Die Turmfalken im TMUEN

Auch in diesem Jahr haben wir mit unserer Webcam die Aufzucht des Falkennachwuchses für Sie live übertragen. Die Jungfalken sind ausgeflogen und kommen nur noch selten zurück in die Höhle. Sie erkunden nun die Umgebung und lassen sich auch schon einmal an einem Fenster unseres Hauses nieder (Foto). Ihre Eltern füttern sie anfangs noch und lehren ihnen jetzt eigenständig zu jagen.

Wir wünschen guten Flug und freuen uns auf das nächste Jahr!
 

Junger Turmfalke, weiblich (Falco tinnunculus)
Weiblicher junger Turmfalke (Falco tinnunculus) sitzt vor einem Fenster.

Bild des jungens Turmfalkenweibchens zum Download
Bild des jungens Turmfalkenweibchens zum Download - Lizenz: CC BY 3.0 DE (teilen, vervielfältigen, bearbeiten unter Nennung des Autors TMUEN)


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Hintergrund:

Seit vielen Jahren ziehen Turmfalken im Gebäude des Thüringer Umweltministeriums in Erfurt ihre Jungen groß. Unser Turmfalkenpaar ist jedoch nur von Frühling bis Herbst hier zu beobachten. In der übrigen Zeit "verstreichen" die Vögel in andere Gebiete. Die  Turmfalken sind mit hoher Wahrscheinlichkeit die gleichen Tiere wie im Vorjahr, denn ein Turmfalkenpaar bleib ein ganzes Leben lang zusammen.

Das Ausbrüten der Eier übernimmt in der überwiegenden Zeit das Weibchen. Das Männchen sitzt nur gelegentlich auf dem Nest und versorgt ansonsten das Weibchen während des Brütens mit Nahrung. Die Jungen schlüpfen nach rund 4 Wochen. Etwa 35 Tage danach haben die Jungvögel bereits  das Fliegen erlernt und können weitere 30 Tage später selbstständig jagen.

 

Kurzsteckbrief des Turmfalken:

Die Turmfalken (Falco tinnunculus) sind die in Mitteleuropa am häufigsten vorkommende Falkenart. Sie sind sowohl in naturnahen ländlichen Gebieten, als auch in den Städten zu finden. Turmfalken sind von Natur aus überwiegend Felsenbrüter. In menschlichen Siedlungen werden als Nistplätze auch Nischen und Hohlräume in oberen Stockwerken von Gebäuden angenommen. Die häufig genutzten Brutplätze an Kirchtürmen gaben den Turmfalken ihren deutschen Namen.

In Thüringen gibt es nach Angaben der Staatlichen Vogelschutzwarte Seebach 2700-3500 Brutpaare. Für Deutschland werden etwa 43.000-65.000 Brutpaare angenommen.

Der Turmfalke ist auf der nördlichen Erdhalbkugel fast im gesamten eurasischen und nordafrikanischen Raum verbreitet, wobei fasst alle Klimazonen besiedelt werden. In den verschiedenen Regionen des Verbreitungsgebietes haben sich zum Teil Unterarten gebildet.

Das Überwintern der Turmfalken hängt vom Nahrungsangebot in ihren Brutgebieten ab. So ist ein Zurücklegen weiter Strecken (Zugvögel) ebenso möglich, wie ein Überwintern in kurzer Distanz zum Brutort (Strichvögel), oder sogar ein ganzjähriges Verbleiben im angestammten Lebensraum (Standvögel).

Durch den charakteristischen Rüttelflug sind die Turmfalken gut zu beobachten. Der Turmfalke "steht" dabei längere Zeit über einem bestimmten Ort in der Luft, an dem er Nahrung vermutet.

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