09.12.2018
Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

Medieninformation

Klimawandel: Thüringer Sommer 2018 könnte in 12 Jahren normal sein

Bilanz der Thüringer Klimaagentur: Der trockenste Ort Deutschlands liegt in Nordthüringen

Während in Kattowitz die UN-Weltklimakonferenz zusammen trifft, veröffentlicht die Thüringer Klimaagentur ihre vorläufige Jahresbilanz. Das Jahr 2018 ist in Thüringen das wärmste, trockenste und sonnenreichste seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881, so die aktuellen Daten.

Die Durchschnittstemperatur von Januar bis November liegt im laufenden Jahr bei 10,5 Grad Celsius. Das ist ein Allzeithoch und 2,2 Grad wärmer als die Vergleichsperiode von 1961 bis 1990.

„Rückblickend haben wir mit 2018 ein Extremjahr erlebt. Die gemessenen Daten bestätigen, was wohl jeder im Gefühl hat: Es ist etwas aus dem Lot geraten.

Der Klimawandel ist da und mit voller Wucht spürbar. Besorgniserregend ist die Vorstellung, dass nach Einschätzung der Klimaforscher ein Jahr wie 2018 ab 2030 ein durchschnittliches Jahr sein könnte, wenn wir nicht handeln. Noch haben wir es in der Hand, diese Entwicklung aufzuhalten“, sagte Umweltministerin Anja Siegesmund vor ihrer Abreise zur Weltklimakonferenz.

Jedes der Jahre 2014 bis 2018 gehört zu den neun wärmsten Jahren, die je gemessen wurden. Derart hohe Mitteltemperaturen bringen Extreme mit sich, etwa neue Rekordwerte bei den Sommertagen (Höchsttemperaturen über 25 °C). Im Jahr 2018 wurden in Jena 102 Sommertage gezählt. In der Vergleichsperiode (1961 - 1990) liegt das Mittel bei nur 45,8.

Die Stadt Jena gehört zu den heißesten Städten  in Thüringen, an 37 Tagen stieg das Thermometer auf über 30 Grad, während in der Vergleichsperiode (1961 - 1990) nur 10,4 Heiße Tage pro Jahr (Höchsttemperaturen über 25 °C) auftraten.

Was den Niederschlag betrifft, war bisher nur ein Jahr trockener als das laufende – das Jahr 1911. Insgesamt fielen 2018 von Januar bis November in Thüringen mit 418 Liter nur zwei Drittel der durchschnittlichen (1961 - 1990) Niederschlagsmenge. In einigen Regionen war es noch nie so lange so trocken. So war das in Nordthüringen gelegene Friedrichsthal mit einer Niederschlagsmenge von 25 Litern im meteorologischen Sommer von Juni bis August der trockenste Ort Deutschlands.

Zudem wird 2018 als eines der sonnenreichsten seit Erfassung der Sonnenstunden ab dem Jahr 1951 in die Geschichte eingehen. Die bis Ende November gemessenen 1915 Sonnenstunden bedeuten bereits jetzt 32 Prozent mehr Sonnenschein als im Mittel üblich.

Hintergrund

Die Klimaagentur analysiert nicht nur den zu beobachtetenden Klimawandel, sondern wertet auch die Modelldaten der aktuellen Klimaprojektionen für die Zukunft aus. Im Ergebnis dessen müssen sich die Thüringer, wenn die internationale Staatengemeinschaft nicht bald handelt, in absehbarer Zeit auf noch heißere und trockenere Sommer einstellen.

2018 reiht sich nahtlos in die beobachtete Entwicklung der fortschreitenden Erwärmung in Thüringen ein. Die Jahresauswertungen bis 2017 sind auf den Seiten der Thüringer Klimaagentur zu finden:

www.thueringen.de/th8/klimaagentur/klima/klimasituation/thueringen/witterungsdiagnose_thueringen/index.aspx Die Thüringer Klimaagentur ist ein Fachreferat der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie mit Sitz in Jena.

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