Medieninformation

Witterungsanalyse Mai 2019:
Kühl und nass

Mit Tagestemperaturen, die bis Mitte Mai zum Teil deutlich unter den vieljährigen Mittelwerten lagen, einer wenige Zentimeter hohen Schneedecke am Morgen des 4. Mai und klassischen „Eisheiligen“ vom 11. bis zum 15. Mai, die ihren Namen alle Ehre machten, ließen den zu Ende gehenden Monat gegenüber der zum Vergleich herangezogenen Klimareferenzperiode von 1961-1990 um ein bis zwei Grad kälter werden.

Daran änderten auch die ab Monatsmitte wieder in den Normalbereich steigenden Temperatur nichts, womit der Mai eine mit dem April 2018 beginnende Periode von 13 aufeinanderfolgenden zu warmen Monaten, die es in dieser Länge seit 1881 noch nicht gegeben hat, beendete.

Wenige Tage vor Monatsende wurde das Soll des monatlichen Niederschlags im Landesmittel bereits erreicht und wird dieses voraussichtlich geringfügig überschreiten. Für den Oberboden bis 25 cm Tiefe bedeutet dies eine leichte Entspannung in Sachen Trockenheit.

Laut Dürremonitor Deutschland des Mitteldeutschen Klimabüros am Umweltforschungszentrum (UFZ) entspannt sich die Lage in den tieferliegenden Bodenschichten (bis ca. 180 cm) von der Goldenen Aue, über das Thüringer Becken bis zum Ostthüringer Hügelland jedoch noch nicht. Sie befinden sich nach wie vor im Zustand „außergewöhnliche Dürre“ und damit in der höchsten Dürrestufe.

Ein einzelner zu kalter Monat stellt den Klimawandel nicht in Frage, denn Klima ist definiert als mittlerer Wetterzustand über einen mindestens 30 Jahre langen Zeitraum. Erst dann können die meteorologischen Elemente und ihr Zusammenspiel statistisch sicher beschrieben werden. Daher würden z. B. selbst fünf zu kühle Jahre in Folge den Trend einer langfristigen globalen Erderwärmung nicht umkehren.

Der kühle und nasse Mai 2019 ist demzufolge als Witterungsereignis innerhalb der üblichen Bandbreiten zu interpretieren. Die klassische Westwindzirkulation in unseren gemäßigten Breiten wurde im Mai mehrfach durch warme Luftmassen über Island und dem nördlichen Skandinavien in ihrer Ausprägung blockiert, wodurch das typische Islandtief zum Teil noch durch ein Hochdruckgebiet ersetzt wurde, was den Weg für kühle Luftmassen bis in den Mittelmeerraum hinein freigab.

Die altbekannte Bauernregel „Ist der Mai kühl und nass, füllt‘s des Bauern Scheun‘ und Fass!“ bringt die Witterung im Mai 2019 auf den Punkt, und man kann nach dem Dürrejahr 2018 nur hoffen, dass auch die Ernte dieser Regel folgt.

29.05.2019

Dr. Lutz Baseler
Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit

Maiwetter 2019_
Im Mai 2019 häufig unter Regenwolken: die Leuchtenburg bei Kahla

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