Prognose der Klimaveränderungen in Thüringen bis 2100

Der Weltklimarat hält, wenn die Menschheit weiter ungebremst klimaschädliche Gase in die Atmosphäre entlässt, einen Temperaturanstieg bis zum Ende des Jahrhunderts bis 5,4°Celsius für möglich. Ausgehend von einem Szenario mit sehr ambitionierter Klimapolitik zeigen die Simulationen, dass der mittlere Temperaturanstieg gegen Ende dieses Jahrhunderts gegenüber der vorindustriellen Zeit auf 0,9 bis 2,3°Celsius begrenzt werden könnte. Auch die Stärke und die Verteilung der Niederschläge werden sich sehr wahrscheinlich ändern: Bei zunehmender Erwärmung würden in vielen trockenen Regionen der mittleren und subtropischen Breiten die mittleren Niederschläge weiter abnehmen. In vielen feuchten Regionen der mittleren Breiten sind dagegen unter wärmeren Bedingungen bis zum Jahr 2100 (Szenario mit den höchsten Treibhausgasemissionen) Niederschlagszunahmen zu erwarten.

Wie sehen die Szenarien für Thüringen aus?

Temperatur 

Unter dem Einfluss des Klimawandels wird es wahrscheinlich, insbesondere langfristig zu einer flächendeckenden Erwärmung im Freistaat kommen. So ergibt sich aus der durchgeführten Regionalisierung für den Referenzzeitraum eine Jahresdurchschnittstemperatur für Gesamtthüringen von ca. 7°C. Die wärmsten Regionen liegen mit bis zu 10°C vor allem im Thüringer Becken und die kältesten mit 5°C in den Höhenlagen des Thüringer Waldes.

gelbes Sonnenblumen auf einem Feld vor blauen Himmel
Sonnenblumenfeld

Die räumliche Differenz in dieser Entwicklung fällt sehr gering aus, so dass kein Gebiet in Thüringen existiert, das signifikant stärker oder schwächer von der Erwärmung betroffen wäre. Es ist mit der stärksten Temperaturzunahme im Sommer (langfristig 4°C) und mit der schwächsten Zunahme im Frühling (langfristig 2,7°C) zu rechnen. Der Herbst und der Winter liegen mit einer langfristigen durchschnittlichen Erwärmung um 3,5°C bzw. 3,7°C zwischen diesen beiden Extremen.

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Niederschlag

Die niederschlagsreichsten Gebiete liegen in den Hochlagen des Thüringer Waldes sowie im thüringischen Teil der Rhön mit einer Jahresniederschlagssumme bis zu 1500 mm. Den Gegenpart bilden das Thüringer Becken und das Saaletal, die mit durchschnittlich 450 mm Niederschlag im Jahr nicht nur die trockensten Regionen Thüringens darstellen, sondern gleichzeitig auch zu den niederschlagsärmsten Räumen Deutschlands gehören.

Die Jahresniederschlagssumme wird unter dem Einfluss des Klimawandels in allen Thüringer Teilräumen in etwa konstant bleiben. Dabei kommt es weiterhin zu - auf die natürliche Klimavariabilität zurückzuführende Schwankungen - von wenigen Prozentpunkten.

 

eine überflutete Straße mit einem Verkehrsschild davor
Hochwasser im Juni 2013

Es zeigt sich eine signifikante Änderungstendenz in der innerjährlichen Niederschlagsverteilung ab ca. 2040. Dabei ist eine Umverteilung der Niederschlagssummen vom Sommer in den Winter insbesondere im Süden bzw. Südwesten sowie im Norden des Freistaats zu erwarten. In einzelnen Teilräumen Thüringens werden Werte von bis zu - 30 % im Sommer und bis zu + 35 % im Winter erreicht, was als eine erhebliche Veränderung des Niederschlagregimes bewertet werden kann.

Für die Zwischenjahreszeiten, insbesondere für den Herbst, ist keine eindeutiger Trend festzustellen.
Der Winter wird die Jahreszeit mit den größten Veränderungen sein. Am Ende des Jahrhunderts wird er den Sommer als ursprünglich niederschlagsreichste Jahreszeit abgelöst haben. Letzterer wird dann die Jahreszeit mit den geringsten Niederschlagserwartungen sein.

 

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Wind

Im Bereich des Thüringer Beckens sowie im Altenburger Land treten die höchsten Windgeschwindigkeiten auf. Im Thüringer Wald sind aufgrund der abschwächenden Wirkung der dichten Bewaldung die geringsten Durchschnittswindgeschwindigkeiten in 10 m über Grund zu verzeichnen. Unter dem Einfluss des Klimawandels werden diese in allen betrachteten Zeiträumen flächendeckend zurückgehen. Die Abnahmen liegen im Jahresmittel zwischen 0,1 und 0,4 m/s, vereinzelt auch bei 0,5 m/s, allerdings sind die insgesamt deutlichsten Abnahmen im kurzfristigen Szenario zu erwarten. Regional zeigen sich in allen Zukunftsszenarien die geringsten Abnahmen im Thüringer Wald und die stärksten westlich des Höhenzuges. Im kurzfristigen Szenario sind zusätzlich auch in den nördlichen Regionen sowie vereinzelt im Osten des Freistaats mit vergleichsweise starken Abnahmen zu rechnen.
 

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