Medieninformation

Gibt es 2018 in Thüringen weiße Weihnachten?

Die Frage „Gibt es dieses Mal weiße Weihnachten?“ bewegt uns in jedem Jahr. Weiße Weihnachten sind im Thüringer Tiefland eine eher seltene Erscheinung, dies ergeben Auswertungen der Klimaagentur der TLUG.



Weiße Weihnachten in Thüringen?

Seit 1961 werden für Thüringen die Schneedecken am 24.12. ausgewertet. Dafür wurden die DWD-Stationen Artern, Leinefelde, Erfurt-Weimar, Jena (Sternwarte), Gera-Leumnitz, Schmücke und Meiningen ausgewählt. Tatsächlich handelt es sich für den Großteil Thüringens mit drei bis vier weißen Weihnachten in zehn Jahren um kein allzu häufiges Ereignis (siehe Karte). Das entspricht einer Wahrscheinlichkeit von 30% bis 40%. Lediglich in den Hochlagen der Thüringer Mittelgebirge oder konnten mit bis zu neun Ereignissen in zehn Jahren mit ziemlicher Sicherheit weiße Weihnachten erlebt werden. Aus den länger zurück reichenden Messreihen, wie z.B. Jena (Sternwarte) ab 1887, Erfurt-Weimar ab 1951, Gera-Leumnitz ab 1952, wird außerdem deutlich, dass es immer mal wieder längere Phasen ohne weiße Weihnachten gab. Über den gesamten Zeitraum sind keine signifikanten Zu- oder Abnahmen weißer Weihnachten nachweisbar. In den letzten 30 Jahren gab es in Jena und Artern sechs Mal Schnee zum Heiligabend. Das ergibt eine Wahrscheinlichkeit von 20%. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 90% war auf der Schmücke in den letzten 30 Jahren 27 Mal weiße Weihnachten zu feiern. Das hat sich in den vergangenen einhundert Jahren nicht geändert. Allerdings war der letzte schneereiche Heilige Abend 2010.

In den vergangenen sieben Jahren gab es an sechs von sieben Thüringer Klimastationen keinen Schnee am 24. Dezember. Nur die Klimastation Schmücke hatte Schnee. Aber 2014 und 2015 lag selbst an der Station Schmücke erstmalig seit Messbeginn 1961 zwei Jahre in Folge zu Weihnachten kein Schnee. Damit konnte auch zum ersten Mal seit Messbeginn in zwei Jahren hintereinander an keiner Thüringer Messstation eine Schneedecke ermittelt werden.

Dies könnte 2018 wieder so sein. Nicht einmal im Mittelgebirgsraum liegt derzeit genug Schnee, um mit Sicherheit einen schneeträchtigen Heiligabend zu erleben. Die Temperaturvorhersagen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) rechnen eher mit milden Temperaturen von 5 bis 10°C. Damit wäre der 24.12.2018 in Leinefelde, Artern, Erfurt, Jena, Gera und Meiningen der achte schneelose Heiligabend in Folge. Schmilzt an der Schmücke die aktuelle Schneedecke von 11 cm (Stand 20.12.) bis zum Heiligabend komplett ab, wird es dort der dritte schneelose Heiligabend in den letzten 5 Jahren. Momentan stehen die Chancen bei leichten Minustemperaturen aber gut, dass die Schneedecke über das Weihnachtsfest erhalten bleibt.


Abbildung:
Mittlere Häufigkeit einer Schneedecke am Heiligabend (24. Dezember) im Zeitraum 1988 bis 2017.

Die Temperaturentwicklung der letzten Jahre lässt die Möglichkeit weißer Weihnachten immer unwahrscheinlicher werden. Mittlerweile hat sich die durchschnittliche Dezembertemperatur um 0,9 °C im Vergleich zu 1961-1990 erhöht. Alle drei Wintermonate (Dezember, Januar, Februar) zusammen haben im Mittel sogar eine Temperaturzunahme von 1,2 °C zu verzeichnen. Dabei lag die Zunahme für die Dezember- und Wintertemperatur alleine in den letzten sieben Jahren bei 0,5°C.
Hintergrund
Wie ist die "Mittlere Eintrittshäufigkeit weißer Weihnachten" ermittelt worden?
Die Eintrittshäufigkeit gibt Auskunft über die mittlere prozentuale Häufigkeit einer Schneedecke am 24. Dezember in den letzten 30 Jahren, dem Zeitraum 1988 bis 2017. Die Häufigkeit an den Klimastationen entstammen den Auswertungen der Stationsmesswerte des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Für eine flächendeckende Aussage wurden Temperatur-, Niederschlags- und Luftfeuchte-Stationsmessdaten des DWDs mit dem Interpolationswerkzeug RaKliDa auf ein 1 km-Raster interpoliert und mit einem Schneemodell-Algorithmus aggregiert. RaKliDa steht für Raster-Klima-Daten und ist ein wesentlicher Bestandteil des Regionalen Klimainformationssystem für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen - ReKIS (www.rekis.org).
Weitere Informationen zum Thema Winter (z. B. Eis- und Frosttage) stellt die Klimaagentur auf ihrer Internetpräsenz zur Verfügung:
www.thueringen.de/th8/klimaagentur/klimawandel/kommunen/beobachtung/index.aspx

Weitere Informationen zum Jahr 2018 finden Sie in den Witterungsberichten unter
https://www.thueringen.de/th8/tlug/aktuelle_messwerte/witterungsdiagnosen/index.aspx


20.12.2018

Dr. Lutz Baseler
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