Geologisches Landesarchiv

Das Geologische Landesarchiv dient der dauerhaften Archivierung aller für den Freistaat Thüringen wichtigen geowissenschaftlichen Informationen und Gesteinsproben. Archiviert werden insbesondere geowissenschaftliche Stellungnahmen, Gutachten, Erkundungsberichte, Kartenwerke, Bohrungsdokumentationen, Gesteinsproben, Gesteinsdünnschliffe sowie Bohrkerne. In ihrer Gesamtheit ergeben die Archivbestände ein detailliertes Abbild der Geologie Thüringens und sind Grundlage für eine umweltverträgliche und nachhaltige Nutzung der geogenen Ressourcen Thüringens. Im Rahmen der Regelungen des Thüringer Umwelt-Informationsgesetzes (ThürUIG) können die Archive auch von interessierten Bürgern genutzt werden. Ein Teil der Daten kann zudem in Form von gedruckten Karten und Erläuterungen oder als digitaler Datensatz über den Vertrieb erworben werden.

Neben der Archivierung neuer Daten, Schriftstücke, Karten und Gesteinsproben war im Jahr 2012 die digitale Erschließung der Archivbestände weiterhin eine zentrale Aufgabe der Archivmitarbeiter. Diese ist seit der Neugründung des Geologischen Landesdienstes im Jahr 1991 weit fortgeschritten; Datenbanken ermöglichen mittlerweile eine rasche Recherche der zur Verfügung stehenden Informationen. Die inhaltliche Überführung der noch analog vorliegenden Archivbestände in digitale Informationssysteme wird kontinuierlich betrieben; die Arbeiten konzentrieren sich zur Zeit auf die Bohrdatenbank und die Geologische Flächendatenbank.

Das Geologische Landesarchiv gliedert sich in

  • Geologisches Probenarchiv Thüringen (GEOPAT)
  • Schriftgutarchiv
  • Kartenarchiv
  • Vertrieb geowissenschaftlicher Karten und Schriften
  • Bohrarchiv und Landesbohrdatenbank.
Referat61 Abb1_
Alle Archivbestände des Geologischen Landesarchivs sind im Gebäude des Geologischen Landesdienstes in Weimar untergebracht; lediglich das Geologische Probenarchiv Thüringen ist in Harth-Pöllnitz (OT Niederpöllnitz) angesiedelt

Geologisches Probenarchiv Thüringen (GEOPAT)

Laut §5 des Lagerstättengesetzes (LagerstG) müssen die bei Bohrungen anfallenden Gesteinsproben dem Geologischen Landesdienst angeboten werden. Wissenschaftlich oder wirtschaftlich interessante Bohrkerne werden durch diesen archiviert und können daher über Jahrzehnte für geowissenschaftliche und wirtschaftlich-technische Untersuchungen genutzt werden. Dadurch kann z.T. auf neue, kostenintensive und möglicherweise umweltbelastende Bohrungen verzichtet werden.

Das Geologische Probenarchiv Thüringen in Harth-Pöllnitz (Ortsteil Niederpöllnitz) ist eines der größten Bohrkernlager Deutschlands. Aneinander gereiht würden die dort gelagerten Bohrkerne 215.000 Meter lang sein; also z.B. vom GEOPAT bis nach Berlin reichen. Darüberhinaus werden hier Bodenproben archiviert, die vorwiegend von Boden-Dauerbeobachtungsflächen (BDF) stammen. Diese Proben dienen im Sinne des Bundes-Bodenschutzgesetzes (BBodSchG) zur Beweissicherung für langfristige Bodenveränderungen, die durch land- und forstwirtschaftliche Nutzung, Schadstoffeinträge oder Klimaänderungen verursacht werden können.

Die Bohrkerne sowie die umfangreichen Sammlungsbestände an Gesteinsproben, Fossilien, Mineralien, Gesteinsdünnschliffen, Erzanschliffen sowie Lagerstätten- und Bodenproben stehen den Mitarbeitern des Geologischen Landesdienstes und externen Interessenten aus Wissenschaft und Wirtschaft zur Einsichtnahme und für Untersuchungen zur Verfügung.

 

Referat61 Abb2
Im Geologischen Probenarchiv sind in Hochregallagern 215.000 Meter Bohrkerne eingelagert

Schriftgutarchiv, Kartenarchiv, Vertrieb geowissenschaftlicher Karten sowie Schriften

Die Arbeit des Geologischen Landesdienstes und seiner Vorgänger-Einrichtungen wird kontinuierlich im Schriftgutarchiv dokumentiert, das zur Zeit ca. 76.700 geowissenschaftliche Stellungnahmen, Gutachten und Projektberichte enthält. Im Kartenarchiv sind zudem etwa 8.300 thematische Karten und Erläuterungen archiviert. Diese Dokumente werden insbesondere für die Erarbeitung geologischer Stellungnahmen im Zusammenhang mit verschiedensten Planungsverfahren genutzt.

Der Vertrieb bearbeitet jährlich mehrere hundert Bestellungen, die unkompliziert z.B. als e-Mail möglich sind. Das Verzeichnis der aktuell lieferbaren Karten und Schriften ist im Internet einzusehen.

 

 

presse_und_service/publikationen

Bohrarchiv und Landesbohrdatenbank

Im Bohrarchiv sind die Daten von ca. 300.000 Bohrungen und sonstigen Untergrundaufschlüssen in analoger und oft bereits auch digitaler Form vorhanden. Zu zahlreichen dieser Aufschlüsse existieren neben der Beschreibung der erbohrten Gesteine (Schichtenverzeichnis) detaillierte weitere Informationen – z.B. über geophysikalische und hydrogeologische Messungen sowie zur Art des Ausbaus und zur Nutzung der Bohrung. Diese Bohrdaten gehören neben den Karten der Oberflächenkartierung zu den verlässlichsten Daten über den geologischen Untergrund und haben eine zentrale Bedeutung bei der Bearbeitung nahezu aller geologischen Fragestellungen.

Schwerpunkt der Arbeit im Bohrarchiv war im Jahr 2012 die einheitliche Neusortierung der Archivbestände sowie die digitale Erfassung der Stamm- und Schichtdaten in der Landesbohrdatenbank.

 

 

Referat61 Abb3
Historische Erdölbohrung des Reichsbohrprogramms aus dem Jahr 1933 auf dem Ettersberg bei Weimar: Gefunden wurden zwar weder Erdöl noch Erdgas; aber die geologischen Erkenntnisse bleiben dauerhaft im Bohrarchiv der TLUG verfügbar

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