„Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen“ Heft 2/2014 erschienen

 

Erhaltungszustand der Arten und Lebensraumtypen der FFH-Richtlinie in Thüringen & Konzept für ein Monitoring der Auswirkungen des Klimawandels auf die biologische Vielfalt Thüringens

 
Alle sechs Jahre wird der erreichte Erhaltungszustand der durch die Fauna-Flora-Habitatrichtlinie geschützten Arten und Lebensräume ausgewertet und gegenüber dem Bund bzw. der EU-Kommission berichtet. Aufbauend auf einem Monitoring in der letzten Berichtsperiode von 2007–2012 geben die Autoren um Andreas Lux in Ihrem Beitrag einen Überblick über die aktuellen Erhaltungszustände im Vergleich zur Berichtsperiode 2001–2006.Dafür standen erstmals einheitliche, zwischen den Bundesländern abgestimmte, Erfassungs- und Bewertungsmethoden und eine im Rahmen des Monitorings gewonnene breitere Datenbasis zur Verfügung. Die Bewertungskriterien und Einstufungen werden erläutert. Bei den Offenland-Lebensräumen lässt sich trotz einzelner Verschlechterungen von Erhaltungszuständen eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau interpretieren, wohingegen bei den Wald-Lebensräumen sich ein vergleichsweise hoher Anteil in einem günstigen Erhaltungszustand befindet. Die Situation der Tierarten hat sich deutlich verschlechtert. Hier besteht akuter Handlungsbedarf. . Bei den Pflanzenarten zeichnen sich insgesamt moderate Verschlechterungen ab. Die Bewertungen werden mit typischen Beispielen unterlegt und Einzelheiten diskutiert.
 
Die Autoren um Martin Musche beschäftigen sich im vorliegenden Heft mit der Entwicklung eines Konzeptes für ein Monitoring der Auswirkungen des Klimawandels auf die biologische Vielfalt Thüringens . Dazu wurden einerseits geeignete Indikatoren erarbeitet und andererseits bestehende Thüringer Monitoringprogramme auf ihre Verwendbarkeit geprüft und Verbesserungsempfehlungen formuliert. Veränderungen der Phänologie, die Populationsentwicklung klimasensitiver Arten, die Verschiebung von Verbreitungsgebieten und die Veränderung der Zusammensetzung von Artengemeinschaften sind geeignete Indikatoren. Der sich daraus ergebende „Community Temperature Index“ wurde erstmals auf der Grundlage von Datensätzen des Fachinformationssystems Naturschutz zu Tagfaltern und Libellen aus Thüringen berechnet.
 
Uwe Mächler weist in seinem Betrag auf die Gefahren von Straßenentwässerungssystemen für Lurche und Kriechtiere hin. Die bei Wartungs- und Reinigungsarbeiten im Stadtgebiet Arnstadt gesammelten Daten zeigen deutlich die Gefahrenpunkte. Es werden Empfehlungen zum technischen Amphibienschutz gegeben sowohl für bestehende Systeme, als auch für den Neubau.
Hermann Behrens & Jens Hoffmann stellen das Studienarchiv Umweltgeschichte als einen Ort zur Bewahrung und Aufarbeitung ostdeutscher Landschafts- und Umweltgeschichte vor und Herbert Diem den Verein „Jungdo-Hütte im Röthengrund e. V.“ Sonneberg. Anke Rothgänger würdigt das erfolgreiche ENL-Projekt „Bestandsstärkung der Wechselkröte (Bufo viridis) im nördlichen Landkreis Greiz“, welches den Preis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt erhielt.
 
Persönliches zum Gedenken an Wolfgang Schrödter von Richard Krause, Neue Literatur und Hinweise zu aktuellen Veranstaltungen der TLUG runden das Heft ab.

Titel Lnt 2 2014