Thüringer Rose 2017

Preisträgerinnen und Preisträger der Thüringer Rose 2017
Preisträgerinnen und Preisträger der Thüringer Rose 2017

Die Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Heike Werner (DIE LINKE), hat am 19. November 2017 auf der Wartburg in Eisenach 12 Thüringerinnen und Thüringer mit der „Thüringer Rose“ ausgezeichnet. Mit dieser Medaille werden Menschen geehrt, die sich in langjähriger gemeinnütziger und überdurchschnittlicher Weise sozial engagieren.

Die Thüringer Rose ist ein Zeichen der Würdigung, das an die Heilige Elisabeth erinnert. Diese kam im Jahr 1211 – vor über 800 Jahren – als Vierjährige nach Thüringen. Später setzte sie sich als Thüringer Landgräfin besonders für Arme und Kranke ein.

In diesem Jahr hat die Jury aus zahlreichen Vorschlägen folgende Thüringerinnen und Thüringer für die Auszeichnung ausgewählt:

Carola Backfisch (Erfurt) sammelt seit vielen Jahren Gelder bei Ihrer Familie, in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis, um sozial benachteiligten Kindern einen Weihnachtswunsch zu erfüllen. Dabei handelt es sich um Kinder, deren Eltern durch Mietschulden oder andere persönliche Gründe auf die Unterkünfte der Stadtverwaltung Erfurt für wohnungslose Menschen angewiesen sind. Überschüssige Spendengelder lässt Frau Backfisch dem Spendenkonto für wohnungslose Menschen zukommen. Damit wird dann ein unbeschwerter Erlebnistag für schulpflichtige Kinder in den Sommerferien unterstützt. Bei den Ausflugsfahrten hilft sie den Organisatorinnen und Organisatoren durch Ihre Kontakte und Ihr breites Netzwerk.

Dr. Gerd Busch (Jena) ist seit 40 Jahren Vorsitzender der Wohnsportgemeinschaft Lobeda e.V. in Jena. Er ist Stütze und Wurzel des Vereins. Jede Woche finden dank ihm und seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern ca. 90 Übungs- und Trainingsstunden statt, in denen die Mitglieder etwas für ihre körperliche Gesundheit tun und gleichzeitig soziale Geborgenheit im Verein erleben. Mit der Auszeichnung möchten sich Mitstreiter und Wegbegleiter bei ihm für psychische und physische Gesundheit sowie auch das ein oder andere geschenkte Lebensjahr bedanken.

Angelika Donth (Leinatal OT Catterfeld) engagiert sich seit über zwei Jahrzehnten in einer Selbsthilfegruppe für arbeitslose Menschen. Zu verschiedenen Anlässen werden von ihr Veranstaltungen geplant, organisiert und durchgeführt. Das Angebot ist sehr vielfältig und reicht von Trauerbegleitung über sportliche Betätigung bis hin zur kulturellen Weiterbildung. Mit der Organisation von Theaterbesuchen und Kulturveranstaltungen beispielsweise ermöglicht sie vielen Menschen eine kulturelle Teilhabe auf höchstem Niveau. Durch Ihre Arbeit werden Menschen zusammengeführt und Bindungen geknüpft, die Jahrzehnte halten. Zudem gibt sie mehrmals in der Woche Schülerinnen und Schülern Nachhilfeunterricht. Frau Donth unterstützt ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger und ermöglicht durch ihre Deutschkurse auch eine bessere soziale und gesellschaftliche Integration.

Christine Eisenhardt (Gotha) ist in der Hospiz-Initiative Gotha e.V. ehrenamtlich tätig. Neben der unglaublich wichtigen Arbeit der aktiven Sterbebegleitung koordiniert und organisiert sie seit Jahren die regelmäßigen Treffen der Trauergruppe. Außerdem widmet sie einen Großteil Ihres Engagements der Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit. Im Ethikunterricht der Schulen Gothas berichtet sie beispielsweise über ihre Arbeit und Erfahrungen im Hospizbereich. Eines ihrer Projekte hat besonders viel Aufmerksamkeit bekommen: Sie hat eine Wanderausstellung mit dem Titel „Leben, Sterben, Tod und danach“ konzipiert und gestaltet. Diese wurde in Grund- und Regelschulen sowie Gymnasien im ganzen Landkreis Gotha gezeigt und hat viel Resonanz erfahren.

Christa Groß (Sondershausen) ist Mitglied der Volkssolidarität und seit 1965 überwiegend für ältere Menschen da. Ob im Seniorenbeirat der Stadt Sondershausen oder als Heimbeirat des ehemaligen Seniorenheimes der Volkssolidarität in Sondershausen war und ist sie immer bemüht, die Probleme, Wünsche und Interessen älterer Menschen zu vertreten. Als Vorsitzende der Volkssolidarität-Ortsgruppe in ihrem Wohnbezirk sorgt sie dafür, dass die Seniorinnen und Senioren ein vielfältiges Angebot in Anspruch nehmen können. Dazu gehören Geburtstagsfeiern, Oster-, Faschings-, Herbst- und Weihnachtsfeiern, aber auch Ausflüge in Naturparks, auf Mittelalterfeste oder Schlossbesuche. Darüber hinaus engagiert sie sich im Schützenverein als Vorstandsmitglied. Auch in ihrem privaten Umfeld ist sie eine verlässliche Stütze für Freunde und Bekannte. Sie erledigt beispielsweise Besorgungen für ältere Nachbarinnen und Nachbarn.

Jürgen Hauskeller (Altenburg/Leipzig) hat als Pfarrer in seiner aktiven Zeit neue Wege bestritten, um auch jungen Menschen die Freude am Glauben näher zu bringen. Mit der Leitung eines Jugendchores und einer Band hat er in Thüringen eine bis dahin völlig neue Gottesdienstform etabliert. Damit erreichte er viele junge Menschen, die für volle Kirchbänke sorgten. Das hat seinerzeit in der DDR aber auch staatliche Behörden und die Kirchenleitung misstrauisch gemacht. Seine 800 Seiten starke Stasiakte spricht Bände über sein Engagement. Die Band und der Jugendchor Sondershausen/Stockhausen konnten 2015 das 40-jährige Jubiläum feiern. Mit Gottesdiensten, Gesprächsrunden, Demonstrationen und musikalischen Veranstaltungen begleitetet Herr Hauskeller sehr aktiv den gewaltfreien Widerstand in der Wendezeit. Er hat sich stark in den neuen demokratischen Gremien eingebracht, zum Beispiel am Runden Tisch der Stadt Sondershausen. Ab 2002 lebte er mit seiner Frau im Kongo. Gemeinsam haben sie ein Waisenhaus aufgebaut sowie den Bau einer Grundschule initiiert und vorbereitet. In dieser Zeit hat das Ehepaar drei Kinder aus dem Kongo adoptiert und dann in Deutschland den Verein „Hilfe für Menschen im Kongo“ e.V. gegründet, der bis heute um Spenden, für Waisenhäuser und Schulen im Kongo wirbt. Mit regelmäßigen Besuchen im Kongo trägt Herr Hauskeller zum Gelingen der Projekte bei.

Elke Pätzold (Erfurt) engagiert sich seit vielen Jahren in einer Selbsthilfegruppe, die sich um Frauen kümmert, die an Krebs erkrankt sind bzw. eine Krebserkrankung überstanden haben. Sie war erst Kassiererin und wurde nur wenig später zur Gruppenleiterin gewählt. Wichtig sind ihr vor allem persönliche Gespräche und gute Kontakte, sowohl zu den Frauen als auch Ärzten, Krankenkassen und anderen Organisationen. Sie organisiert ein abwechslungsreiches Vereinsleben. Dafür sammelt sie Spenden ein und schreibt Förderanträge. Damit werden dann beispielsweise Lesungen zu spannenden medizinischen oder kulturellen Themen finanziert. Besonders hervorzuheben ist ihr Einsatz für die Erstellung und Entwicklung einer Krebs-App, einem Online-Wegweiser, der unabhängig, neutral und ohne Werbung Informationen an Betroffene vermittelt und zielgerichtet Beratungs- und Hilfsangebote unterbreitet.

Monika Prager (Jena) liegt die Verbesserung der rechtlichen und sozialen Situation der Opfer von Gewalt und Kriminalität am Herzen. Sie tritt für ein stärkeres gesellschaftliches Bewusstsein für die Situation der Geschädigten und ihrer Angehörigen ein. So begann sie vor über zehn Jahren eine ehrenamtliche Tätigkeit beim Verein „Weisser Ring“, zuerst als Mitarbeiterin der Außenstelle in Jena. Kurze Zeit danach wurde ihr die Leitung dieser Außenstelle übertragen. Gemeinsam mit sechs ebenfalls ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern koordiniert sie seitdem die Hilfen für Opfer von Gewalt und Kriminalität im Großraum Jena. Zu ihren Aufgaben gehört vor allem die Betreuung der Betroffenen, beispielsweise durch regelmäßige Besuche und Beratung. Den betreuten Menschen spendet sie aufrichtiges Mitgefühl und die dringend notwendige Aufmerksamkeit. Dabei zeichnet sie sich vor allem auch durch eine hohe sachliche Kompetenz aus. Frau Prager steht auch den Netzwerkpartnern als ständige Ansprechpartnerin zur Verfügung. So sorgt sie für gute Kontakte zu Polizei, zu verschiedenen Behörden und anderen sozialen Einrichtungen.

Annett Scholz (Gera) rettete dank ihres unermüdlichen und couragierten Einsatzes in ihrem Heimatort Dorna ein Kleinod vor dem Verfall: Die Kirche „St. Petri“. Seit mehr als 15 Jahren macht sie sich für den Erhalt und die Renovierung des im gotischen Baustil errichteten Gotteshauses stark. Die Ausgangsbedingungen dafür waren alles andere als einfach. Nach der politischen Wende entkernt und völlig leer glich das Innere der Kirche lange Zeit einer aufgerissenen Baustelle. Als Mitglied des Gemeindekirchenrates ergriffen sie damals die Initiative und ist seither das „Herz der Erneuerung und Restaurierung“ von St. Petri. Sie wurde nicht müde, für Ihre Kirche Spenden zu sammeln, mit Behörden zu sprechen, Sponsoren und Paten zu suchen. Kontinuierlich und begleitet durch die Denkmalschutzbehörde wurden über die Jahre verschiedenste Baumaßnahmen umgesetzt. Mittlerweile ist wieder sehr gut zu erkennen, welch ein Juwel die Dorfkirche ist. Es können wieder Gottesdienste und Veranstaltungen der Gemeinde in St. Petri stattfinden. Das ist der Verdienst von Frau Scholz.

Sigrid Sporn (Gotha) ist seit vielen Jahren ein wertvolles Mitglied ihrer Kirchgemeinde. Eine große Leidenschaft von ihr ist die Musik. Ihre musikalischen Fähigkeiten und ihre Begeisterung für Musik teilt sie gern mit anderen. Seit gut einem Vierteljahrhundert spielt sie im Posaunenchor. Ebenso lang singt sie im Bach-Chor der Evangelisch-Lutherischen Stadtkirchgemeinde Gotha. Egal, was in ihrer Gemeinde zu tun ist, sie ist da und packt mit an. Ganz gleich, zu welchem Anlass, bei den Vorbereitungen kann man auf ihre Hilfe zählen. An Wochentagen und auch an Wochenenden hält sie mit anderen Gemeindemitgliedern ihre Margarethenkirche für interessierte Besucherinnen und Besucher offen. Zudem kümmert sie sich hingebungsvoll und höchst zuverlässig um eine hilfebedürftige Bekannte, bei der Bewältigung ganz alltäglicher Dinge. Davon hat auch der Ehemann der Bekannten etwas. Denn er hat durch die Hilfe Frau Sporns den Freiraum bekommen, seinen Chor weiter zu betreuen und mit ihm zu üben.

Bärbel Strauch (Suhl) ist seit 1964 Mitglied der Volkssolidarität. Ob früher im Berufsleben oder jetzt im Ehrenamt, ihr großes soziales Engagement für ältere und hilfebedürftige Menschen zeichnet sie aus. Nach ihrem Ausscheiden aus dem Berufsleben im Jahr 2001 übernahm sie das Amt der ehrenamtlichen Vorstandsvorsitzenden der Volkssolidarität in Suhl. Sie ist das Bindeglied zwischen Haupt- und Ehrenamt. Seit ihrer Tätigkeit als Vorsitzende hat sie die inhaltliche, verbandspolitische Entwicklung der Volkssolidarität wesentlich mitgestaltet. Jüngstes Beispiel war 2013 die Initiierung und Gründung der Stiftung der Volkssolidarität „Miteinander leben. Füreinander da sein.“ Neben diesem Engagement war sie auch als Stadträtin in der Kommunalpolitik der Stadt Suhl aktiv. Im Jahr 2015 und 2016 initiierte sie umgehend Hilfe für die vielen flüchtenden Menschen, die in Suhl eintrafen. Dabei waren ihre vielfältigen Kontakte im Ehren- und Hauptamt eine große Hilfe.

Sigrid Weidner (Seebach) leitet seit Ende 2001 im Wartburgkreis eine Selbsthilfegruppe für Menschen, die wie Sie selbst auch, von Zöliakie betroffen sind. Bei der Zöliakie handelt es sich um eine gendefekt-bedingte Stoffwechselkrankheit, die die Einhaltung einer strikten glutenfreien Ernährung erfordert. Die Betroffenen stehen im Alltag dadurch oft vor hohen Hürden. Frau Weidner steht den betroffenen Erwachsen sowie den Kindern und ihren Eltern mit Rat und Tipps für einen sicheren glutenfreien Alltag zur Seite. Mit ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern organisiert Frau Weidner neben den wichtigen Erstberatungen nach der Diagnose auch zahlreiche Gruppenveranstaltungen. Um die Arbeit der Selbsthilfegruppe zu finanzieren spricht sie Sponsoren an und stellt Förderanträge. Mit den Spenden werden beispielsweise Koch- und Backkurse für Kinder finanziert. Keine leichte Aufgabe, da so etwas aufgrund der speziellen Zutaten sehr kostenintensiv ist. Ihre Selbsthilfegruppe hat 120 Mitglieder. Pro Jahr finden unter ihrer Regie um 5 bis 6 seht gut besuchte Veranstaltungen statt. Frau Weidner sorgt auch liebevoll dafür, dass auch der gesellige Teil dabei nicht zu kurz kommt.

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