01.06.2018
Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

Medieninformation

Gipskarst Südharz: Schutzoffensive für Naturschatz beginnt

Bund überträgt 98 Hektar Naturerbe-Fläche an Thüringen/ Landschaftspflegeverband Südharz/Kyffhäuser erhält 4,2 Millionen Euro Fördermittel

Mit dem heutigen Festakt beginnt im Südharz eines der größten Artenschutzprojekte Thüringens. Für Erhalt und Pflege der Südharzer Gipskarstlandschaft erhält der Landschaftspflegeverband „Südharz/Kyffhäuser“ ca. 4,2 Millionen Euro Fördermittel. Umweltministerin Anja Siegesmund, Dr. Elsa Nickel, Abteilungsleiterin im Bundesumweltministerium, und Jörg Nonnen, Vorstandsmitglied der Stiftung Naturschutz Thüringen übergeben den Bescheid heute gemeinsam.

„Der Gipskarst im Südharz lockt mit einem einzigartigen Reichtum an Pflanzen- und Tierarten und kostbaren Lebensräumen. Er gehört zum exklusiven Club der 30 deutschen Hotspot-Regionen. Wir wollen diese Schatzkammer der Natur erhalten und gleichzeitig für die Menschen erlebbar machen. Was hier gelungen ist, ist auch ein weiterer Anstoß für die Debatte um ein Biosphärenreservat in dieser Region.“, sagte Umweltministerin Anja Siegesmund heute in Neustadt.

„Gipskarst Südharz – Artenvielfalt erhalten und erleben“ ist der Titel des ambitionierten Projektes. Mit ihm will der Landschaftspflegeverband die europaweit einmalige Landschaft im Thüringer Teil des Südharzes bewahren. Dazu sollen die Flächen regelmäßig beweidet werden. Gleichzeitig werden die Nachwuchsprobleme der Betriebe mit Schaf- und Ziegenhaltung in der Region angepackt. Die fachliche Begleitung im Rahmen des Bundesprogramms übernehmen das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und das Thür. Umweltministerium.

„Wir wissen, wie wertvoll die Schafzucht für Landschaftspflege und Naturschutz ist. Schafe sind Landschaftspfleger auf vier Beinen. Schäferinnen und Schäfer können auf uns zählen. Deshalb unterstützen wir nicht nur mit diesem Projekt, sondern starten darüber hinaus im kommenden Jahr mit unserer Scha(f)-Zie(gen)-Prämie, unserer Kopfprämie von 25 Euro pro Tier“, so Anja Siegesmund weiter.

Jahrhundertelange Beweidung ließ in der Region einzigartige Trocken-und Halbtrockenrasen entstehen. Der Artenreichtum dieser Flächen ist durch stetig sinkende Weide- und Mahdnutzung gefährdet. Die Zahl der Landwirte mit Schafen oder Ziegen sank innerhalb weniger Jahre um 50 Prozent. Heute gibt es nur noch 11 Betriebe in der Region. Darüber hinaus werden die Weidetierhalter zukünftig bei der Vermarktung ihrer Produkte unterstützt.

Auch Maßnahmen zum direkten Artenschutz sind vorgesehen: Feuersalamander, Gelbbauchunke und Geburtshelferkröte sollen von neuen Laich- und Fortpflanzungsgewässern profitieren. Mit gezielten Maßnahmen sollen zudem lichte Wälder und Wald-Offenland-Übergänge entwickelt werden. Umfassende Angebote zur Umweltbildung, Verbesserungen der touristischen Infrastruktur und eine breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit begleiten die Projektarbeit.

Landesstiftung übernimmt Naturerbe-Fläche „Rüdigsdorf“

Unabhängig vom Gipskarst-Projekt haben sich das Land Thüringen und der Bund auf die Übertragung von 98 Hektar aus dem Nationalen Naturerbe geeinigt. Die Flächen bei Rüdigsdort sind damit Eigentum der Stiftung Naturschutz Thüringen. 50 Prozent davon sind Wald, der bereits nicht mehr forstlich genutzt wird. Damit wächst das Flächenreservoir für die Kernzone eines möglichen Biosphärenreservats deutlich an.

 

Hintergrund

Der „Südharzer Zechsteingürtel, Kyffhäuser und Hainleite“ erstreckt sich über die drei Bundesländer Thüringen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Das Teilgebiet „Südharzer Zechsteingürtel“ ist das größte und bedeutendste Gipskarstgebiet Mitteleuropas. Im Gegensatz zu anderen Karstgebieten ist es von Vegetation bedeckt und wird deshalb als „Grüner Karst“ bezeichnet.


Das geförderte Projekt hat eine Laufzeit von sechs Jahren (2018 bis 2023) und ein Gesamtvolumen von 4.492.712,71 Euro.  Es wird zu 74,45% vom Bund (Bundesamt für Naturschutz), zu 15,9% vom TMUEN und zu 2,4% von der Stiftung Naturschutz Thüringen (SNT) gefördert. Der Landschaftspflegeverband „Südharz/ Kyffhäuser“ trägt einen Eigenanteil von 7,25%, der vom Landkreis Nordhausen kommt.

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