus Land- und Forstwirtschaft dafür, dass das Grüne Band offen und erlebbar bleibt. Gleichzeitig gewährleistet die Stiftung eine naturschutzfachliche Betreuung.

Geringes Restriko am Grünen Band

In Abschnitten der ehemaligen innerdeutschen Grenze wurden durch die Grenztruppen der DDR Antipersonenminen verlegt. Die Flächen wurden in den 1990er Jahren beräumt. Trotzdem kann ein geringes Restrisiko nicht ausgeschlossen werden. Verlassen Sie in den entsprechend beschilderten Gebieten nicht die befestigten Wege und beachten Sie darüber hinausgehende Hinweise!

Fragen und Antworten zur Ausweisung des Grünen Bandes Thüringen als Nationales Naturmonument

Was ist ein Nationales Naturmonument?

Seit der Überarbeitung des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) im Jahr 2010 wurden „Nationale Naturmonumente“ (kurz: NNM) als Schutzkategorie aufgenommen, um national bedeutsame Schöpfungen der Natur einem besonderen Schutz unterstellen zu können, die die Voraussetzungen eines Nationalparks nicht erfüllen. Nach § 24 Abs. 4 BNatSchG sind Nationale Naturmonumente rechtsverbindlich festgesetzte Gebiete sind, die aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, kulturhistorischen oder landeskundlichen Gründen und wegen ihrer Seltenheit, Eigenart oder Schönheit  von herausragender Bedeutung sind. Nationale Naturmonumente sind wie Naturschutzgebiete zu schützen. Weitere Informationen finden Sie beim Bundesamt für Naturschutz.

Warum sollte das Grüne Band Thüringen unter Schutz gestellt werden?

Grenzen trennen – Natur verbindet. Das Grüne Band Thüringen verkörpert einen repräsentativen Abschnitt der europäischen Geschichte und ist ein wichtiger Teil des internationalen Biotopverbundsystems Green Belt. Rund 1.200 Tier- und Pflanzenarten der Roten Listen Deutschlands haben hier einen schützenswerten Lebensraum gefunden. Mit seinen 763 km Länge hat Thüringen den größten Anteil am Grünen Band als längstem Biotopverbund Deutschlands. Thüringen trägt deshalb eine besondere Verantwortung, um das Grüne Band als ökologisches Mahnmal mit der Verbindung von Erinnerungskultur und Naturschutz zu sichern. Die Ausweisung des Grünen Bandes Thüringen als Nationales Naturmonument eröffnet die Möglichkeiten für einen flächendeckenden Schutz des gesamten Grünen Bandes Thüringen.

Wer ist von der Ausweisung als Nationales Naturmonument betroffen?

Das Nationale Naturmonument soll gemeinsam mit den Menschen vor Ort geschützt und entwickelt werden. Dabei wird ein ausgewogenes Miteinander aller in den Regionen vorhandenen Nutzungsinteressen im Sinne einer abgestimmten, nachhaltigen Entwicklung angestrebt, welche die ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Bedürfnisse gleichermaßen berücksichtigt. Das Nationale Naturmonument dient mit seiner Verbindung als Biotopverbund und Erinnerungslandschaft auch einer umweltschonenden, naturnahen Erholung und der Entwicklung des Tourismus. Großschutzgebiete bedeuten häufig einen Imagegewinn für Regionen, die vorher weniger bekannt waren. Naturtouristische Angebote bieten den Regionen am Grünen Band Thüringen ein Alleinstellungsmerkmal und können dazu beitragen, die Wertschöpfung in den ländlichen Regionen zu steigern.

Wird eine landwirtschaftliche Nutzung am Grünen Band weiterhin möglich sein?

Der Schutz des Grünen Bandes Thüringen als Nationales Naturmonument beinhaltet kein generelles Nutzungsverbot. Bestehende und bereits im Vorfeld der Ausweisung als Nationales Naturmonument erteilte Genehmigungen, Erlaubnisse und Nutzungsberechtigungen bleiben von der Ausweisung unberührt. Zahlreiche Abschnitte des Grünen Bandes Thüringen benötigen darüber hinaus eine extensive landwirtschaftliche Nutzung, um die im Zuge der Teilung Deutschlands entstandenen Lebensräume für seltene Tiere und Pflanzen zu erhalten. Gemeinsam mit den Landnutzern- und Eigentümern sollen deshalb Wege gefunden werden, diese biologische Vielfalt zu schützen.

Wann und wie erfolgt die Ausweisung des Grünen Bandes Thüringen als Nationales Naturmonument?

Um das Grüne Band Thüringen bis 2018 als Nationales Naturmonument auszuweisen, erarbeitet das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz einen Gesetzesentwurf.  Bereits im Vorfeld der Erstellung eines Gesetzesentwurfs soll durch einen Dialogprozess ein Meinungsbild eingeholt werden. Dabei wird mit Kommunen, Landeigentümern, den Bürgerinnen und Bürgern, betroffenen Verbänden und NGOs (non governmental organizations) das Gespräch gesucht, um über Chancen und Herausforderungen der Ausweisung des Grünen Bandes Thüringen als Nationales Naturmonument zu sprechen. Die von der Ausweisung als Nationales Naturmonument Betroffenen erhalten somit bereits im Vorfeld die Gelegenheit, Vorschläge, Vorstellungen und Änderungswünsche frühzeitig in das Gesetzgebungsvorhaben einzubringen. Mit der Vorbereitung und Durchführung der Gespräche vor Ort ist die Thüringer Landgesellschaft mbH beauftragt.

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