Medieninformation

Hochwasser April 1994 jährt sich zum 25. Mal / Informationskampagnen des TLUBN werden forciert

Vor 25 Jahren, am 13. und 14. April 1994, liefen in Thüringen katastrophale Hochwasser ab. Dadurch kam es zum Beispiel an der Saale, Schwarza, Gera, Werra und deren Zuflüssen zu großflächigen Überschwemmungen.

Ursache des Hochwassers waren starke Niederschläge sowie das Abtauen größerer Schneemengen in den Mittelgebirgen. Da bereits in den Vortagen ergiebiger Regen gefallen war, kam es in weiten Teilen Thüringens zu einem starken Oberflächenabfluss. Um die Gewässeranlieger vor Überschwemmungen zu schützen, waren Tausende Polizisten, Feuerwehrleute, Angehörige des THW sowie freiwillige Helfer im Einsatz. Zeitgleich erfolgte an den Talsperren und Rückhaltebecken die Steuerung der Wasserabgabe. So musste beispielsweise am Morgen des 13. April 1994 der Abfluss an den Saale-Talsperren sogar auf null Kubikmeter pro Sekunde reduziert werden. Obwohl man dadurch erstmals seit dem Bestehen der Anlagen die gesamten Abflüsse aus dem oberliegenden Gebiet zurückhalten konnte, kam es trotzdem flussabwärts insbesondere durch starke Zuflüsse aus der Schwarza und Loquitz zu großflächigen Überschwemmungen.

Bei diesem April-Hochwasser 1994 wurden in Thüringen mehrere Personen verletzt und zwei Menschen getötet. Die Gesamtschadenssumme belief sich auf rund 165,13 Mio. DM, wobei allein 40 Mio. DM auf kommunales Eigentum und 55,3 Mio. DM auf die Verkehrsinfrastruktur entfielen. Aber auch die Verluste für Landwirte waren mit 8 Mio. DM bedeutend. Zu nennen sind unter anderem Erosionsschäden auf Äckern, Wiesen und hochwertigen Gemüseanbauflächen.

Bereits kurze Zeit nach dem Hochwasser unterbreiteten Thüringer Wasserwirtschaftsbehörden Vorschläge, um zukünftig besser auf vergleichbare Abflussextreme vorbereitet zu sein. So wurde beispielsweise im Hinblick auf die Weitergabe von Hochwassermeldungen festgestellt, dass die Informationstechnik auf dem Stand der modernen Technik sein muss. Weiterhin sollten Hochwasserprofile und Überschwemmungsgebiete konsequent freigehalten werden.

Auch 25 Jahre nach dem Hochwasser von 1994 haben derartige Forderungen nichts an Aktualität verloren. Wie im "Thüringer Landesprogramm Hochwasserschutz 2016-2021" ausgewiesen, müssen sowohl die zuständige Behörde als auch die Bürgerinnen und Bürger auf den Gefahrenfall vorbereitet sein. Hierzu gehören nicht zuletzt ein moderner Warn- und Meldedienst, die Unterhaltung von technischen Hochwasserschutzanlagen sowie Aktivitäten zur Hochwasserbewusstseinsbildung und der privaten Hochwasservorsorge.

Für Anwohner in überschwemmungsgefährdeten Gebieten heißt das unter ande-rem, dass sie auf ihrem Grundstück bzw. an ihrem Gebäude rechtzeitig Maßnahmen der Bauvorsorge ergreifen. So sollte zum Beispiel bei der Sanierung der Heizung nach Möglichkeit auf Öl als Energieträger verzichtet werden. Kostenintensive Brenn- und Steuerungselemente einer Gasfeuerungsanlage sind am besten in der ersten Etage oder sogar auf dem Dachboden zu installieren.

Über aktuelle Wasserstände und die Hochwassersituation im Freistaat Thüringen kann man sich über die Internetseite der Hochwassernachrichtenzentrale Thüringen des TLUBN oder über die App „Meine Pegel“ informieren.

Das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) nimmt den 25. Jahrestag des schweren April-Hochwassers von 1994 zum Anlass, auf seine vielfältigen Aktivitäten zur Hochwasserbewusstseinsbildung hinzuweisen. So konnte Anfang Februar 2019 ein ambitioniertes Publikationsprojekt zum Thema "Hochwasser" mit der Herausgabe der Schrift "Hochwasser in Thüringen - Hochwassermarken und Hochwassergedenksteine" erfolgreich abgeschlossen werden. Daneben betreibt das TLUBN mehrere online-Kartendienste zu fachspezifischen Themen. Zu nennen sind beispielsweise die Onlineangebote zu den amtlich ausgewiesenen Überschwemmungsgebieten, zur Berechnung von Hochwasserabflüssen sowie zu Hochwassermarken in Thüringen.

Ferner können sich Bürgerinnen und Bürger im Rahmen populärwissenschaftlich angelegter TLUBN-Veranstaltungen über herausragende Hochwasser, die auf dem heutigen Territorium des Freistaates Thüringen abgelaufen sind, informieren. Für das Fachpublikum werden darüber hinaus zahlreiche Spezialveranstaltungen organisiert, um mit Blick auf das nächste Hochwasser organisatorisch noch besser gewappnet zu sein.

Nächste Vorträge bzw. Termine (weitere Informationen unter den Links):

15.05.2019 im Stadtmuseum Weimar
27./28.06.19, 27./28.08.19, 13./14.11.2019 Schulungen der gemeindlichen Wasserwehren
30.10.2019 Workshop „Forum kommunale Hochwasserabwehr“

Links:

Veranstaltungshinweise zum Thema „Hochwasser/Hochwasserschutz in Thüringen“
https://www.thueringen.de/th8/tlug/presse_und_service/veranstaltungen2019/09/index.aspx
https://www.dwa-st.de/de/hws_kurse_th.html

Thüringer Landesprogramm Hochwasserschutz 2016-2021 unter
https://www.thueringen.de/th8/tlug/umweltthemen/aktionfluss/hochwasser/landesprogramm_hws/index.aspx

Hochwasserschutzfibel (7. Auflage 2016) unter
https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/Veroeffentlichungen/ministerien/BMUB/VerschiedeneThemen/2016/hochwasserschutzfibel-node.html


Web-Kartendienste des TLUBN zum Thema „Hochwasser in Thüringen“
http://antares.thueringen.de/cadenza/hwrm
http://antares.thueringen.de/cadenza/hydrologie

Übersicht zur vierbändigen TLUBN-Publikation „Hochwasser in Thüringen“ (Nummern 108, 111, 113, 117 innerhalb der TLUBN-Schriftenreihe)
https://www.thueringen.de/th8/tlug/presse_und_service/publikationen/schriftenreihe/index.aspx

04.04.2019

Dr. Lutz Baseler
Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit

Hrb Straußfurt
aktive Hochwasserentlastung am HRB Straußfurt, April 1994
Quelle: Thüringer Fernwasserversorgung]
Hw Saale 1994
Hochwasser an der Saale, 14.4.1994, 9 Uhr, Schnellstraße Jena-Burgau
Quelle: Sammlung TLUBN Jena, Gewässerkundlicher Landesdienst]

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