5 Argumente für 5 Prozent Waldwildnis in Thüringen

Bereits in der Thüringer Strategie zur Erhaltung der biologischen Vielfalt aus dem Jahr 2012 ist das Ziel verankert, auf 5 Prozent der Waldflächen Thüringens die Säge ruhen und Natur Natur sein zu lassen. Auch im Koalitionsvertrag der rot-rot-grünen Regierungskoalition heißt es: „Die Landesregierung wird im Verlauf dieser Legislaturperiode aufbauend auf dem von der bisherigen Landesregierung verfolgten 25.000-Hektar-Ziel mindestens 5 Prozent des Waldes in Thüringen dauerhaft der forstwirtschaftlichen Nutzung entziehen.“ Die Umsetzung dieses Ziels stellt einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt und zur Entwicklung des Biotopverbunds dar.

Junger Buchenspross im Wald.

1. Waldwildnis leistet Beitrag zum Natur- und Artenschutz

Wo sich Wälder ohne Einfluss durch den Menschen entwickeln können, entstehen neue Lebensräume für Tiere, Pflanzen und Pilze, die in der Vergangenheit durch menschliche Einflüsse nahezu vollständig in Nutzung genommen und so verdrängt wurden. Davon profitieren vor allem Pflanzen- und Tierarten, die in Wirtschaftswäldern keine Perspektive haben. Wälder ohne forstliche Nutzung sind deshalb für die Biodiversität unverzichtbar. Das natürliche Altern ungenutzter Wälder mit allen Stadien des Werdens und Vergehens (vom Keimling bis zum Totholz) steht dem klassischen Wirtschaftswald gegenüber.

2. Umsetzung der Nationalen Biodiversitätsstrategie

Thüringen leistet mit 5 Prozent Waldwildnis einen Beitrag zur Umsetzung der Nationalen Biodiversitätsstrategie. Die Nationale Strategie zur biologischen Vieflalt sieht vor, bis zum Jahr 2020 den Anteil der Wälder mit natürlicher Entwicklung auf 5 Prozent der Waldfläche zu steigern. Das bedeutet für Thüringen, rund 26.200 ha Wald aus der forstwirtschaftlichen Nutzung zu nehmen und auf diesen Flächen Natur Natur sein zu lassen. Gegenwärtig ist dieses Ziel zu etwa 70 Prozent erreicht, rund 18.000 ha Waldfläche werden bereits heute nicht mehr forstlich genutzt bzw. werden auf die zeitnahe Aufgabe der forstlichen Nutzung vorbereitet.

3. Waldwildnis stärkt Tourismus & Naherholung

Naturnahe Landschaften und ursprüngliche Wälder stärken den Tourismus und die Wertschöpfung in der Region. Dies zeigen zahlreiche Beispiele von Großschutzgebieten wie dem Nationalpark Hainich oder den regionalökonomischen Effekten des Biosphärenreservates Rhön. Mit rund 320.000 Besuchern jährlich trägt der Nationalpark Hainich mit rund 2,5 Mio. Euro zur ökonomischen Wertsteigerung in der Region bei und bürgt für rund 200 Arbeitsplätze. Die nutzungsfreien Wildnisflächen können und sollen weiterhin für den Tourismus und die Naherholung und insbesondere die Umweltbildung genutzt und betreten werden können und bleiben damit für alle Generationen erlebbar. Entlang der Hauptwanderwege wird weiterhin die Verkehrssicherung im erforderlichen Umfang erfolgen.

4. Bevölkerung wünscht sich mehr Waldwildnis

Ein Großteil der Bevölkerung wünscht sich mehr Natur und Wildnisflächen, insbesondere im Wald. Laut der Naturbewusstseinsstudie 2013 des Bundesamtes für Naturschutz sehen zwei Drittel der Befragten Wildnisgebiete positiv. Fast die Hälfte (42 Prozent) befürworten die Ausweisung neuer Wildnisgebiete in Deutschland. Und vier von fünf Personen wünschen sich, dass Wildnis in Deutschland für Menschen zugänglich ist. Eine Petition an den Thüringer Landtag zur Ausweisung nutzungsfreier Waldflächen am Possen bei Sondershausen haben über 2.500 Bürgerinnen und Bürger unterzeichnet.

5. Landesflächen stehen zur Verfügung

Das Ziel, 5 Prozent der Thüringer Wälder aus der forstwirtschaftlichen Nutzung zu nehmen, wird vor allem auf Waldflächen im Landesbesitz umgesetzt. Diese Zielstellung wurde bereits in das Thüringer Gesetz über die Errichtung der Anstalt öffentlichen Rechts „ThüringenForst“ von 2011 aufgenommen. In der Präambel des Gesetzes wird explizit ausgeführt, dass „Um die hohe Bedeutung des Naturschutzes im Freistaat Thüringen angemessen zu würdigen, werden zudem bis Ende 2012 25.000 Hektar Wald identifiziert und danach forst- und naturschutzfachlich so gesichert, dass spätestens 2029 die notwendigen Waldumbaumaßnahmen abgeschlossen und die forstwirtschaftliche Nutzung beendet sein werden.“ Privat- oder Kommunalwald wird nur mit einbezogen, wenn dies auf freiwilliger Basis ausdrücklich erwünscht ist. Von den Flächen des Nationalen Naturerbes (NNE) in Thüringen, welche insbesondere im Eigentum der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) bzw. des Bundes sind, können bis zu 3.000 Hektar anerkannt werden.

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