10.07.2017
Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

Medieninformation

10 Schafe fielen am Wochenende Bissverletzungen zum Opfer

Im Jonastal in der Gemeinde Gossel wurden am Sonntag mehrere Schafe Opfer einer Bissattacke. Bislang ist nicht eindeutig geklärt, ob ein Wolf oder Hunde für den Übergriff unweit des Truppenübungsplatzes Ohrdruf verantwortlich sind.

Bei der Attacke auf die Schafherde wurden 8 Tiere getötet, 2 Weitere mussten aufgrund ihrer Verletzungen notgetötet werden.  4 Schafe werden tierärztlich versorgt, 2 Schafe gelten als vermisst. Der Rest der 40 Tiere umfassenden Herde kam mit dem Schrecken davon.

Die betroffene Weide liegt im Wolfsgebiet Ohrdruf. Nach Erstbegutachtung durch einen Rissgutachter deuten die Umstände des Übergriffs auf einen Wolf als Verursacher hin. Die Tiere wurden durch gezielte Kehlbisse getötet, was für einen Wolf oder einen sehr geübten und großen Hund spricht.

Eine Untersuchung soll nun zweifelsfrei klären, welches Tier die Schafherde attackiert hat. Dazu analysiert das Landesamt für Verbraucherschutz in Bad Langensalza zwei der Kadaver. Die Tierärzte ermitteln Art und Ausmaß der Verletzungen und vermessen die Abstände der Eckzahneindrücke bei den Bissspuren. Die an den Bisswunden gewonnenen Speichelreste werden zur Gen-Analyse an das Senckenberg-Institut Gelnhausen geschickt. Die Untersuchungen werden voraussichtlich mehrere Wochen dauern.

Das Umweltministerium steht  mit dem betroffenen Schafhalter in Kontakt und bespricht Möglichkeiten der Schadensregulierung. Nach geltender Rìchtlinie werden im Fall eines Wolfsübergriffs Schäden für getötete Tiere, Sachschäden, Tierarztkosten und Kosten für die Tierkörperbeseitigung vollständig ersetzt. Voraussetzung dafür ist die Installation anerkannter Schutzmaßnahmen, die in diesem Fall vorliegen.

Seit der Etablierung des Wolfes in Thüringen im Jahr 2014 hat es bislang zwei bestätigte Wolfsübergriffe gegeben. Am 27. Mai  2015 erbeutete ein Wolf bei Schwabhausen ein Rinderkalb, am 13. Juli 2015 fielen bei Gossel im Ilmkreis 2 Schafe einem Wolf zum Opfer.

Hintergrund

Noch vor Sichtung des ersten Wolfs Ende 2013 in der Nähe von Jena hatte Thüringen einen Managementplan Wolf erarbeitet. Zum 01.06.2015 wurde das erste Wolfsgebiet in Thüringen ausgewiesen. Es umfasst einen Radius von 30 Kilometern rund um den Truppenübungsplatz Ohrdruf.

Im Wolfsgebiet können Präventionsmaßnahmen von Tierhaltern zu 75 Prozent gefördert werden. Förderfähig sind unter anderem Netzzäune mit Weidezaungeräten, ein Untergrabungsschutz bestehender Zäune, Breitbandlitzen an den Zäunen sowie die Anschaffung und Ausbildung von Herdenschutzhunden. Das Umweltministerium erließ für die Förderung von Präventionsmaßnahmen und für die Schadensregulierung eigens eine Richtlinie. Diese kann auf der Homepage des Umweltministeriums unter http://www.thueringen.de/th8/tmuen/naturschutz/wolf-luchs/index.aspx abgerufen werden.

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