Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

Projektgebiet 1: „Hainleite – Wipperdurchbruch - Kranichholz“

(FFH-Gebiet 4631-302)

Landkreis: Kyffhäuserkreis
Flächengröße: 6.869 ha
Trockenrasenlebensräume gesamt: ca. 108 ha
Subpannonische Steppenrasen: ca. 10 ha

Weiterer Schutzstatus:

  • EU-Vogelschutzgebiet
  • Naturschutzgebiete (NSG) „Wipperdurchbruch“, „Wartenberg“, „Filsberg - Großes Loh“, „Kahler Berg - Kuhberg“
  • Landschaftsschutzgebiet (LSG) „Hainleite“

Charakteristik

Wipperdurchbruch bei Günserode
Wipperdurchbruch bei Günserode/Seega, Foto: Detlef Stremke
Die Muschelkalkhochfläche der Hainleite stellt die nördliche Begrenzung der Ackerlandschaft des Thüringer Beckens dar. Charakteristisch ist die nach Norden abfallende, teils felsige Steilstufe und eine nach Süden sanft hügelig verlaufende, nahezu geschlossene Buchen- und Eichen-Hainbuchenwalddecke.
Der überwiegende Teil des Gebietes besteht aus ausgedehnten Laubwäldern. Die Trockenrasenlebensräume treten eher kleinräumig, in besonders steilen Hanglagen, z. B. im Wipperdurchbruch bei Günserode oder am Eichenberg bei Sondershausen auf. Dort findet man vor allem submediterrane Kalk-Trockenrasen. Die offenen Steilhänge an der Wipper, wo der Fluss die Muschelkalkplatte der Hainleite canyonartig durchbricht, zählen dabei wohl zu den arten- und strukturreichsten Lebensräumen der Randlagen des Thüringer Beckens. Sie sind besonders durch ihre herausragenden Orchideen-Vorkommen bekannt. Subpannonische Steppenrasen treten nur vereinzelt auf. Weitere Standorte mit kontinentalen Trocken- und Halbtrockenrasen sind am Wächterberg bei Sachsenburg sowie am Filsberg und am „Großen Loh“ zwischen Hachelbich und Berka zu finden. Letztere sind zwei durch Erosion abgelöste und der Muschelkalkschichtstufe vorgelagerte Kalkberge im Wippertal.
 

Arten

Die Besonderheit des Gebietes ist der Reichtum an Orchideen mit Arten wie Bienen- und Fliegen-Ragwurz (Ophrys apifera, O. insectifera), Dreizähniges Knabenkraut (Orchis tridentata) und Brand-Knabenkraut (Orchis ustulata), deren Vorkommen über die Landesgrenze Thüringens hinaus bekannt sind.
Die kontinentalen Trocken- und Halbtrockenrasen begeistern ebenfalls mit einer Vielzahl seltener und gefährdeter Arten wie Frühlings-Adonisröschen (Adonis vernalis), Echtes Federgras (Stipa pennata), Gelbscheidiges Federgras (Stipa pulcherrima), Steppen-Fahnenwicke (Oxytropis pilosa) oder Badener Rispengras (Poa badensis).
 
Die Violette Schwarzwurzel (Scorzonera purpurea) weist eines ihrer größten Vorkommen in Deutschland auf. Eine weitere Rarität ist die Schwarze Wiesen-Kuhschelle (Pulsatilla pratensis ssp. nigricans), für die es außerhalb des Kyffhäusers seit Jahrzehnten keinen Nachweis mehr gab. Erst durch die Kartierungen im Rahmen des LIFE-Projekts konnte die Art im Wipperdurchbruch wiederentdeckt werden. Sie hat hier ihren einzigen aktuellen Fundort im gesamten LIFE-Projektgebiet. 
 
Bienen-Ragwurz
Bienen-Ragwurz, Foto: Heinz Wiesbauer
Schwarze Wiesen-Kuhschelle
Schwarze Wiesen-Kuhschelle, Foto: Thomas Stephan

Zu den faunistisch besonders wertvollen Arten zählen die Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens), der Schwarzfleckige Heidegrashüpfer (Stenobothrus nigromaculatus) und der Matte Pillendreher (Sisyphus schaefferi).

Schwarzfleckiger Heidegrashüpfer
Schwarzfleckiger Heidegrashüpfer, Foto: Heinz Wiesbauer
Matter Pillendreher
Matter Pillendreher, Foto: Stephan Pfützenreuter

Karten

Teilgebiet Wipperdurchbruch - Übersicht Karte freigestellt (156.3 kB)
PDF-Dokument ist nicht barrierefrei.

Teilgebiet Wipperdurchbruch (812.6 kB)
PDF-Dokument ist nicht barrierefrei.

Wegweiser

Aktionen

Thueringen Monitor Klein www.bildungsfreistellung.de Logo Schöffenwahlen 2018 Thueringer Kampagne Wir sind Energie-Gewinner.

Beliebte Seiten

Serviceportal – Bürger

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Serviceportal – Unternehmen

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Serviceportal – Weitere

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Servicebereich

Publikationen