Jahresbericht Tiergesundheit, Tierschutz, Tierarzneimittel

Titelblatt Tierschutzbericht 2012
Titelblatt Tierschutzbericht 2012

In Thüringen ist im Jahr 2012 keine gefährliche Tierseuche aufgetreten. Dies ist als ein großer Erfolg zu werten. Ungeachtet dessen müssen wir uns ständig mit der Gefahr des Auftretens einer bedrohlichen Tierseuche bei unseren Nutztieren auseinandersetzen. Als Beispiel sei hier die Afrikanische Schweinepest genannt, die sich derzeit in Osteuropa ausbreitet. Die Gefahr, dass das Virus durch Tierhandel oder den Reiseverkehr auch in unsere Schweinebestände eingeschleppt wird, ist dadurch noch größer geworden.

Laut Bericht wurde in Thüringen Einiges auf dem Gebiet des Tierschutzes erreicht. Das soll aber nicht bedeuten, dass wir uns auf den bisherigen Ergebnissen ausruhen können. Es sind noch viele Probleme zu lösen. Insbesondere bei einigen Themen, die sowohl die Haltung von Nutztieren als auch die Heimtierhaltung betreffen, ist ein Umdenken erforderlich. Die Unterstützung durch die Bürgerinnen und Bürger ist hierbei von großer Bedeutung. In der öffentlichen Diskussion steht die Minimierung des Antibiotikaeinsatzes in der Nutztierhaltung an vorderer Stelle. Wir wissen, dass die sachgerechte, auf das unbedingte Minimum reduzierte Antibiotikaanwendung eine wichtige Voraussetzung dafür ist, die Wirksamkeit von Antibiotika bei der Behandlung von Krankheiten zu erhalten und der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen. Wer Tiere artgerecht hält und ein umfassendes Betriebsmanagement konsequent anwendet, kann den Einsatz von Antibiotika bereits heute deutlich begrenzen.

Ausgewählte Aspekte

1. Tiergesundheit und Tierseuchenschutz

Die Überwachung tierseuchenrechtlicher Bestimmungen wird vor Ort durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der 21 kommunalen Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsämter (VLÜÄ) der Landkreise und kreisfreien Städte gewährleistet. Sie werden dabei vom Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz (TLV) sowie durch die Tiergesundheitsdienste der Thüringer Tierseuchenkasse fachlich unterstützt.

Die Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsämter haben nachgenannte Kontrollen vorgenommen:

  • 143 Kontrollen zum Schwerpunkt der Umsetzung der Verordnung (EG) Nr. 1069/2009 über tierische Nebenprodukte (das sind nicht zum menschlichen Verzehr bestimmte Erzeugnisse tierischen Ursprungs),
  • 49 Überprüfungen zur Einhaltung der Vorgaben der Viehverkehrsverordnung in zugelassenen Sammelstellen, Viehhandelsunternehmen und Transportunternehmen,
  • 14 Kontrollen zur Einhaltung der Bestimmungen der Binnenmarkt-Tierseuchenschutzverordnung,
  • 705 Vor-Ort-Kontrollen im Rahmen von Cross Compliance hinsichtlich Kennzeich¬nung und Registrierung von Rindern, Schweinen, Schafen/Ziegen sowie zur Einhaltung des Tierseuchenrechts einschließlich Fachrechtskontrollen,
  • 154 Überprüfungen zum innergemeinschaftlichen Handel.

Beanstandungen wurden dabei in folgendem Umfang festgestellt:

  • Verordnung (EG) Nr. 1069/2009 (tierische Nebenprodukte): In 25 Fällen gab es Beanstandungen, die sich auf eine ungenügende Dokumentation u. a. bei Fahrzeugen, auf Probleme bei der Schädlingsbekämpfung, mangelhafte Einhaltung der Hygienebestimmungen, mangelhafte Beschilderung und Umzäu¬nung/Absperrung der Betriebe sowie Nichteinhaltung der vorgeschriebenen Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen erstreckten.
  • Viehverkehrsverordnung und § 15 Binnenmarkt-Tierseuchenschutzverordnung: Im Rahmen der Überprüfung des Viehverkehrs und Tierhandels wurden vier Fälle von mangelhafter Erfassung der Adressen von Lieferanten/Empfängern sowie ungenügender Dokumentation und mangelhafter Sauberkeit der Fahrzeuge ermittelt.
  • Kennzeichnung und Registrierung von Tieren im Rahmen von Cross Compliance: In 207 Fällen gab es Beanstandungen. Mängel wurden vor allem bei der vorgeschriebenen Tierkennzeichnung (fehlende Ohrmarken) festgestellt. Aber auch nicht fristgerechte und fehlerhafte Meldungen zum Tierbestand und zu Tierverbringungen in der Datenbank HI-Tier, fehlende und fehlerhafte Eintragungen im Bestandsregister sowie unvollständige Registrierung/Übernahmemeldungen der Tierdaten im Bestandsregister waren zu verzeichnen.
  • Kontrollen im innergemeinschaftlichen Handel: Die behördlichen Kontrollen in Bezug auf Einhaltung der Bestimmungen beim innergemeinschaftlichen Handel (Datenbank TRACES) ergaben in 24 Fällen Fehler in der Dokumentation, ungenügend oder nicht korrekt ausgefüllte Zertifikate, Angabe von fehlerhaften Gesetzesquellen sowie fehlerhafte Anschriften des Empfängers.

2. Tierschutzgerechter Umgang mit Tieren

Häufigkeit und Art von Verstößen bei der Haltung von Nutztieren

Im Berichtszeitraum wurden von 718 gewerbsmäßigen Betrieben mit Kälberhaltung 74 Bestände kontrolliert.

Von 403 Schweinehaltungsbetrieben wurden insgesamt 57 überprüft.
Ebenso in der Überwachung standen die 44 Betriebe mit Legehennenhaltung. Bei diesen fanden 72 Kontrollen statt.

Des Weiteren wurden 91 Kontrollen in Rinderhaltungen, 28 in Schafhaltungen sowie sechs in Ziegenhaltungen durchgeführt, die gewerbsmäßige Tierhaltungen betrafen.

Im Rahmen der Überwachungstätigkeit bei der gewerbsmäßigen Tierhaltung wurde im Bereich der Legehennenhaltung kein Verstoß in Bezug auf die Besatzdichte der Tiere festgestellt.

Bei der gewerbsmäßigen Kälberhaltung wurden in zwei Betrieben geringgradige Verstöße festgestellt.

Im Bereich der Schweinehaltung gab es in 13 Betrieben gering- bis mittelgradige Beanstandungen. Des Weiteren wurden in einem Betrieb mit gewerbsmäßiger Schafhaltung Verstöße in Bezug auf die Aufzeichnungspflichten ermittelt.

Tiertransportkontrollen

Im Jahr 2012 wurden insgesamt 2.496 Kontrollen von Tiertransporten im fließenden Verkehr, auf Märkten sowie an Bestimmungsorten und Versandorten durchgeführt. Dies entspricht, wie schon in den Vorjahren festgestellt, einer geringen Abnahme der jährlichen Kontrollzahl. Die Kontrollen an den Bestimmungsorten erfolgten vorrangig bei der Ankunft der Fahrzeuge in den Schlachtbetrieben in Thüringen, so dass hier vor allem Schlachttiertransporte erfasst wurden.

Bei den festgestellten Beanstandungen handelte es sich zumeist um folgende Zuwiderhandlungen:

  • fehlerhafte Dokumentation und Berechnung der Ladedichte
  • Überschreitung der Ladedichte,
  • fehlende Zulassung,
  • Fahrer nicht im Besitz einer Sachkundebescheinigung.

In 13 Fällen von Zuwiderhandlungen wurden Verfügungen erlassen und Ordnungswidrigkeitsverfahren (Bußgeld) eingeleitet. Festzuhalten ist zudem, dass die amtstierärztliche Kontrolle bei der Abfertigung von Transporten auch dazu führen kann, dass Transporte wegen grober Mängel nicht starten.

 

Tierart und Anzahl der Transporte einschl. Tiere
Ort der Kontrolle
 
Gesamt
Straße
Bestimmungs-ort
Märkte
Versandort
Transporte
6
1 874
6
610
2 496
Rinder
26
7 330
591
1 331
9 278
Schweine
713
117 610
0
202 208
320 531
kleine Wiederkäuer
0
277
0
3 883
4 160
Equiden
0
41
0
10
51
Hausvögel u. Kaninchen
0
20 380 227
0
1 565 945
21 946 172
sonstige Arten
0
0
0
109
109

 

Tierversuche und Versuchstiere

In Thüringen wurden im letzten Jahr mehr als 70 Tierversuche vom TLV genehmigt. Die Komplexität vieler genehmigter Versuchsvorhaben bedingt oftmals Änderungen während der Durchführung dieser Tierversuche und führte somit unweigerlich zu mehr als 80 Änderungen bestehender Genehmigungen.

Alle genehmigungspflichtigen Anträge auf Tierversuche sind vor der Entscheidung durch die Genehmigungsbehörde in einer Kommission zu beraten. In dieser Kommission sind Vertreter der Tierschutzverbände, der Forschungseinrichtungen und der Genehmigungsbehörden stimmberechtigt vertreten.

Ziel der Beratung in der Kommission ist es, die Grundzüge des sogenannten 3 R-Prinzips (Replacement - Vermeidung; Refinement - Verfeinerung; Reduction - Verringerung) bei jedem zur Genehmigung beantragten Tierversuch anzuwenden. Dieser Grundsatz ist in der kürzlich verabschiedeten Tierschutz-Versuchstierverordnung enthalten, mit der die EU-Tierversuchsrichtlinie 2010/63 in nationales Recht umgesetzt wurde.

Beratungen und Tierversuche
Zeitraum
2009
2010
2011
2012
Beratungen der Kommission nach § 15 (1) TierSchG
5
7
7
6
genehmigte Tierversuche
62
83
92
72
anzeigepflichtige Tierversuche und sonstige Eingriffe
98
105
86
90
Genehmigungen zur Änderung von Tierversuchen
(Verlängerung und Erweiterung)
86
64
71
83

 

Jahresbericht 2012 "Tiergesundheit, Tierschutz, Tierarzneimittel" (1.3 MB)
Der vollständige Bericht als PDF-Datei zum Herunterladen.
PDF-Dokument ist nicht barrierefrei.

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