Geologisches Landesarchiv

Das Geologische Landesarchiv dient der dauerhaften Archivierung aller relevanten Informationen zur angewandten Geologie und zur geowissenschaftlichen Grundlagenforschung in Thüringen. Archiviert werden insbesondere geowissenschaftliche Stellungnahmen, Gutachten, Erkundungsberichte, Kartenwerke, Bohrungsdokumentationen, Gesteinsproben, Gesteinsdünnschliffe sowie Bohrkerne. In ihrer Gesamtheit ergeben diese Archivbestände ein zunehmend detailliert werdendes Abbild der Geologie Thüringens und sind Grundlage für eine umweltverträgliche und nachhaltige Nutzung der geogenen Ressourcen Thüringens. Im Rahmen der Regelungen des Thüringer Umwelt-Informationsgesetzes (ThürUIG) stehen die Bestände des Geologischen Landesarchivs allen interessierten Bürgern zur Verfügung.

Die digitale Erschließung der Archivbestände ist seit der Neugründung des Geologischen Landesdienstes im Jahr 1991 weit fortgeschritten; Datenbanken ermöglichen mittlerweile eine rasche Recherche der zur Verfügung stehenden Informationen. Diese können deshalb zeitnah durch die Behörden Thüringens und externe Nutzer (z. B. Firmen, Universitäten, Privatpersonen) eingesehen werden. Ein Teil der Daten wird zudem in Form von gedruckten Karten und Erläuterungen oder als digitaler Datensatz verkauft. Die inhaltliche Überführung der noch analog vorliegenden Archivbestände in digitale Informationssysteme wird kontinuierlich betrieben; wegen der begrenzten Personalkapazitäten konzentrieren sich diese Arbeiten zurzeit auf die Bohrdatenbank und die Geologische Flächendatenbank.

Das Geologische Landesarchiv gliedert sich in
•    Geologisches Probenarchiv Thüringen (GEOPAT)
•    Schriftgutarchiv
•    Bohrarchiv und Landesbohrdatenbank
•    Kartenarchiv
•    Vertrieb geowissenschaftlicher Karten und Schriften.
 

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Abb. 1: Das Gebäude des Geologischen Landesdienstes in Weimar ist der zentrale Standort des Geologischen Landesarchivs. Lediglich das Geologische Probenarchiv ist in einer Außenstelle in Harth-Pöllnitz (Ortsteil Niederpöllnitz) bei Triptis untergebracht.

Geologisches Probenarchiv Thüringen (GEOPAT)

Laut §5 des Lagerstättengesetzes (LagerstG) ist neben den Ergebnissen von Bohrungen auch das erbohrte Gesteinsmaterial dem Geologischen Landesdienst anzubieten. Wissenschaftlich oder wirtschaftlich interessante Bohrkerne können so archiviert und über Jahrzehnte für geowissenschaftliche oder wirtschaftlich-technische Fragestellungen genutzt werden. Dadurch kann z. T. auf neue, kostenintensive und möglicherweise umweltbelastende Bohrungen verzichtet werden.

Das Geologische Probenarchiv Thüringen in Harth-Pöllnitz (Ortsteil Niederpöllnitz) ist eines der größten Bohrkernlager Deutschlands. Aneinander gereiht würden die dort gelagerten Bohrkerne 215.000 Meter lang sein; also z. B. vom GEOPAT bis nach Berlin reichen. Darüber hinaus werden hier Bodenproben archiviert, die vorwiegend von Boden-Dauerbeobachtungsflächen (BDF) stammen. Diese Proben dienen im Sinne des Bundes-Bodenschutzgesetzes (BBodSchG) zur Beweissicherung für langfristige Bodenveränderungen, die durch land- und forstwirtschaftliche Nutzung, Schadstoffeinträge oder Klimaänderungen verursacht werden können.

Neue Bohrkerne wurden im Jahr 2011 insbesondere aus den Bohrungen zur Sicherung der Erdfälle in Schmalkalden und Tiefenort eingelagert. Diese dienen zur dauerhaften Beweissicherung und zur Optimierung der Sicherungs- und Sanierungsarbeiten.

Die Bohrkerne sowie die umfangreichen Sammlungsbestände an Gesteinsproben, Fossilien, Mineralien, Gesteinsdünnschliffen, Erzanschliffen sowie Lagerstätten- und Bodenproben stehen den Mitarbeitern des Geologischen Landesdienstes und externen Interessenten aus Wissenschaft und Wirtschaft zur Einsichtnahme zur Verfügung.
 

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Abb. 2: Im Geologischen Probenarchiv sind in Hochregallagern zurzeit ca. 215.000 Meter Bohrkerne eingelagert.

Schriftgutarchiv, Kartenarchiv, Vertrieb geowissenschaftlicher Karten sowie Schriften

Die Arbeit des Geologischen Landesdienstes und seiner Vorgänger-Einrichtungen wird kontinuierlich im Schriftgutarchiv dokumentiert, das zurzeit ca. 75.700 geowissenschaftliche Stellungnahmen, Gutachten, Projektberichte sowie Studienarbeiten enthält. Im Kartenarchiv sind mittlerweile etwa 8.200 thematische Karten und Erläuterungen archiviert. Der Schwerpunkt liegt auf dem Kartenwerk „Geologische Karte von Thüringen 1 : 25.000“. Daneben sind verschiedene weitere geowissenschaftliche Spezialkarten sowie zahlreiche nicht veröffentlichte Manuskriptkartierungen aus Projekten und Prüfungsarbeiten verfügbar. Diese Dokumente werden insbesondere für die Erarbeitung geologischer Stellungnahmen im Zusammenhang mit verschiedensten Planungsverfahren genutzt und stehen auch für externe Anfragen im Rahmen des Thüringer Umweltinformationsgesetzes (ThürUIG) zur Verfügung.

Der Vertrieb bearbeitet jährlich mehrere hundert Bestellungen, die unkompliziert z. B. als E-Mail möglich sind. Das Verzeichnis der lieferbaren Karten und Schriften ist als interaktive Version im Internet einzusehen und liegt auch als Broschüre vor.
 

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Abb. 3: Blick in die Hebelschubanlage des Schriftgutarchivs

Bohrarchiv und Landesbohrdatenbank

Das Bohrarchiv der TLUG enthält Daten von ca. 300.000 Bohrungen und sonstigen Untergrundaufschlüssen. Dabei handelt es sich beispielsweise um nur wenige Meter tiefe Baugrundbohrungen und Schürfe aber auch um bis ca. 2.700 Meter tiefe Forschungs- und Explorationsbohrungen. Zu zahlreichen Bohrungen existieren neben der Beschreibung der erbohrten Gesteine (Schichtenverzeichnis) weitere Informationen – z. B. über geophysikalische und hydrogeologische Messungen sowie zur Art des Ausbaus und zur Nutzung der Bohrung.

Da das Lagerstättengesetz (LagerstG) in §4 und §5 vorschreibt, dass maschinell niedergebrachte Bohrungen anzumelden und ihre Ergebnisse der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie mitzuteilen sind, können jedes Jahr die Daten mehrerer hundert neuer Bohrungen in das Bohrarchiv übernommen werden. Diese Bohrdaten gehören neben den Karten der Oberflächenkartierung zu den verlässlichsten Daten über den Untergrund und haben eine zentrale Bedeutung bei der Bearbeitung nahezu aller geologischer Fragestellungen.

Schwerpunkt der Arbeit im Bohrarchiv war im Jahr 2011 die digitale Erfassung der Stamm- und Schichtdaten und der weitere Aufbau der Landesbohrdatenbank. Von ca. 125.000 Bohrungen und Aufschlüssen wurden bereits die Stammdaten (also Informationen z. B. zu Lage, Höhe über NN, Endteufe, Zweck, Bohrverfahren, Dateneigentümer etc.) erfasst. Die aufwändigere Erfassung der Schichtdaten (Angaben über die Tiefenlage, Lithologie und Stratigraphie der erbohrten Gesteine) konnte bisher nur für die wichtigsten Bohrungen vorgenommen werden, von denen mittlerweile aber auch bereits 51.100 digitale Schichtenverzeichnisse vorliegen. Für die Erfassung der Schichtdaten wird der SEP3-Standard in Kombination mit dem Programm GeoDIN eingesetzt. Schichtenverzeichnisse neuer Bohrungen sollten dem Bohrarchiv der TLUG möglichst gemäß diesem Standard bereits in digitaler Form übergeben werden.
 

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Abb. 4: Erdölbohrung im Jahr 1933 auf dem Ettersberg bei Weimar: Gefunden wurden zwar weder Erdöl noch Erdgas; aber die geologischen Erkenntnisse bleiben dauerhaft im Bohrarchiv der TLUG verfügbar.

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