16.02.2018
Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

Medieninformation

Rositz/Schelditz: Bund und Land besiegeln Altlastensanierung

Siegesmund: Sauberere Luft und sauberes Wasser sind Lebensqualität

Der Altlastenfall Rositz/Schelditz ist gelöst. Thüringen und der Bund werden das schadstoffbelastete Gebiet um die Talstraße gemeinsam sanieren. Für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger geht damit ein langes Warten auf Hilfe zu Ende. Die Einigung ermöglicht den Betroffenen, deren Häuser nicht mehr nutzbar sind, einen Neustart ohne Schadstoff- und Geruchsbelastung an einem anderen Ort. Dazu hat die LEG Thüringen den Eigentümern Kaufangebote für ihre Grundstücke vorgelegt. Thüringens Umweltministerin Siegesmund hat darüber hinaus Hilfe bei den anstehenden Umzügen zugesichert.

"Das eigene Zuhause aufzugeben, weil ansteigendes Grundwasser und Giftstoffe aus dem Boden das Leben dort unmöglich machen, ist ein schwerer Schicksalsschlag. Den Menschen zu helfen und ihre Lebensqualität zurückzugeben, war immer mein Ansporn. Ich bin sehr froh, dass wir nach intensiven Gesprächen jetzt eine Lösung für die Menschen in Schelditz gefunden haben", sagte Umweltministerin Anja Siegesmund heute in Rositz.

Grundlage ist die gemeinsame Finanzierung des Altlastenprojekts durch die bundeseigene Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) und das Land Thüringen. Umweltministerin Anja Siegesmund, LEG-Geschäftsführer Andreas Krey sowie die LMBV-Geschäftsführer Klaus Zschiedrich und Dr. Hans-Dieter Meyer haben heute die entsprechenden Verträge unterzeichnet.

Die Einigung sieht den Ankauf nicht mehr nutzbarer Gebäude bzw. der Grundstücke im Ortsteil Schelditz durch die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) Thüringen vor. „Die LEG Thüringen übernimmt damit auch die Sanierungsverantwortung für die betreffenden Grundstücke“, erklärte LEG-Geschäftsführer Andreas Krey.

Einige Betroffene sind bereits umgezogen. Acht private Wohnhäuser, ein ehemaliges Gewerbeobjekt und ein Wohnblock der Wohnbaugesellschaft Rositz sollen abgerissen werden. Elf Gebäude in der Talstraße bleiben weiterhin nutzbar, vier mehr als in den ersten Planungen. Hier werden Keller durch Verfüllung oder durch eine sogenannte weiße Wanne vor eindringendem Wasser geschützt.

Insgesamt investieren Bund und Land 13 Mio. EUR in eine

•           eine großflächige Grundwasserreinigungsanlage; Finanzierung Thüringen
•           die Anhebung bzw. den Neubau der Talstraße; Finanzierung LMBV
•           Arbeiten an einzelnen Häusern; gemeinsame Finanzierung LMBV und Thüringen

Mit der Einstellung des Braunkohlebergbaus im Süden Leipzigs erwarten Experten im Laufe der nächsten Jahrzehnte einen weiteren Anstieg des Grundwasserdruckspiegels um bis zu 1,50 Meter. Dieser Anstieg ist in den Planungen berücksichtigt. Mit der heutigen Vertragsunterzeichnung wird die LMBV zur alleinigen Projektträgerin aller Maßnahmen. Der Abriss der ersten Gebäude könnte bereits im kommenden Jahr starten.

Die umfangreichen Arbeiten zu Entwurfs-, Genehmigungs- und Ausführungsplanung für die Sanierung sollen 2019 abgeschlossen werden. Für die Umsetzung aller Maßnahmen ab 2020 plant die LMBV eine  Bauzeit von 2-3 Jahren ein.

Die LEG bleibt nach Ende der Bauarbeiten durch die LMBV Eigentümerin der von ihr erworbenen Grundstücke und übernimmt die gesamten Fassungsanlagen zur Reinigung des aufsteigenden kontaminierten Grundwassers sowie die zugehörigen Einlaufbauwerke in die Vorflut. Den langfristigen Betrieb dieser Anlagen übernimmt dann die LEG.

Hintergrund

Ein Hochwasser im Jahr 2002 spülte erstmals Schadstoffe des ehemaligen Teerverarbeitungswerkes Rositz ans Tageslicht. Die Giftstoffe hatten sich zuvor über Jahrzehnte tief im Boden befunden. Mit dem Grundwasserstrom gelangten sie nach Schelditz und durch den Grundwasseranstieg an die Oberfläche. Ursache für den Wiederanstieg ist insbesondere die schrittweise Einstellung des Braunkohlebergbaus im Süden Leipzigs.

In der Ortslage Schelditz sind bislang 10 Gebäude kontaminiert und nicht mehr nutzbar. Hinzu kommen 4 Häuser, denen allein der Grundwasseranstieg stark zusetzt. Darüber hinaus gelten weitere Häuser als gefährdet. Für die gesamte Fläche von rund 16 Hektar haben die Kooperationspartner ein ganzes Maßnahmenpaket geschnürt.‎


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