Thüringer Tierschutzpreis

Die Thüringer Sozialministerin, Heike Werner (DIE LINKE), lobt alljährlich den Thüringer Tierschutzpreis aus.

„Die Landesregierung bekennt sich zu einem nachhaltigen Tierschutz und unterstützt alle Maßnahmen, die zu einer konsequenten Umsetzung des Tierschutzes beitragen. Dabei liegt uns die artgerechte landwirtschaftliche Nutztierhaltung besonders am Herzen. Wir haben uns deshalb die Erarbeitung und Umsetzung einer Tierwohlstrategie in der Nutztierhaltung zum Ziel gesetzt. Die Haltungsbedingungen sollen darauf ausgerichtet werden, die Tiergesundheit zu verbessern und den Antibiotika-Einsatz zu reduzieren. Allerdings kann die Politik, kann der Staat nur die tierschutzrechtlichen Rahmenbedingungen schaffen und deren Umsetzung kontrollieren. Eine herausragende Rolle beim Tierschutz spielt daher der Einsatz engagierter Bürger und Tierhalter. Ohne bürgerschaftliches Engagement wäre aktiver Tierschutz nicht realisierbar. Viele Bürgerinnen und Bürger investieren unzählige Stunden in diesen Tätigkeitsbereich. Das ist keineswegs selbstverständlich. All jenen Bürgern, die sich entweder ehrenamtlich oder auch im Rahmen ihrer Berufsausübung für die Verwirklichung eines konsequenten Tierschutzes einsetzen, gilt meine besondere Anerkennung“, sagte Sozialministerin Heike Werner.

Der Preis

Der Thüringer Tierschutzpreis wird 2017 bereits zum 23. Mal verliehen. Er wird für herausragende Leistungen bei der Betreuung und Pflege von herrenlosen und in Not geratenen Tieren, bei der Schaffung von Tierheimplätzen sowie beim Einsatz für einen besseren Umgang mit Tieren einschließlich der Vermittlung des Tierschutzgedankens an Kinder und Jugendliche vergeben. Darüber hinaus sollen mit dem Tierschutzpreis beispielgebende Initiativen zur artgerechten Haltung landwirtschaftlicher Nutztiere, zum tierschutzgerechten Tiertransport sowie zur Entwicklung und Anwendung von Alternativmethoden zur Ablösung von Tierversuchen gewürdigt werden.

Das Verfahren

Aufgerufen sind alle Bürgerinnen und Bürger sowie Verbände und Vereine, ihnen bekannte beispielhafte Initiativen in den genannten Bereichen vorzuschlagen. Vorschläge für die Auszeichnung mit dem Thüringer Tierschutzpreis sind mit einer kurzen Tätigkeits- oder Projektbeschreibung einschließlich einer Begründung

bis zum 30. Juni 2017 beim

Thüringer Ministerium
für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie,
Werner-Seelenbinder-Str. 6,
99096 Erfurt

einzureichen.

Die Auswahl der Preisträger nimmt der Thüringer Tierschutzbeirat vor. Es werden fünf Preise in einer Gesamthöhe von 2.600 EUR ausgeschrieben. Die Preisverleihung erfolgt jedes Jahr zum Welttierschutztag am 4. Oktober.


Die Preisträgerinnen und Preisträger 2016

Thüringer Tierschutzpreis, Preisträgerinnen und Preisträger 2016

Zur Auszeichnung mit dem Tierschutzpreis 2016 wurden 23 Vorschläge eingereicht. Der Thüringer Tierschutzbeirat hat als Jury fünf Preisträger ausgewählt. In diesem Jahr werden 2 Unternehmen aus dem Bereich der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung sowie drei Tierschützerinnen und Tierschützer prämiert.

Ausgezeichnet wurden:

  • Monika Wermke, Gera
  • Gudrun Frenzel, Erfurt
  • Ehepaar Bernhauser, Schleusingen
  • Marian Tittel, Ilmtal-Weinstraße, OT Niederroßla
  • Rittergut Pieter, Neustadt/Orla

Eine Würdigung anlässlich der Verleihung des Thüringer Tierschutzpreises 2016 erhält:

  • • Stadtverwaltung Weimar/Tierheim Weimar, Markt 1

Die Preisträgerinnen und Preisträger im Kurzportrait:

Frau Monika Wermke aus Gera versorgt freilebende Katzen, fängt sie ein, bringt sie zum Tierarzt und lässt sie sterilisieren, damit nicht so viele Jungkatzen als Streuner entstehen. Sie und ihr Mann bauen die Fallen zum Einfangen selbst und stellen diese auch Privatpersonen zur Verfügung. Frau Wermke unterstützt Tierhalterinnen und Tierhalter, die finanziell nicht so gut gestellt sind, mit Futter. Kranke Katzen bringt sie zum Tierarzt und dies alles kostenlos und ehrenamtlich. Des Weiteren gibt sie Hilfe und Unterstützung bei der Pflege von privat gehaltenen Zwerghasen. Frau Wermke sammelt Textilien, z. B. Kissen, Decken usw. und übergibt diese der Katzenstation in Gera-Röppisch, dem Tierheim oder bedürftigen privaten Tierhalterinnen und Tierhaltern. Weiterhin bietet sie Hilfe und Unterstützung auf einem Gnadenhof in Form von Futterspenden an.

Frau Gudrun Frenzel aus Erfurt gehört seit dem Jahr 1993 der Tierschutzgemeinschaft Erfurt an. Den Weg zur organisierten Tierschutzarbeit fand sie über andere Tierschützerinnen und Tierschützer, denen das Verantwortungsgefühl und die zuverlässige praktische Tierarbeit nicht verborgen geblieben sind. In den zurückliegenden 23 Jahren ihrer Vereinszugehörigkeit entwickelte sich Frau Frenzel zu einer Verbündeten, die unauffällig und hochgradig zuverlässig für hilfsbedürftige Tiere alles gibt. Das betrifft sowohl ihre Zeit als auch ihre enormen finanziellen Aufwendungen und den artgerechten Umgang mit Tieren. Der Schwerpunkt ihres Handelns sind die herrenlosen, streunenden Stadtkatzen. Frau Frenzel hat großen Anteil an der sinnvoll gesteuerten Population durch Kastrationsprojekte. Des Weiteren leistet Frau Frenzel unermüdliche Aufklärungsarbeit achtlosen Bürgerinnen und Bürgern gegenüber, um mehr Verständnis für die Tiere auszuprägen.

Das Eheleute Bernhauser aus Schleusingen sind seit der Gründung im Februar 2005 Mitglied im Tierschutzverein Südthüringen. Sie haben sich vehement für ein Tierheim im Landkreis Hildburghausen eingesetzt und waren in all den Jahren eine verlässliche Stütze des Vorstandes. Aktiv und mit Fachkenntnis begleiteten sie den Weg des Vereins zu einem anerkannten Tierschutzverein im Landkreis, betreuen Tiere, vor allem ausgesetzte Vögel. Herr Bernhauser absolvierte im Jahr 2009 einen Lehrgang zur Ablegung des Sachkundenachweises nach § 11 Tierschutzgesetz und hat nach Eröffnung des Tierheimes im März 2015 mit Sachkenntnis und Einfühlungsvermögen die Tierheimleitung ehrenamtlich übernommen.

Familie Pieter aus Neustadt/Orla registrierte ihren Direktvermarktungsbetrieb „Rittergut Pieter“ im März 1991 als Wiedereinrichter. Mit hohem persönlichen Engagement aller Familienmitglieder und finanziellen Aufwendungen wurden in den letzten Jahren die historische Bausubstanz des Gehöftes nach den Vorgaben des Denkmalschutzes in tierart- und tierschutzgerechte Ställe und Funktionsgebäude des Landwirtschaftsbetriebes umgebaut und rekonstruiert. Passend zur Hofstelle wurde als Neubau ein Schafstall errichtet. Gegenwärtig werden 160 ha landwirtschaftliche Nutzfläche bewirtschaftet. Der betriebliche Tierbestand unterteilt sich in 80 Rinder der Rasse Fleckvieh/Simmental, 50 Mutterschafe der Rassen Charollais und Merinolandschafe, 35 Mastschweine sowie 150 Legehennen und 20 Masthähnchen. Seit 2010 vermarktet der Familienbetrieb das Fleisch, die Wurstwaren und die Eier im eigenen Hofladen. Die Mutterkühe und Mutterschafe mit ihren Jungtieren pflegen während der Vegetationsperiode das Grünland in tierartgerechter Haltungsform. Der Gesamtbetrieb befindet sich derzeit in der Umstellungsphase zu Bewirtschaftungsanforderungen eines Biobetriebes.

Marian Tittel aus Ilmtal-Weinstraße / OT Niederroßla betreibt eine Mutterkuhhaltung im Nebenerwerb. Zurzeit werden 57 Rinder gehalten, davon elf Kälber. Er bewirtschaftet ca. 65 Hektar Land, die sich in 15 Hektar Getreide- und Maisacker und ca. 50 Hektar in Streuobstwiesen und natürliches Grünland aufteilen. Um den Tieren beste Bedingungen zu bieten, baute Familie Tittel bereits im Jahr 2007 auf der grünen Wiese einen komplett neuen Laufstall. Die Gesamtgröße der Stallanlage sind 1.008 m2, davon sind 290 m2 überdacht. Es sind frostsichere Balltränken vorhanden und die Tiere stehen auf Stroh. Seit vielen Jahren gehört der Sohn der Familie zum aktiven Kern der Thüringer Fleckviehzüchter. Seine wichtigsten Zuchtziele sind die Fleischleistung und Bemuskelung, ruhige und leichtkalbige Kühe mit guten Aufzuchtleistungen sowie Mittelrahmigkeit. Die ältesten Kühe sind zwölf und 13 Jahre alt und die mittlere Nutzungsdauer liegt nicht unter zehn Jahren, was für gute Haltungsbedingungen spricht. Seit 2008 ist die Familie Tittel regelmäßig auf den Fleckvieh-Events vertreten. So wurde z. B. 2014 der Bundessieg auf der Simmenthal-Jungviehschau in Erfurt erlangt.

Stadtverwaltung Weimar/ Tierheim Weimar: Mit dem Betrieb des Tierheims der Stadt Weimar werden seit über 35 Jahren in vorbildlicher Weise und über die rechtlichen Pflichten hinaus die Aufgaben zur Aufnahme und Unterbringung von Fundtieren und Tieren im Rahmen ordnungs-, artenschutz- oder tierschutzrechtlicher Maßnahmen erfüllt. Das Tierheim umfasst eine Fläche von 25.000 m2. Es gibt eine Quarantänestation, eine Hunde- und Katzenstation, mehrere Gemeinschaftsausläufe für Hunde, Katzen, Kleintiere und Vögel sowie ein Kleintierhaus zum Aufnehmen von Kleintieren, Vögeln und Reptilien. Weiterhin gibt es eine Auffangstation für Eulen und Greifvögel. Das Tierheim Weimar ist das einzige Tierheim mit einer derartigen Auswilderungsstation in Thüringen und leistet somit auch einen wertvollen Beitrag zum Artenschutz. Alle Tiere werden durch langjährig erfahrenes Fachpersonal versorgt, betreut und beschäftigt. Über 100 ehrenamtliche Helfer greifen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusätzlich unter die Arme. Diese Helferinnen und Helfer werden zweimal jährlich geschult, um deren Sachkunde zu verbessern und sie als Multiplikatoren in Sachen Tierschutz fit zu machen. Es wird eine intensive Öffentlichkeitsarbeit geleistet, um den Tierschutzgedanken weiterzutragen. Durch das Engagement und den Betrieb des Tierheims der Stadt Weimar wird die Frage der Kostentragungspflicht bei der Unterbringung von aufgefundenen Tieren unbürokratisch geregelt.

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