Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

Projektgebiet 4: „Hohe Schrecke - Finne“

(FFH-Gebiet 4734-320)

Landkreis: Sömmerda und Kyffhäuserkreis
Flächengröße: 5.732 ha
Trockenrasenlebensräume gesamt: ca. 9 ha
Subpannonische Steppenrasen: < 1 ha

Weiterer Schutzstatus:

- EU-Vogelschutzgebiet
- Naturschutzgebiete (NSG) „Finnberg“, „Hohe Schrecke“

Charakteristik

Finnberg bei Burgwenden, Foto: Detlef Stremke
Finnberg bei Burgwenden, Foto: Detlef Stremke
Der am Nordostrand des Thüringer Beckens gelegene Buntsandstein-Höhenzug der Hohen Schrecke – Finne ist geprägt von ausgedehnten Laubmischwäldern. Durch eine Jahrhunderte lange extensive Bewirtschaftung und die 50-jährige Nutzung als militärisches Sperrgebiet haben sich reich strukturierte, teils urwaldähnliche Waldlebensräume entwickelt (siehe dazu: Naturschutzgroßprojekt „Hohe Schrecke – Alter Wald mit Zukunft“). An dessen Südrand treten steilgestellte Schichten des Muschelkalkes der Finne-Störungszone zu Tage. Sie werden eingenommen von einem Mosaik aus lichten Eichenwäldern, Streuobstwiesen, Gebüschen und artenreichen Trocken- und Halbtrockenrasen.
Für das LIFE-Projekt sind nur die südexponierten Hänge der Finne - vom Finnberg bei Burgwenden, über den Plattenberg bei Bachra, bis zum Kratzberg bei Schafau - relevant.
 

Arten

Besonders das Gebiet um den Finnberg zeichnet sich - sowohl in den Offenlandbereichen als auch in den lichten Laubwäldern - durch seine artenreichen Orchideen-Vorkommen  aus. Bienen-Ragwurz (Ophrys apifera), Dreizähniges Knabenkraut und Purpur-Knabenkraut (Orchis tridentata, O. purpurea) sowie der Frauenschuh (Cyprepedium calceolus) und das im April blühende Blasse-Knabenkraut (Orchis pallens) sind hier zu finden. Im Juni und Juli kann man die weißen Blüten der Aufrechten Waldrebe (Clematis recta) entdecken. Es ist der einzige Fundort dieser Art in Thüringen. Auf Lichtungen und entlang von Säumen blühen Diptam (Dictamnus albus) und Hain-Wachtelweizen (Melampyrum nemorosum) in großer Zahl. Mit Beständen der Echten Schwarzwurzel (Scorzonera hispanica) oder des Rauhaarigen Alant (Inula hirta) sind auch Arten der Steppenrasen vertreten.
 
Wer genau hinschaut kann am Rand der angrenzenden Kalkäcker eine Reihe seltener Segetalarten entdecken, z. B. das Sommer-Adonisröschen (Adonis aestivalis), das Rundblättrige Hasenohr (Bupleurum rotundifolium) und die Acker-Haftdolde (Caucalis platycarpos).
 
Diptam, Foto: Henryk Baumbach
Diptam, Foto: Henryk Baumbach
Rundblättriges Hasenohr, Foto: Heinz Wiesbauer
Rundblättriges Hasenohr, Foto: Heinz Wiesbauer
Purpur-Knabenkraut, Foto: Erwin Schmidt
Purpur-Knabenkraut, Foto: Erwin Schmidt
Auch für viele wärmeliebende Tierarten, insbesondere Tagfalter und Heuschrecken sind die offenen Trocken-rasenbereiche wichtige Nahrungs- und Fortpflanzungsräume. So kommen unter anderem der Magerrasen- Perlmutterfalter (Boloria dia), der stark gefährdete Grasheidescheckenfalter (Mellicta aurelia), der Salbei-Schildkäfer (Cassida canaliculata), der Sonnenröschen-Flohkäfer (Mantura matthewsi) und die Plumpschrecke (Isophya kraussii) vor.

Salbei-Schildkäfer
Salbei-Schildkäfer, Foto: Frank Fritzlar

Karten

Teilgebiet Finnberg - Übersichtskarte Karte freigestellt (129.0 kB)
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Teilgebiet Finnberg (242.6 kB)
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