Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie

08 - Die Ursaurierfundstätte "Bromacker" bei Tambach-Dietharz

Freistaat Thüringen, Landkreis Gotha; nahe der Verbindungsstraßen zwischen den Gemeinden Georgenthal und Tambach-Dietharz

GK 1 : 25.000 Blatt 5129 Waltershausen


 

Kurzbeschreibung des Geotops

Am nordöstlichen Abhang des mittleren Thüringer Waldes liegt im Tambacher Becken das Hauptverbreitungsgebiet der terrestrisch entstandenen Tambach-Formation. Sie gehört stratigraphisch ins Untere Perm und ist jüngster Bestandteil des Rotliegendprofils im mittleren Thüringer Wald (Oberrotliegend). Die Tambach-Formation wird schon seit mehr als 50 Jahren vom Liegenden zum Hangenden in das basale fluviatile Bielstein-Konglomerat (Porphyrkonglomerat), in den ebenfalls fluviatil gebildeten Tambacher Sandstein und in das fluviatil gebildete hangende polymikte Finsterberg-Konglomerat unterteilt. Die Gesamtmächtigkeit (kumulative Mächtigkeit) der Formation schwankt zwischen 200 bis max. 280 m. Als fossilführend ist schon seit über 100 Jahren der Tambacher Sandstein der Fundstätte "Bromacker" bei Tambach-Dietharz bekannt.

Die Fundstätte "Bromacker" umfasst eine Fläche von ca. 5 ha und stratigraphisch etwa die hangenden 10 m des bis 110 m mächtigen Tambach-Sandsteins im zentralen und nordwestlichen Teil des Tambacher Beckens. Von den derzeit aufgeschlossenen 10 m mächtigen Schichten entfallen etwa 6 bis 8 m auf einen mehrphasigen Wechsel zwischen schräggeschichteten rotbraunen Tetrapodenfährten führenden Feinsandsteinen und graubraunen Schluffsteinen. Die Schichtenfolge ist innerhalb des ehemaligen Steinbruches "LUCY" (Flächennaturdenkmal) und des noch aktiven Steinbruches der Firma "TRACO" aufgeschlossen. Im Hangenden folgen 0 bis 4 m mächtige feinklastische Rotsedimente aus sandigen Schluff- und teilweise laminierten Tonsteinen. Der feinklastische Horizont hat sich in den vergangenen 30 Jahren zum bedeutendsten Tetrapodenfundhorizont im terrestrischen Unterperm Mitteleuropas entwickelt. Er enthält nahezu 100 % aller bisher nachgewiesenen Tetrapodenskelette und disartikulierte Knochenreste, aber auch zahlreiche Körperfossilien von Invertebraten (Conchostraken, Myriapoden und Insekten) der Tambach-Formation. Mindestens fünf verschiedene Tetrapodenfährten findet man vor allem in dem liegenden 6 bis 8 m Sandstein/Schluffstein- Wechsel. Die Saurierfährten sind vor allem auf den mit fossilen Trockenrissen bedeckten Schichtunterseiten der Sandsteinbänke z. T. in bester Erhaltung zu finden.

Begründung des Vorschlags

Der heute bekannte Fossilinhalt des Tambach-Sandsteins einschließlich verschiedener Sandsteinhorizonte und Linsen innerhalb der beiden Konglomerate wurde seit 1878 zusammengetragen. Durch die schon im 19. Jahrhundert erfolgte Anlage von Sandsteinbrüchen im Apfelstädttal nördlich der damaligen Orte Tambach und Dietharz entstammt die Mehrzahl der Fossilfunde aus dem Gebiet "Bromacker" an der Seeberger Fahrt. Die Lokalitätsbezeichnung "Bromacker" wurde zum Sammelnamen für eine Anzahl von inzwischen weltweit verbreiteten Saurierfährten.

Der überraschende Nachweis tierischer Körperfossilien zwischen 1974 und 1979 (Conchostraken, Myriapoden, Insekten, Tetrapodenskelette) führte ab 1979 zu systematischer Grabungen des Museums der Natur Gotha. Seit etwa 1990 werden die Grabungen und die wissenschaftliche Analyse der Fossilfunde gemeinsam mit einem Team von Wirbeltierpaläontologen aus Deutschland, USA, Kanada und der Slowakei durchgeführt. Im Rahmen von Forschungsprojekten unterstützt die DFG seit 1997 die Arbeiten.

Die Tetrapodenfauna vom Bromacker hat enge Beziehung zur Tetrapodenfauna des Unterperms von Texas und New Mexico. Das belegen die bisher nachgewiesenen Gattungen und Arten. Die Tetrapodenfunde der Wirbeltierlagerstätte "Bromacker" wird, auch von amerikanischer Seite, als zur Zeit produktivste und bedeutendste Fundstätte im Unterperm weltweit eingeschätzt.

Der Kenntnisstand des Fossilinhaltes ist im starken Maße vom Stand der Präparation und taxonomischen Bearbeitung unzähliger Einzelfunde abhängig. Überwiegend handelt es sich bei den Funden um Erstnachweise außerhalb der USA! Die Erhaltung der Skelette ist einmalig, oft besser als in den amerikanischen Fundstellen.

Link:

http://www.tambach-dietharz.de/index.php?id=81

 

Ursaurierfundstätte Bromacker bei Tambach-Dietharz

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