07.05.2019
Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

Medieninformation

Klimawandel: Landesregierung legt mit IMPAKT II Maßnahmenpaket zum Schutz vor

Siegesmund: „Jetzt auf Wetterextreme vorbereiten.“

Die Landesregierung legt mit „IMPAKT II“ ein neues Programm zur Anpassung an Folgen des Klimawandels vor. Es enthält 47 Maßnahmen für unterschiedliche Bereiche wie Land-, Forst- und Wasserwirtschaft, Gesundheit oder Verkehrswesen. Die meisten davon werden bereits umgesetzt.

„Viele Menschen werden sich an das extreme Trockenjahr 2018 erinnern. Erst vor wenigen Tagen standen Thüringer Wälder in Flammen. Die Klimakrise ist angekommen und wahrnehmbar. Wir wollen die Menschen vor den Folgen schützen“, so Umweltministerin Anja Siegesmund heute in Erfurt.

Das breite Spektrum an Maßnahmen reicht von besserer Information durch Forschung u. Datenerhebung über veränderte Landnutzung, etwa durch Land- und Forstwirtschaft, bis zu baulichen Maßnahmen zur Anpassung der Infrastruktur an neue klimatische Anforderungen.

 

Gesundheit & Hitze

Große Hitze belastet nicht nur das Wohlbefinden, sondern kann ernsthafte gesundheitliche Folgen haben. Besonders empfindlich sind ältere Menschen ab 65 Jahren, Säuglinge und Kleinkinder, Schwangere, chronisch Kranke oder Menschen, die im Freien körperlich arbeiten. Hier sind vor allem Städte gefordert, Anpassungsmaßnahmen anzustoßen. Das Thüringer Umweltministerium unterstützt seit Jahresbeginn mit der Förderrichtlinie „Klima-Invest“ Kommunen bei ihren Ideen zur Klimaanpassung. Projekte für ein besseres Mikroklima, z.B. Grünflächen, bepflanzte Dächer und Fassaden sowie Wasser- statt versiegelte Betonflächen können so gefördert werden.


Zudem soll es einen Hitzeaktionsplan für Thüringen geben. Er definiert u.a. Empfehlungen zur Gesundheitsprävention, zum Klimatisieren von Gebäuden (z.B. Kindergärten, Schulen, Senioreneinrichtungen) und die Vorbereitung des Gesundheitssystems auf Hitzeperioden.

 

Naturschutz & Wald

Natur ist dynamisch, doch die Umweltbedingungen ändern sich mit dem Klimawandel deutlich schneller. So haben Tiere und Pflanzen wenig Zeit, sich an geänderte Standortbedingungen anzupassen. Eine Antwort darauf ist die Schutzgebietskonzeption aus dem Jahr 2016. Mit ihr werden Rückzugsräume sukzessive erweitert bzw. neue kommen hinzu. Ein praktisches Beispiel dafür ist der Pöllwitzer Wald im Vogtland. Moor-, Bruch- und Sumpfwälder gehören hier wieder zum normalen Anblick. Sie gelten mit Blick auf den Klimawandel als besonders schutzwürdig.

Der Wald leidet besonders unter den Folgen des Klimawandels. Trockenstress macht die Bäume anfällig für Krankheiten und Schädlinge wie den Borkenkäfer. Waldbrände, wie vor wenigen Tagen im Ilmkreis oder an der Bleilochtalsperre sind ebenfalls Folge langer Trockenheit.

Mit dem Waldumbau im Staats-, Privat- und Körperschaftswald will Thüringen mittelfristig klimastabile Mischwälder etablieren. Das Flächenpotential für den Waldumbau in Thüringen liegt bei rund 18.000 Hektar. Mit dem Landesprogramm zum Waldumbau werden Laubbäume, z.B. Buche und Eiche, sowie Weißtanne gezielt in die Bestände gebracht.

 

Wasserwirtschaft: Hochwasser- und Gewässerschutz

Mit den im Jahr 2016 gestarteten Landesprogrammen zum Hochwasser- und Gewässerschutz reagierte das Land Thüringen bereits auf die veränderten Anforderungen von Starkregen. Mit mehr als 3.200 Vorhaben und einem Investitionsvolumen von etwa 280 Mio. EUR wird der Hochwasserschutz in Thüringen neu ausgerichtet.

Das Paket zum Gewässerschutz umfasst rund 2.500 Maßnahmen, mit denen an über 1.000 Kilometer Fließgewässer die natürlichen Strukturen verbessert und auf etwa 950 Wehre z.B. durch Fischtreppen für Fische wieder passierbar gemacht werden. Zusätzlich werden durch Maßnahmen im Bereich Abwasser und Landwirtschaft die Nährstoffeinträge in die Gewässer deutlich gesenkt. Insgesamt investiert das Land dafür 210 Mio. Euro.

 

Fortschreibung im 5-Jahres-Rhythmus

 

Der Entwurf von Impakt II wird nun dem Thüringer Landtag vorgelegt und in wenigen Tagen beraten.

Gemäß Thüringer Klimagesetz prüft das Land alle 5 Jahre das Maßnahmenprogramm auf Wirksamkeit und Aktualität. Mit dem vorliegenden Plan haben Politik und Verwaltung einen Werkzeugkoffer der Klimaanpassung in der Hand.

Download für IMPAKT II - Integriertes Maßnahmenprogramm zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels in Thüringen:

http://bit.ly/Impakt_2  (Passwort: Impakt2! )

 

 

 

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