Umgebungslärm

Umsetzung der EU-Umgebungslärm-Richtlinie 2002/49/EG

Am 30. Juni 2005 trat das  Gesetz zur Umsetzung der EG-Richtlinie über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm in Deutschland in Kraft. Mit diesem Gesetz sollen die Anforderungen an die Qualität der Lärmminderungsplanung verbessert und vereinheitlicht werden. Danach sind in Ballungsräumen und an Hauptverkehrsstraßen die Lärmbelastung sowie die Anzahl der Betroffenen rechnerisch zu ermitteln und in einer Lärmkartierung zu dokumentieren. Technische Aspekte der Lärmkartierung werden in der 34. BImSchV geregelt. Die Lärmkartierungen und Betroffenheitsanalysen sind turnusmäßig alle 5 Jahre fortzuschreiben. Bei Bedarf müssen daraufhin Aktionspläne mit entsprechenden Schutzmaßnahmen erarbeitet und umgesetzt werden. Für die Lärmkartierungen ist die TLUG und für die Aufstellung der Aktionspläne sind die Kommunen zuständig.

Die EU-Umgebungslärmrichtlinie definiert Ballungsräume, in denen alle maßgeblich einwirkenden Lärmquellen, wie Straßen- und Schienenverkehr, Industrie, Sport und Freizeit erhoben und deren Immissionen kartiert werden müssen. Außerhalb von Ballungsräumen sind nur die Hauptverkehrswege sowie Verkehrsflughäfen zu kartieren. Im Freistaat Thüringen existieren keine Ballungsräume und keine relevanten Verkehrsflughäfen, so dass nur das Hauptstraßen- und das Haupteisenbahnnetz kartiert werden. Der Straßenverkehrslärm wird in Thüringen von der TLUG berechnet. Der Schienenverkehrslärm ist zuständigkeitshalber vom Eisenbahnbundesamt (EBA) in allen Bundesländern zu kartieren. Ab 2017 ist das EBA ebenfalls für die Aufstellung von Aktionsplänen gegen den Schienenverkehrslärm zuständig.

Die TLUG hat einen Internetserver ODEN mit allen relevanten Daten eingerichtet, auf den die Kommunen und andere Nutzer, wie z.B. Landesbehörden aber auch Ingenieurbüros passwortgeschützt zugreifen können, um die Rechenmodelldaten kontinuierlich zu pflegen sowie im Rahmen der Aktionsplanung Maßnahmenvarianten zu rechnen. Die Kommunen ergänzen ggfls. das Straßen- und Gebäudemodell sowie Lärmschutzeinrichtungen wie Wände und Wälle mit eigenen Daten und Erkenntnissen.

Lärmkartierung

Gemäß der Thüringer Verordnung zur Regelung von Zuständigkeiten und zur Übertragung von Ermächtigungen auf den Gebieten des Immissionsschutzes und des Treibhausgas-Emissionshandels (ThürBImSchGZVO) ist die TLUG für die Lärmkartierung zuständig.

Die für die Lärmkartierung wichtigsten Daten sind Geländemodell, Gebäude, Straßen und Lärmschutzeinrichtungen. Das Gelände wird durch Höhenlinien in 1 m Abstand modelliert, wodurch auch Lärmschutzwälle abgebildet werden. Die Höhenlinien wurden automatisch erzeugt aus dem aktuellen Digitalen Geländemodell im 1 m Raster des TLVermGeo. Grundlage der Gebäude ist das LoD1-Modell des TLVermGeo. Von der TLUG wurde das Modell um Einwohnerinformationen ergänzt. Da der TLUG keine aktuellen Einwohnerzahlen vorliegen, wurden die Einwohnerzahlen der 2. Kartierungsstufe übernommen und zusätzlich potenziellen Wohngebäuden über Volumen und Wohnfläche je Einwohner lt. TLS (Stand 31.12.2011) pro Landkreis bzw. kreisfreie Stadt Einwohnerzahlen zugewiesen. Die Straßendaten basieren auf dem Verkehrsmodell Thüringen "Analyse 2015" des TLBV, ergänzt um Geschwindigkeitsbegrenzungen des TomTom Multinet Shape 2016. Lärmschutzwände entlang der o. g. Straßen wurden der TLUG ebenfalls vom TLBV zur Verfügung gestellt.

Die Ergebnisse der Lärmkartierung sind auf der Internetseite "Kartendienste der TLUG" veröffentlicht.

Gemäß der 34. BImSchV und der „Vorläufigen Berechnungsmethode zur Ermittlung der Belastetenzahlen durch Umgebungslärm“ (VBEB) vom 9. Februar 2007 werden die Anzahl der Lärmbelasteten in 5 dB-Pegelklassen für jedes kartierte Gebiet für LDEN und LNIGHT von der TLUG statistisch ermittelt. Die von den Kommunen für LDEN und LNIGHT selbst festgelegten s. g. Auslösewerte, i. d. R. Lärmpegel  65/55 dB, dienen zur Prüfung, ob eine Aktionsplan im folgenden Jahr nach der Kartierung aufgestellt werden soll.

ODEN Anmeldung Internetserver ODEN
Zugang zum Internetserver ODEN

Die vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie erstellten Schulungsvideos, in denen ODEN-Arbeitsschritte anschaulich dargestellt werden, senden wir Ihnen auf Anfrage gerne zu.

Darüber hinaus bieten wir auf Nachfrage in der TLUG kostenlose ODEN-Schulungen an.

Ansprechpartner: Frau Räthe (Kathrin.Raethe{at}TLUG.Thueringen{punkt}de) und Herr Barth (Uwe.Barth{at}TLUG.Thueringen{punkt}de).

Lärmaktionspläne

Gemäß der ThürBImSchGZVO sind die Kommunen für die Aufstellung von Aktionsplänen zuständig.

In Verbindung mit den o. g. Auslösewerten werden kurz-, mittel- und langfristige Zielwerte von den Kommunen beschlossen, die mittels einer entsprechenden Maßnahmenplanung einvernehmlich mit allen beteiligten Behörden und einer Öffentlichkeitsbeteiligung erreicht werden sollen. Die TLUG berät die Kommunen fachlich  und bietet die Nutzung des Webservers ODEN an. Als Administrator stellt die TLUG sicher, dass die Maßnahmen in die Modelldaten der nächsten Kartierung übernommen werden können.

Die beschlossenen Lärmaktionspläne sowie Fehlmeldungen werden zentral von der TLUG gesammelt und an das Umweltbundesamt übermittelt, welches diese an die Europäische Union weiterleitet.

Informationsveranstaltung zur Lärmaktionsplanung am 28. Februar 2018

Hier finden Sie die Vorträge der Veranstaltung:

Das EU-Vertragsverletzungsverfahren zur Umgebungslärmrichtlinie – Inhalt und mögliche Auswirkungen

Lärmaktionsplanung und Lärmkartierung des Eisenbahn-Bundesamtes

Mindestanforderungen an Lärmaktionspläne – das (bundes-)einheitliche Formblatt

Lärmaktionsplanung mit Hilfe des Web-Servers Oden

Musterformular zur Lärmaktionsplanung

Musterformular LAP mit Maßnahmen

Musterformular LAP (ausgefüllt)

Musterformular LAP ohne Maßnahmen

Ergebnis der Behördenabstimmung

Hinweise zur Lärmkartierung

Die Vorträge der Veranstaltung vom 16. August 2017 finden Sie hier.


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Weitere Hinweise:

LAI_Hinweise_200R LAI-Hinweise zur Lärmaktionsplanung 2017 (5.6 MB) PDF-Dokument ist nicht barrierefrei.

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